Interview: Plentymarkets-Gründer Jan Griesel über erfolgreiches Verkaufen auf Marktplätzen.

von Gastautor am 28.August 2019 in Interviews, Marktplätze, News

„Der erfolgreiche E-Commerce-Händler kann und muss heute also zwischen einer großen Auswahl an Marktplätzen wählen“, sagt Jan Griesel, Gründer und CEO von Plentymarkets, einem E-Commerce-Komplettsystem für Online-Händler, Mittelstand und Großunternehmen. Im Vorfeld der Mobile in Retail (29./30. Oktober 2019 in Berlin) hat unser Partner GS1 Germany für unser gemeinsames Whitepaper „Marketing-Trends für Händler & Marken“ mit Jan Griesel darüber gesprochen, wie man erfolgreich auf Marktplätzen verkaufen kann und welche Plattformen die besten sind. Eine Leseprobe.

Warum sollte man als Anbieter auf mehreren Marktplätzen aktiv sein? Welche Unterschiede gibt es in den Plattformen und deren Kunden?

Jan Griesel: Der deutsche E-Commerce Umsatz legte in den letzten Jahren weiterhin stark zu. Jedoch sind es vorrangig die großen Shops, die das stärkste Wachstum verzeichnen. Laut EHI sind die drei größten Shops in Deutschland Amazon, Otto und Zalando, alle drei sind gleichzeitig Marktplätze. Folglich können Händler und Hersteller vom starken Wachstum der großen Shops partizipieren, wenn diese ihre Angebote dort positionieren.

Jeder Marktplatz hat seine eigene Kundschaft, Portfolio und eigene Regeln. Es gibt große Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Warenkorbgrößen, den Absatzzahlen und der Qualität der angebotenen Produkte. Wir haben bei unseren Händlern gemessen, dass ein Amazon-Warenkorb im Schnitt 38 EUR wert ist und meist aus genau einem Artikel besteht. Dahingegen ist ein Warenkorb auf Real.de rund 80 EUR wert, gleichzeitig ist der Umsatzanteil von Amazon um ein vielfaches höher. Wir haben weiterhin festgestellt, dass die Anzahl der parallel genutzten Vertriebskanäle bei unseren Händlern in den letzten Jahre stetig zugenommen hat: in 2018 nutzte ein plentymarkets-Händler im Schnitt sieben digitale Vertriebskanäle und diversifizierte so die Herkünfte der Umsätze recht stark. Das bedeutet für plenty-Händler keinen großen Aufwand, da sie ihre Produkte, Bestände und Preise in nur einer Software pflegen müssen und der Abgleich mit den angebundenen Marktplätzen voll automatisiert abläuft. Der erfolgreiche E-Commerce-Händler kann und muss heute also zwischen einer großen Auswahl an Marktplätzen wählen.

Wie funktioniert das Ranking auf Marktplätzen? Wo­rauf sollten Verkäufer besonders achten, um gut sichtbar zu sein?

Jan Griesel: Zu Markplatz SEO gibt es viele Bücher, Vorträge und Abhandlungen – es ist also ein großes Thema für jeden Händler. Dem Ranking liegt ein nicht öffentlich bekannter Algorithmus zugrunde, der neben Keywords, Performance-Faktoren wie Sales-Rank, Preisgestaltung und Bewertungen auch die Service-Qualität der Händler berücksichtigt. Das Ranking dient aus Sicht des Marktplatzes lediglich einem Zweck: der Besucher soll so früh als möglich ein für ihn passendes Produkt finden, welches ihn in guter Qualität zügig erreicht.

Wir raten unseren Händlern sich mit jedem Marktplatz separat zu beschäftigen und die technischen Möglich­keiten auch zu nutzen. Bietet ein Marktplatz beispielsweise die Möglichkeit, kategorieabhängige Produkt­merkmale zu definieren, dann sollten dies auch detailliert gepflegt werden. Denn diese Daten dienen als Basis für die Produktsuche und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die eigenen Angebote im passenden Moment eingeblendet werden. Gleichermaßen kann ein Missbrauch von unnötigen oder falschen Angaben (Keyword-Spamming) auch dazu führen, dass Angebote eine Zeit lang optimal eingeblendet werden, da der Betrachter aber andere Produkte erwartet, führt dies zu einem negativen­ View-Sale-Verhältnis und das Produkt wird niedriger gerankt.

plentymarkets bietet die optimale Plattform, um Produktinformationen auf die unterschiedlichen Kanäle zu bringen, darüber hinaus bieten wir beispielsweise für ebay ein kostenloses SEO-PlugIn an, welches alle Artikel nach Rankingkriterien überprüft.

Welche Rolle spielen Standards wie die GTIN / EAN beim Verkauf auf Marktplätzen? Zum Beispiel im Hinblick auf Brand Safety und Qualitätssicherheit?

Jan Griesel: Zu einem erfolgreichen Marktplatz SEO gehören auch Produktdaten in höchster Qualität. Dies kann eigentlich nur durch eine von GS1 Germany ausgegebene GTIN (vormals EAN) gewährleistet werden und deswegen fordert Amazon zum Beispiel diese ja auch konsequent ein. Aber auch bei anderen Markplätzen werden diese Standards immer wichtiger und teilweise obligatorisch. Durch eine GTIN ist ein Produkt eben weltweit verwechslungssicher, lässt sich bei der Suche auf dem Marktplatz einwandfrei identifizieren und sorgt so für ein besseres Ranking für den Verkäufer. Auch plentymarkets setzt auf die Erfüllung dieser Standards und wird in Zukunft noch enger mit GS1 Germany zusammenarbeiten, um diese effektiv zu kontrollieren und für plenty-Händler sowohl für Marktplätze als auch für POS, Stichwort Barcode-Standards, bereit zu stellen.

Lesetipp

Dieses Interview erschien zuerst im Whitepaper „Marketing-Trends für Händler & Marken“ von GS1 Germany, Location Insider und mobilbranche.de. Lesen Sie in dem Whitepaper zudem folgende Themen:

  • Die Evolution von E-Commerce zu M-Commerce
  • Social Shopping: Einkaufen via Instagram & Co.
  • Case Study: Wie Under Armour sein Image mit Influencern stärkt
  • One Shop Fits All: Vorteile von Marktplätzen nutzen
  • Retail Media: Wie Marken in Onlineshops werben
  • Künstliche Intelligenz für den Handel
  • Mehr Struktur, Orientierung und Inspiration in Webshops durch Online Category Management

Das Whitepaper „Marketing-Trends für Händler & Marken“ können Sie hier kostenlos herunterladen!


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