Infografik: 42,8 Prozent der Deutschen haben schon versehentlich im Ausland bestellt.

von Florian Treiß am 22.August 2018 in Infografik, News, Trends & Analysen

Vor zwei Wochen ist es uns privat bereits zum wiederholten Mal passiert: Meine Frau und ich haben etwas im Internet bestellt, ohne dabei zu merken, dass die Ware aus dem fernen China kommen wird. Und wer seine Ware dann pünktlich und unbeschadet bekommt, hat noch Glück. Unser Paket ging bereits zwischen chinesischem Händler und DHL-Startpaketzentrum in Shenzhen verloren – wir streiten uns nun mit dem Händler in Mails auf Englisch um eine Rückerstattung.

Dabei sind wir weiß Gott nicht allein: 42,8 Prozent haben schonmal unbewusst im Ausland bestellt, wie eine Umfrage von Idealo zeigt. Dabei ist das sogenannte Cross-Border-Shopping ein boomender Markt, der z.B. von Shopping-Apps wie Wish vorangetrieben wird, aber auch auf Marktplätzen wie Amazon Marketplace oder eBay. Die drei heikelsten Punkte aus meiner Sicht:

  • Es kursieren Fälschungen, nicht nur von Luxusartikeln, sondern auch von anderen Gütern. Die 100 Nasenpflaster, die ich mal bei eBay zum Preis einer 10er Packung bestellt habe, sahen verdammt gefälscht aus.
  • Gerade chinesische Händler führen oft keine Umsatzsteuer ab und haben dadurch auf Marktplätzen wie eBay oder Amazon Marketplace einen illegalen Wettbewerbsvorteil gegenüber einheimischen Händlern. Nun will die Bundesregierung dieses Schlupfloch aber schließen.
  • Die Kundenbetreuung läuft oft nur auf Englisch, einen Widerruf des Kaufes durchzusetzen ist schwierig und Garantieansprüche zu stellen erst recht.

Das Phänomen hat Idealo in der folgenden Infografik zusammengefasst (zum Vergrößern bitte anklicken):

So kaufen Sie sicher im Ausland ein

Der Kauf im Ausland kann durchaus Vorteile haben. Kunden sollten sich dabei aber möglichst auf Händler aus der EU beschränken. So zeigt eine Stichprobe von Idealo, dass es vor allem in Frankreich und Italien derzeit viele gute Angebote gibt. Das Samsung Galaxy S7 zum Beispiel kostet dort bis zu 60 Euro weniger als in deutschen Shops.

Idealo-Manager Erik Meierhoff gibt fünf Tipps, um erfolgeich im Ausland einzukaufen:

  1. Versandkosten und Zoll klären: „Wer im Ausland bestellt, sollte die Gesamtkosten im Blick behalten. Grundsätzlich gilt: Innerhalb der EU werden keine Zollgebühren fällig. Bei einigen Händlern fallen jedoch Extrakosten für den Versand ins Ausland an – hier heißt es genau vergleichen. Bei echten Schnäppchen kann sich der Kauf im Ausland dennoch lohnen.“
  2. AGB beachten: „Im EU-Ausland gelten einheitliche Verbraucherrechte. Trotzdem ist ein Blick in die AGB des jeweiligen Händlers empfehlenswert. So lässt sich ein böses Erwachen umgehen, z. B. bei Reklamationen und Retouren.“
  3. Sprachbarrieren nicht unterschätzen: „Viele Händler bieten ihre Shops nur in der jeweiligen Landessprache an. Im Zweifelsfall gilt: Nur bei Anbietern bestellen, deren Sprache man versteht. So lassen sich Missverständnisse vermeiden.“
  4. Impressum lesen: „Egal ob In- oder Ausland – vor der Bestellung bei einem unbekannten Shop immer das Impressum prüfen. Hat der Händler eine gültige Adresse und Telefonnummer hinterlegt? Sind andere wichtige Angaben wie die Handelsregisternummer zu finden?“
  5. Sichere Zahlarten nutzen: „Viele Online-Bezahlverfahren bieten einen Käuferschutz – aber nicht alle. Beim Kauf im Ausland deswegen unbedingt darauf achten, dass eine unkomplizierte Rückerstattung im Streitfall möglich ist“, so Erik Meierhoff.

Der Rat von Erik Meierhoff: Wer diese Grundregeln beachtet, dem steht einer erfolgreichen Schnäppchenjagd im Ausland nichts im Wege.


Artikel teilen




Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von Location Insider. Wir liefern darin täglich gegen 11 Uhr business-relevante Hintergründe zur Digitalisierung des Handels.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.