Interview: Barcoo-CEO Benjamin Thym verspricht mindestens eine neue App.

von Christian Bach am 06.Mai 2014 in Interviews

Barcoo CEO Benjamin ThymBenjamin Thym, Geschäftsführer von Barcoo, kündigt im Exklusivinterview mit Location Insider weitere mobile Anwendungen an – eine steht sogar kurz bevor: „Eine fantastische neue App steht ebenfalls in den Startlöchern. Das Ziel bleibt jedoch dasselbe: Die Verbesserung des Einkaufserlebnisses.“ Dabei hat das Berliner Startup erst im Februar dieses Jahres eine Kosmetik-App gelauncht. Beim Ausbau der Dienste setzt Barcoo auch auf die Beacon-Technologie, die ist zwar „derzeit noch ein Hype ist, aber auf dem besten Wege sich als Gamechanger zu etablieren“, sagt Thym. Er fordert den Einzelhandel zu mehr Mut auf, denn mithilfe der Bluetooth-Low-Energy-Technologie könnte der lokale Handel endlich digitalisiert werden. „Dafür ist es wirklich an der Zeit“, sagt Thym, der auf der Konferenz Mobile meets POS am 26. Mai 2014 in Berlin sprechen wird.

Location Insider: Im November 2009 wurde Barcoo von Checkitmobile gekauft. Was hat sich seitdem getan?

Benjamin Thym: Durch den Zusammenschluss mit der checkitmobile GmbH hat barcoo an Schlagkraft gewonnen. Über 14 Mio Downloads und eine Verzehnfachung des Teams zeugen davon. Den Mehrwert, den barcoo Konsumenten in Sachen Transparenz bietet, hat sich ebenfalls vervielfacht. Neben dem Preisvergleich bietet barcoo den Nutzern direkt im Supermarkt die Möglichkeit per Barcode-Scan Gesundheits- und Nachhaltigkeitsinformationen abzurufen. Zu den wichtigsten Features gehören die Lebensmittel- und Kosmetik-Ampel, die Anzeige des CO2-Fußabdrucks, die Nachhaltigkeits-Ampel auf Herstellerbasis und der Produktvergleich.

Location Insider: Sie haben es bereits angesprochen, im Februar dieses Jahres hat Checkitmobile eine Kosmetik-App gelauncht. Warum wurden die Funktionen nicht in die Barcoo-App integriert?

Benjamin Thym: Die Funktion ist auch in der Mutter-App barcoo vorhanden. Wir haben mit Kosmetik-Check eine eigenständige App zum einfachen Überprüfen von Inhaltsstoffen in Kosmetik-Produkten herausgebracht, um eine spezielle Zielgruppe anzusprechen.

Location Insider: Sind weitere Stand-alone-Apps in Planung?

Benjamin Thym: Weitere Apps sind in Planung. Der gemeinsame Nenner mit barcoo ist, dass sie den alltäglichen Einkauf der Nutzer verbessern werden und dabei auf die besonderen Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen eingehen.

2014-04-19 14.31.30Location Insider: Seit März testet Barcoo eine neue Beacon-Lösung in der Mymuesli-Filiale am Münchner Viktualienmarkt. Um diese Technik geht es auch bei der Konferenz Mobile meets POS am 26. Mai 2014 in Berlin. Werden über die Beacons inzwischen auch Angebote versendet und wie sehen die ersten Zwischenergebnisse des Piloten aus?

Benjamin Thym: Die Pilot-Phase im Mymuesli-Store ist in vollem Gange und verläuft sehr positiv. Wie bei jeder neuen Technologie beobachten wir natürlich das Verhalten aller Parteien genau und verarbeiten alle Learnings sofort. Seit dem Launch Anfang März konnten wir zahlreiche weitere Kooperationen eingehen, wie zum Beispiel mit der Deutschen Bank oder INDIGO.

Location Insider: Ist die Beacon-Technik noch ein Hype oder schon ein Gamechanger für den Handel?

Benjamin Thym: Die Beacon-Technologie ist derzeit noch ein Hype aber auf dem besten Wege sich als Gamechanger zu etablieren. Allerdings braucht es dazu den Mut des Einzelhandels, um die Technologie bestmöglich zu nutzen. Durch die Beacons kann der lokale Handel endlich digitalisiert werden – dafür ist es wirklich an der Zeit! Die Technologie bietet wirklich spannende Wege, um mit dem Konsumenten wieder zu interagieren.

Location Insider: Wie genau können Anbieter verhindern, dass Kunden von Push-Nachrichten zugespamt werden?

Benjamin Thym: Das ist eine Herausforderung bei der wir ganz eng mit den Händlern zusammenarbeiten und mit unserer Expertise in Sachen Nutzeransprache punkten können. Der Schlüssel liegt hier in einer Kombination aus schlauem Targeting und granularem Opt-Out.

Location Insider: Sie setzen neben der Beacon-Technik auch Geofencing ein. Wie genau nutzt Barcoo Geofencing?

Benjamin Thym: Bei den Fällen ohne Microlocation-Advertising kann man Geofencing zufriedenstellend genau nutzen, um auch Konsumenten zu erreichen, die zum Beispiel Bluetooth noch ausgeschaltet haben.

Location Insider: Barcoo bacons war zwar nur ein Aprilscherz, aber wie weit ist es bis der smarte Kühlschrank zum Alltag gehört?

Benjamin Thym: Vielleicht brauchen wir ihn ja gar nicht. Aber falls er kommt, hoffe ich nicht vor 2030, damit wir alle das vielzitierte Visions-Beispiel des smarten Kühlschrankes noch lange nutzen können.

Location Insider: Was können wir von Barcoo dieses Jahr noch erwarten?

Benjamin Thym: Alle bestehenden barcoo Dienste werden ausgebaut und weiter optimiert. Eine fantastische neue App steht ebenfalls in den Startlöchern. Das Ziel bleibt jedoch dasselbe: Die Verbesserung des Einkaufserlebnisses unserer Nutzer steht im Fokus.

Location Insider: Vielen Dank für das Interview.

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