LBS-Monitor 2014: Standortbasierte Dienste nehmen weiter an Fahrt auf.

von Christian Bach am 21.Mai 2014 in Trends & Analysen
Verteilung deutscher Location-based-Services nach Kategorien für 2014

Verteilung deutscher Location-based-Services nach Kategorien für 2014

Alles auf Position: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) und das Berliner Unternehmen Goldmedia haben den aktuellen Location-based Services (LBS) Monitor 2014 zum Thema „Angebote, Nutzung und lokale Werbemarktpotenziale ortsbezogener, mobiler Dienste in Deutschland“ veröffentlicht. Für die Marktstudie wurden im Projektzeitraum zwischen Dezember 2013 und April 2014 unter anderem LBS-Anbieter und -Nutzer befragt. BLM-Präsident Siegfried Schneider zeigte sich positiv überrascht von den Ergebnissen: „Es freut mich, dass Bayern das Bundesland mit den meisten LBS-Angeboten ist. Es zeigt die Innovationskraft Bayerns in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Medien oder Navigation in Verbindung mit ortsbezogenen Diensten.“ Die Untersuchung zeigt, dass es dieses Jahr 927 LBS-Anbieter in Deutschland gibt – ein Marktwachstum von 713 Prozent im Vergleich zu 2013. Diese Anbieter erwirtschaften 2014 einen Umsatz von rund 97 Mio Euro. 37 Prozent dessen wird durch Werbung eingetrieben. Rund ein Viertel der standortbasierten Apps sind kostenlos. Dennoch bleibt die Monetarisierungsquote mit 3 Prozent weiterhin gering. Die User nutzen diese mobilen Anwendung hauptsächlich zwischen 15 und 21 Uhr, im Durchschnitt aber nur 11 Min am Tag. Laut der Untersuchung finden vor allem kommerzielle Standort-Informationen hohe Zustimmung, wie zum Beispiel Apps mit Shopping-Informationen, Preis-Vergleichen und Coupons. Dennoch bilden Tourismus- und Mobilitäts-Apps zusammen rund 60 Prozent des LBS-Marktes. Das Wachstum des LBS-Marktes wird sich weiter fortsetzen. Grund dafür sind unter anderem Beacons und Wearables, da sie standortbasierte Dienste in der Öffentlichkeit etablieren können, so die Studie. Gleichzeitig sollen die Monetarisierungsquoten langsam ansteigen. Durch die anwachsende Anzahl der LBS-Anbieter wird auch der Wettbewerb in der Branche zunehmen.

Explosionsartiges LBS-Wachstum in Deutschland: Von 95 auf 927 deutsche Anbieter in nur drei Jahren

Anzahl und Wachstum der Location-based Service-Anbieter in Deutschland von 2005 bis 2014

Anzahl und Wachstum der Location-based Service-Anbieter in Deutschland von 2005 bis 2014

Die Anzahl der LBS-Anbieter in Deutschland ist von 8 im Jahr 2005 bis 927 diese Jahr stark angestiegen. Zwischen 2012 und 2014 wuchs LBS-Branche um rund 713 Prozent von 130 auf 927 LBS-Anbieter. Nach einem kurzen Wachstumshoch 2008 flachte die Kurve wieder ab. Das durchschnittliche Branchenwachstum beträgt 69,6 Prozent im Jahr. Der Anbieter-Churnlag dieses Jahr liegt bei 0,06 Prozent denn 42 Anbieter stellten den Betrieb ein und 747 neue kamen hinzu.

Case Study: O2More Local

Case Study - O2More LocalEinen besonderen Blick wirft der LBS-Monitor 2014 auf verschiedene Fallbeispiele. O2 bietet zum Beispiel einen kommerziellen Location-based-Messaging Dienst für lokale Angebote, bei dem registrierte Kunden über Deals aus der unmittelbaren Umgebung per SMS oder MMS informiert werden. Im Gegensatz zu Smartphone-Apps funktioniert der Versand mit jedem Mobiltelefon, denn in Deutschland besitzen noch rund 40 Prozent der Mobilfunkkunden ein Featurephone. Bei O2More Local erfolgt die Geolocation mittels des Mobilfunknetzes. Um definierte Locations, zum Beispiel Geschäfte, teilnehmender Unternehmen werden virtuelle Geofences gelegt. Betritt ein Kunde diesen Bereich, erhält er ein entsprechendes Angebot des Unternehmens über eine Nachricht zugesendet. Binnen weniger Monate nach dem Launch nutzen rund 500.000 Kunden den Service. Laut O2 wird eine Weiterempfehlungsrate von bis zu 70 Prozent erzielt.


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