KI treibt Investitionen im Handel.

von Stephan Lamprecht am 19.Februar 2020 in News, Trends & Analysen

Im Rahmen der EuroShop 2020 haben das EHI und Microsoft gemeinsam ein Whitepaper aufgelegt, das sich mit Anwendungsgebieten und Erwartungen des Handels an Systeme mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Um die Vorteile der Technologien nutzen zu können, ist der Handel zu entsprechenden Investitionen bereit.

Das kostenlos abrufbare Whitepaper beschäftigt sich mit verschiedenen KI-Anwendungen in der Praxis des Handels. So werden der Entwicklungsstand und die Einschätzung des Potentials von KI beim Bestandsmanagement, Dynamic Pricing, smarten Energiemanagement, Produktempfehlungen oder auch visueller Suche beschrieben. Dabei liefert das Dokument auch zahlreiche Beispiele aus der Praxis.

In zwei Bereichen sieht der Handel offenbar besonders großes Potential: Dynamic Pricing und Predictive Analytics. Beide werden aber unterschiedlich bewertet, was auch damit zu tun hat, dass sich dynamische Preisbildung nicht für jedes Segment eignet und längst nicht alle Händler die Voraussetzungen dafür erfüllen.

In der KI-gesteuerten Analyse von großen Datenmengen, Predictive Analytics, sehen sich die Händler durch Investitionen aus den vergangenen Jahren recht gut aufgestellt. Die vorausschauenden Analysen insbesondere von Abverkäufen und Bestandsveränderungen und die sich daraus ableitende Auswirkungen auf Warenverteilung und deren Platzierung werden je nach Branche unterschiedlich eingeschätzt. Für Fashion-Händler ist beispielsweise die Warenverteilung häufig wichtiger als die vorausschauende Analyse der Abverkäufe, da große Teile des Sortiments nicht nachgeordert werden können.

Sehr geteilt sind die Ansichten zu Dynamic Pricing. Ein Teil der Unternehmen steht dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber. Sie sehen es als zwingend an, um dem Online-Wettbewerb entgegentreten zu können. Im stationären Handel erfüllen aber nicht alle Händler die Voraussetzungen, um Dynamic Pricing nutzen zu können. Im Modehandel ist die digitale Preisauszeichnung oft noch gar nicht im Einsatz. Einige Unternehmen schreckt auch das Risiko, den Kunden durch untertägige Preisänderungen zu verunsichern oder zu verärgern.

„Der Handel hat das große Potenzial von künstlicher Intelligenz zweifellos erkannt“, sagte Xenia Giese, Industry Executive Retail & Consumer Goods bei Microsoft Deutschland und Co-Autorin der Studie. Sie sieht aber noch die Notwendigkeit gezielter Investitionen. Gefragt sind Anwendungen, die aus großen Datenmengen in echte Einsichten über den Kunden übersetzen. Zu bedenken sei indes auch, dass sich KI nur dann rechnen könne, wenn sie idealerweise über mehrere Prozesse hinweg eingesetzt wird.

Das Whitepaper können Sie beim EHI herunterladen.


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