Interview: FutureTap-Gründer Ortwin Gentz stellt die neue „Wohin?“-Version vor.

von Christian Bach am 05.September 2014 in Interviews

Ortwin Gentz Wohon Where toWohin? Das weiß FutureTap-Gründer Ortwin Gentz ganz genau. Das Münchner Startup startet heute die siebte Version der „Wohin?“-App. Die mobile Anwendung ist eigenen Angaben zufolge eine „intelligente, lokale GPS-Suche“. Der Location-Finder kann mit dem Update nun auch mit dem Auto verbunden werden. „Es gibt es eine Vielzahl neuer Funktionen, zum Beispiel die BMW-ConnectedDrive-Unterstützung für die ‚Send-to-Car‘-Funktion, eine Companion-App für Pebble Smart-Watches und AirDrop zum Austauschen von Locations“, erklärt Gentz. Die „Wohin?“-App ist zwar nicht kostenlos, aber das kann auch ein Vorteil sein. „Denn als Anbieter einer Bezahl-App müssen wir den Kunden nicht an die Werbeindustrie ‚verkaufen‘. Das bedeutet, uns interessieren in allererster Linie beste Resultate und Usability, nicht die optimierte Platzierung von Werbung“, so der FutureTap-Gründer. „Wohin?“ ist aktuell in elf Sprachen verfügbar und deckt so einen Großteil der Welt ab. Dafür greift die Anwendung auf verschiedene Quellen zurück, wie zum Beispiel auf Daten von Gelbe Seiten, Google, OpenStreetMap und Wikipedia. Doch damit nicht genug. Ortwin Gentz will demnächst für sein zweites Produkt, die Street-View-App „Streets“, ebenso ein Update veröffentlichen.

LocationWhere to Wohin App 7.0 neue Version Insider: Hand aufs Herz: Welche standortbasierte App nutzen Sie, wenn Sie z.B. ein Restaurant in der Umgebung suchen und warum?

Ortwin Gentz: Natürlich nutze ich unsere „Wohin?“ App. Nicht nur, weil „Dogfooding“ zur Qualitätssicherung beiträgt, sondern auch weil ich in „Wohin?“ optimale Suchresultate erhalte und die Treffer einfach ans Navi weitergeben kann, zum Beispiel im Auto.

Location Insider: Sie versprechen Ihren Usern mit der Version 7.0 von „Wohin?“ u.a. „über 600 Such-Kategorien“. Welche weiteren Verbesserungen haben Sie vorgenommen?

Ortwin Gentz: Wir haben die Benutzeroberfläche komplett umgekrempelt und an den Look von iOS 7 angepasst. Dabei haben wir es nicht nur bei kosmetischen Änderungen belassen, denn wir wollten die Karte mehr in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. So ist die Karte praktisch überall sichtbar, auch auf der Detailseite eines Treffers. Die Entwicklung war ein Heidenaufwand, speziell für all die Animationen, aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Daneben gibt es eine Vielzahl von neuen Funktionen, zum Beispiel BMW ConnectedDrive-Unterstützung für die „Send-to-Car“-Funktion, eine Companion-App für Pebble Smart-Watches und AirDrop zum Austauschen von Locations.

Location Insider: Ihr Slogan „Entdecke die besten Locations nah und fern!“ erinnert sehr an Foursquare, Yelp, Tripadvisor, Google Maps usw. Wie wollen Sie sich von diesen übermächtigen Konkurrenten unterscheiden und gegen sie durchsetzen?

Ortwin Gentz: Ein ganz wichtiger Unterschied: Als Anbieter einer Bezahl-App müssen wir den Kunden nicht an die Werbeindustrie „verkaufen“. Das bedeutet, uns interessieren in allererster Linie beste Resultate und Usability, nicht die optimierte Platzierung von Werbung. Wir haben aber auch diverse Alleinstellungsmerkmale wie die gerade genannte „Send-to-Car“-Funktion.

Location Insider: Sind Sie mit „Wohin?“ auch international vertreten? Will heißen: Finde ich mit Ihrer App auch ein italienisches Restaurant in New York?

Ortwin Gentz: Ja, die App ist in 11 verschiedene Sprachen lokalisiert und deckt damit einen Großteil der Welt ab. Das Schöne ist, dass die App dabei on-the-fly übersetzt: Man wählt also bei einem Spanien-Aufenthalt wie gewohnt den Friseursalon aus, die App sucht aber nach „Peluquería“. Oder wenn man nach „Fast Food“ sucht, weiß die App genau, welche Ketten in welchem Land präsent sind.

Location Insider: Welche Datenbanken nutzen Sie für Ihre LBS-App? Sie können ja nicht sämtliche Daten selbst einpflegen.

Ortwin Gentz: Wir kombinieren eine Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen, da alle jeweils ihre Stärken und Schwächen haben. Wir greifen unter anderem auf Daten von Gelbe Seiten, Google, OpenStreetMap und Wikipedia zurück.

Location Insider: Bisher gibt es „Wohin?“ für iOS. Planen Sie auch eine App für andere System? Wenn ja, wann und für welche?

Ortwin Gentz: Bislang planen wir keine Version für andere Plattformen. Android ist aufgrund der Entwicklung des Marktanteils sicher interessant. Allerdings sind dort die Nutzer noch weniger als im iOS-Bereich bereit, für gute Apps Geld auszugeben. Dies und der hohe Test-Aufwand durch die Geräte- und OS-Fragmentierung lassen uns vor einer Android-Portierung derzeit zurückschrecken.

Location Insider: Planen Sie ein weiteres Update für dieses Jahr? Woran tüfteln Sie sonst noch?

Ortwin Gentz: Demnächst wird auch unser zweites Produkt, die Street View App „Streets“ für iPhone und iPad, mit einem größeren Update bedacht. Es bleibt auf jeden Fall spannend!

Location Insider: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere spannende Interviews zu Location-based Services:


Artikel teilen




Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von Location Insider. Wir liefern darin täglich gegen 11 Uhr business-relevante Hintergründe zur Digitalisierung des Handels.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.