Knuspr-Mutter Rohlik bekommt 220 Millionen, Asos hat zu kämpfen, Lego baut erste Fabrik in den USA.

von Florian Treiß am 17.Juni 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

eigentlich sollte das seit Januar geltende Plastiktüten-Verbot helfen, die Müllberge in Deutschland zu reduzieren. Doch das Gesetz ist löchrig wie ein Schweizer Käse, denn nur Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis maximal 49 Mikrometern sind nun verboten. Einige Händler bieten daher dickere Plastikttüten mit Wandstärken zwischen 50 und 60 Mikrometern an. Doch sind das nun wirklich „Schummeltüten“, wie Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) behauptet? Denn eigentlich war die Idee des Gesetzes, das solche dickeren Tüten eben auch besser mehrfach verwendet werden können.

Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

Knuspr-Mutter Rohlik bekommt 220 Millionen, Südzucker erhöht Prognose, Asos hat zu kämpfen

Während Quick-Commerce-Anbieter wie Gorillas aktuell zu kämpfen, überrascht nun der Betreiber des jungen Lebensmittel-Lieferdienstes Knuspr mit einer großen Finanzierungsrunde: Dessen tschechische Muttergesellschaft Rohlik bekommt 220 Millionen Euro. Die Finanzierungsrunde wird angeführt von der belgischen Investmentgesellschaft Sofina, die neu bei Rohlik einsteigt, auch Bestandsinvestoren wie Index Ventures und Rohlik-Gründer Tomáš Čupr (siehe Foto) legen nach. Die Mittel will Rohlik verwenden, um technische Innovationen wie die Automatisierung von Fulfillment-Zentren voranzutreiben, in elektrische Lieferfahrzeuge zu investieren und um die weitere Expansion in bestehenden Märkten voranzutreiben.

Die Südzucker AG hat nach vorläufigen Zahlen im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2022/23 (1. März bis 31. Mai 2022) den Konzernumsatz auf rund 2,25 (Vorjahr: 1,75) Milliarden Euro und das Konzern-EBITDA deutlich auf rund 230 (Vorjahr: 121) Millionen Euro gesteigert. Für das Geschäftsjahr 2022/23 hat der Konzern im Zuge dessen seine Prognose erhöht und erwartet nunmehr einen Umsatz von 8,9 bis 9,3 Milliarden Euro (bisherige Prognose: 8,7 bis 9,1; Vorjahr: 7,6). Das operative Konzernergebnis wird nun in einer Bandbreite von 400 bis 500 Millionen Euro erwartet, während es im Vorjahr bei 332 Millionen Euro lag.

Der britische Online-Modehändler Asos, der auch in Deutschland mit About You und Zalando konkurriert, hat in den letzten drei Monaten einen Umsatz von 983,4 Millionen Pfund erzielt und damit etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (987,9 Millionen). Rechnet man das eingestellte Russland-Geschäft heraus, ergibt sich noch ein Plus von 4 Prozent. Insgesamt dürfte das aktuelle Geschäftsjahr, das am 31. August endet, mit einem Jahresumsatz von 4,1 Milliarden Pfund schließen, während die für 2025 angepeilten 7 Milliarden Pfund hinfällig sein dürften, vermutet Exciting Commerce. Durch den stark gesunkenen Börsenkurs wird Asos zudem zum Übernahmekandidaten z.B. für Zalando, wie das E-Commerce-Blog in einem weiteren Beitrag schreibt.

Lego baut erste Fabrik in den USA, Norrøna in München eröffnet, Ankorstore mit Gründer*innen-Programm

Der dänische Spielwarenriese Lego nimmt rund eine Milliarde Dollar in die Hand, um seine erste Fabrik in den USA zu bauen und damit die gestiegene Nachfrage nach den Bausteinen zu decken. In Chesterfield County, Virginia, soll auf 160.000 Quadratmetern ein Werk entstehen, das 1.760 Menschen beschäftigt. Die Fabrik soll CO2-neutral arbeiten, u.a. indem direkt auf dem Werksgelände ein eigener Solarpark errichtet wird. Erst im Dezember hatte Lego angekündigt, in Vietnam eine neue Fabrik zu errichten. Wenn beide Werke fertigstellt sind, wir Lego über weltweit sieben Produktionsstätten für seine Bausteine verfügen. 2021 hatte Lego seinen Umsatz um 27 Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro steigern können.

Die norwegische Outdoor-Marke Norrøna hat ihren ersten Flagship-Store in Deutschland eröffnet, und zwar in der Sendlinger Straße in München. Auf rund 400 Quadrametern bietet der Laden alles, was „Freunde des Frischluftsports“ brauchen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Dabei gilt München als schwieriger Markt für einen Deutschlandstart, doch der norwegische Botschafter Torgeir Larsen sah das bei der Einweihungsfeier am Dienstagabend positiv und sagte laut „SZ“: „München ist ein sehr fordernder Markt. Wenn du es hier schaffst, schaffst du es auch im Rest von Deutschland.“ Eindrücke von der Eröffnungsparty und vom Store gibt’s bei Profashionals.

Der B2B-Marktplatz Ankorstore aus Frankreich, der Einzelhändlern den Einkauf bei aktuell rund 20.000 Marken ermöglicht, ruft Ankorstart ins Leben, einen kostenlosen Service, der Unternehmer*innen in den ersten Phasen ihres Einzelhandelslebens unterstützt: vor, während und nach der Eröffnung ihres Geschäftes. Das Ziel: Bis Ende dieses Jahres soll 5.000 Gründer*innen von Einzelhandelsläden dazu verholfen werden, erfolgreiche Geschäftsinhaber*innen zu werden. Durch das Zurverfügungstellen von Tools, Lösungen und Ratschlägen durch Einzelhandelsexperten will Ankorstart Gründer*innen so bei ihrer unternehmerischen Reise unterstützen.

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Handy-Rückgabeautomat im Test, Retail-Innovationen gesucht

MediaMarkt bietet mittlerweile in allen Filialen in Deutschland einen Handy-Rückgabeautomaten an, mit dem Kund*innen ihre alten Mobiltelefone in Zahlung geben können und dafür einen Einkaufsgutschein erhalten können. In der Regel werden die Smartphones, die der Rückgabe-Automat annimmt, generalüberholt und weiter verkauft – und bekommen somit ein zweites Leben. Eignet sich das jeweilige Gerät nicht mehr für den Weiterverkauf, wird es verantwortungsbewusst recycelt. Wie der Automat genau funktioniert und ob es sich lohnt, ihn zu nutzen statt es zum Beispiel über eBay Kleinanzeigen mit einem Verkauf zu versuchen, hat das Magazin Inside Digital einmal ausprobiert.

Das Kompetenznetzwerk Handel der Hochschule DHBW in Heilbronn sucht für seine Retail Innovation Challenge nach Technologie-, Geschäftsmodell- und nachhaltigkeitsbezogenen Innovationen für den Einzelhandel. Bei dem Wettbewerb mitmachen können Händler, Technologieanbieter, Dienstleister, Startups und alle anderen Unternehmen, die Innovationen im Einzelhandel hervorgebracht haben. Prämiert werden nur Innovationen, die bereits umgesetzt oder zumindest pilotiert sind. Eine Teilnahme am Wettbewerb ist kostenlos bis zum 15. August möglich. Die besten Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre Innovationen auf den Retail Innovation Days 2022 live vorzustellen.

Veranstaltungstipps

Immer freitags empfehlen wir Ihnen an dieser Stelle spannende Veranstaltungen für Händlerinnen und Händler. Unsere aktuellen Tipps:

Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Eventkalender.

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