Impressionen von der Fashion Week Berlin.

von Gastautor am 08.Juli 2019 in News, Trends & Analysen

Von Wolf Jochen Schulte Hillen

Der Trend zur Nachhaltigkeit auf den Fashion-Messen 2019 in Berlin, die soeben zu Ende gegangen sind, war unübersehbar. Den Messegestaltern von Premium, Seek und Show and Order als auch Selvedge Run und vor allem der NEONYT und der PANORAMA mit der Sektion XOOM by Innatex sei gedankt, die dem Thema höchste Aufmerksamkeit gewidmet haben!

Vorträge auf der Panorama von Einzelhändler Marc Ramelow, der auch auf der neuen #FASHIONTECH-Veranstaltung am letzten Messetag als Händler mit seinen Empfehlungen für Händler und Industrie bezüglich Nachhaltigkeit brilliert hat, unterstrichen die große Bedeutung im Hinblick auf den Klimawandel – und damit auch auf den Konsumentenwandel.

Nachhaltigkeit stand im Fokus der Fashion Week Berlin

Einen Business Case für die Industrie präsentierte der US-Schuhanbieter Allbirds. Dessen Europachef Sandeep Verma wie darauf hin, dass nicht nur die verwendeten Materialien, sondern auch der gesamte Fertigungsprozess „sustainable“ sein muss, um dem Kunden eine ehrliche Antwort auf seine Forderung nach Nachhaltigkeit zu geben. Firmen wie ECOALF und VEGA haben es bereits sehr schnell zum Trendlabel geschafft.

What else?

Begleitet wurden die Messen von spannenden neuen Konzepten wie neuen Concept-Store-Ideen, dem Einsatz von Künstlicher-Intelligenz-Robots und neuesten Vending-Maschinen von Hensing Get It, die die Verkaufszeiten mit Bedarfs-und Spontanangeboten  auf 24/7/365 erweitern.

Viele Neuerungen in der Wertschöpfungskette, die dem stationären Handel das Überleben gegenüber dem weiter wachsenden E-Commerce ermöglichen sollen, waren  auf der PANORAMA  in der Halle 5 zu sehen: etwa Fashion Cloud und Beekeeper, ITAB und K3, Modehaus.de – my VEO der Katag AG. Noch mehr aber drehte sich die #FASHIONTECH um solche Lösungen: Sie hat im Festsaal Kreuzberg  mit hervorragenden Workshops und Präsentationen hochkarätiger Referenten von Jet Set, Moschino, Gant, StockX gewinnen können und Einblick als auch Anregungen für den Einsatz von Technologie in der Fashion-Industrie und Handel verschafft.

Es reicht nicht mehr, nur mit digitalen Stelen und aufwändig dekorierten Messeständen die DNA der jeweiligen Marke zu zeigen.

Wie man eine Marke im digitalen Zeitalter mit kleinem Marketingetat mittels Instagram, Influencern, Musik und sozialer Community aufbauen kann, schilderten auf der #FASHIONTECH eindrucksvoll Luisa Krogmann und Michael Michalsky.

Das wachsende Interesse in Hinblick auf die digitale Transformation haben die beiden Messeplattformen recht gut aufgenommen, jedoch ist das Thema Digitalisierung immer noch nicht in dem Maße sichtbar und erklärbar im Hinblick auf sinkende Margen und einbrechende Kaufkraft behandelt. Der Handel gibt sich erkennbar viel Mühe.

Aber auch die Industrie/Brands  sind gefordert. Die Vororders sinken, die Warenüberschüsse steigen. Abschriften jedoch sind Margen- und Imagekiller für die Brands. Zur Lösung in diesem Bereich hat ein junges Startup aus Berlin namens BETAFASHION eine plausible Lösung in der #FASHIONTECH-Masterclass präsentiert. Eine optimale Flächensteuerung und Verteilung der Ware sowohl Offline als auch Online ist vor allem im In-Season Management für die Industrie/Brands in Zukunft überlebenswichtig.

Die Marke Kappa erlebte auf der Fashion Week ein Revival

Dass Fashion-Messen immer begleitet sind von hippen Fashionfreaks, schönen Menschen, toll kuratierten Kollektionen für das kommende Frühjahr 2020 und angenehmen Ambiente und dazu noch in dem quirligen Berlin machen Besuche immer zu einem Erlebnis. Ich persönlich freue mich über die vielen Freunde aus der ganzen Welt, die man bei solchen Gelegenheiten trifft.

Insbesondere freue ich mich, dass einige 90-er Jahre Brands, wie ellesse oder Kappa, die wir mit aus der „Taufe gehoben“ haben, ein so erfolgreiches Comeback feiern und nicht nur auf den Messen, sondern im internationalen Stadtbild derzeit nicht zu übersehen sind.

Über den Autor:

Kaum einer kennt den deutschen und internationalen Handel so gut wie er: Wolf Jochen Schulte Hillen gründete 1973 SH Selection, ein Vertriebsunternehmen für Sportbekleidung, das seit 1996 als internationales Beratungsunternehmen operiert. Er verhalf Kunden wie Sephora, Benetton, Skechers oder Zara zum deutschen bzw. europäischen Markteintritt und auch gleich zu passenden Immobilien. Zudem entwickelte er Nutzungskonzepte für Shoppingcenter wie das Alexa in Berlin. Heute ist Schulte-Hillen als Beirat in internationalen Organisationen und für Einzelhändler, Kommunen, Investoren und Entwickler mit dem Schwerpunkt Standort- und Unternehmensentwicklung tätig. Vergangenes Jahr schrieb er für uns über die radikale Revolution im stationären Einzelhandel.


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