Interview: Stefan Clemens von NCR über Self Checkout und Self Scanning.

von Gastautor am 29.August 2019 in Interviews, News, Payment

„Self-Scanning bewährt sich besonders bei größeren Einkäufen, da Kunden nicht mehr ihren gesamten Einkauf an der Kasse noch einmal aufs Band legen oder in die Hand nehmen müssen“, sagt Stefan Clemens, Retail Area Sales Leader für die Regionen DACH und Benelux bei NCR. Für das Whitepaper „Payment-Trends für Händler, Marken & Finance“ hat unser Partner GS1 Germany im Vorfeld der Mobile in Retail (29./30. Oktober 2019 in Berlin) mit ihm über den Vormarsch des Selbstkassierens gesprochen. Eine Leseprobe.

Wie weit sind deutsche Händler beim Thema Self Checkout und warum sind andere Länder hier womöglich weiter?

Stefan Clemens: Self-Checkout nimmt in Deutschland langsam Fahrt auf, doch im Vergleich zu anderen Ländern in Europa haben wir noch Aufholpotenzial. Doch viele Händler haben den Nutzen erkannt und sehen, dass Kunden den Service gerne annehmen. So werden immer mehr neue Märkte mit SB-Systemen ausgestattet und wir werden immer mehr Systeme im Einsatz sehen.

Self-Scanning, Self-Checkout, mit Smartphone oder Device: Welche Form wird sich in Deutschland am ehesten durchsetzen? Gibt es Branchen, die besonders gut geeignet sind?

Stefan Clemens: Aus unserer Sicht wird es eine Mischform von allen Varianten geben, um den unterschiedlichen Kundenvorlieben gerecht zu werden. Nicht jeder Kunde hat ein Smartphone oder möchte es zum Scannen nutzen, daher empfehlen wir Einzelhändlern, die Self-Scanning einführen möchten, beide Optionen anzubieten. Aktuell sehen wir, dass gestellte Scanner beliebter sind, denn da wird der Checkout an einer SB-Kasse abgeschlossen, an der Bar oder mit Karte gezahlt werden kann. Self-Scanning bewährt sich besonders bei größeren Einkäufen, da Kunden nicht mehr ihren gesamten Einkauf an der Kasse noch einmal aufs Band legen oder in die Hand nehmen müssen. Deshalb ist Self-Scanning im Lebensmitteleinzelhandel und in Baumärkten beliebt.

Welche Rolle spielen Zahlungsmöglichkeiten? Sollten Self-Checkout-Kassen Karten- und Barzahlungen akzeptieren?

Stefan Clemens: In Deutschland ist es nach wie vor wichtig, Barzahlungen anzubieten, um die Akzeptanz von Self-Checkout zu gewährleisten. Auch wenn die Zahl der Kartenzahlungen im Handel kontinuierlich steigt, zahlen viele Kunden kleinere Einkäufe immer noch am liebsten mit Bargeld. Ausnahmen sind spezielle Formate wie beispielsweise Händler an Flughäfen oder Bahnhöfen, wo Kunden es eilig haben und Kartenzahlungen deutlich schneller gehen.

Was sind die größten Vorteile für Händler bei der Integration von Self-Checkout-Systemen?

Stefan Clemens: Die zentralen Vorteile sind folgende:

  • Mehr Kassen, die immer geöffnet haben – auf der Fläche einer Kasse können drei Self-Checkout-Kassen untergebracht werden
  • Längere Öffnungszeiten mit gleichem Personalbedarf
  • Personal kann stärker in der Fläche arbeiten, wenn Mitarbeiter von der Kassentätigkeit entlastet werden
  • Mehr Service für Kunden, die SB bevorzugen
  • Weniger Aufwand im Cash-Management
  • Weniger Wartezeiten für die Kunden
  • Höhere Kundenbindung

Lesetipp

Dieses Interview erschien zuerst im Whitepaper „Payment-Trends für Händler, Marken & Finance: Zahlungssysteme und Mehrwertdienste für eCommerce und POS“ von GS1 Germany, Location Insider und mobilbranche.de. Lesen Sie in dem Whitepaper zudem folgende Themen:

  • Ba-Bing! Mobile Payment auf dem Vormarsch
  • Wallet-Apps: Die neue Heimat für Kundenkarten und Coupons
  • Self Checkout & Self Scanning: Das Selbstkassieren nimmt Fahrt auf.
  • Digital Identity: Mit einem Account auf diversen Websites einloggen
  • Kurz-Interviews mit Experten von Adyen und CCV

Das Whitepaper „Payment-Trends für Händler, Marken & Finance“ können Sie hier kostenlos herunterladen!


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