Jetzt doch? Amazon will offenbar Filialen einer US-Elektronikkette übernehmen.

von Christian Bach am 03.Februar 2015 in News

KLEIN Radioshack Filiale store geschäftVon Online zu Offline: Jeff Bezos hat Amazon 1994 als reinen Online-Händler gestartet. Nun könnte der E-Commerce-Riese, nachdem er so manchen Händler aus den Innenstädten gefegt hat, doch noch zu eigenen Filialen kommen. Denn Amazon will einige Geschäfte des angeschlagenen US-Elektrohändlers RadioShack übernehmen, berichtet Bloomberg. Demnach befindet sich Amazon in Verhandlungsgesprächen mit der insolventen Elektronikkette. Amazon könnte aus der Insolvenzmasse günstig an eigene Filialen kommen. Dort könnte es zum Beispiel eigene Hardware, wie den E-Reader Kindle und das Smartphone Fire Phone, verkaufen. Es ist aber auch denkbar, dass Amazon die Läden als Lager- und Abholplätze nutzt, um Produkte noch schneller an die Kunden zu liefern. Das US-Unternehmen würde damit einen weiteren großen Schritt Richtung Omnichannel-Händler gehen. Es spricht jedoch auch etwas dagegen: Amazon sollte bereits Ende 2014 einen Laden in New York eröffnen. Daraus ist bislang auch nichts geworden.

Amazon Gebäude in Santa ClaraIm Oktober berichtete unter anderem das „Wall Street Journal“, dass Amazon einen eigenen stationären Laden in New York eröffnen soll. Dem Bericht zufolge sollte das Geschäft des US-Onlineriesen in Manhattan noch vor Weihnachten starten. Der Standort konnte eigentlich nicht besser sein – direkt gegenüber befindet sich das Empire State Building. Eine Straße weiter ist unter anderem Macy’s Flagship-Store, also eine stark frequentierte Fußgängerzone.

Radioshack dagegen besitzt bereits mehr als 4.000 eigene Filialen in den USA. Die US-Elektronikkette bereitet sich aber im Gegensatz zu Amazon mit dem Ausverkauf bereits auf die Einreichung der Insolvenz Anfang Februar vor. Mit dem drohenden Ende beginnt nun der Run auf die besten Standorte. Denn neben Amazon interessiert sich zum Beispiel auch der US- Mobilfunkbetreiber Sprint Corporation für 1.300 bis 2.000 Filialen. Vor einem Jahr versuchte Radioshack das Ruder noch mit einem interaktiven Ladenkonzept herumzureißen. Die US-Elektronikkette hat damals in New York die erste Filiale mit In-Store-Tablets, Touchscreens und neuen Apps ausgestattet. Dadurch sollten Kunden verkaufsbegleitend bei der Produktauswahl und Recherche unterstützt werden. „Das ist darwinistischer Handel vom Feinsten – Radioshack weiß, dass sie sich weiter entwickeln müssen, um zu überleben“, sagte damals ein US-Analyst. Bereits einen Monat später wurde bekannt, dass die US-Elektronikkette 1.100 stationäre Filialen schließen wird. Damit hatte sich das US-Unternehmen der starken Online-Konkurrenz gebeugt. Nun werden vielleicht sogar die letzten Reste von einem der größten Player übernommen. (Bild via shutterstock.com)
bloomberg.comlocationinsider.de (Hintergrund Amazon in NY)

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