Lieferando findet neue Kooperationspartner, Shopware sichert sich 100 Mio., Monoprix bringt Q-Commerce-Lieferdienst.

von Stephan Lamprecht am 09.Februar 2022 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das ist uns vor lauter Vorfreude auf die Weihnachtspause dann doch glatt durchgerutscht. So schafft es die Nachricht dann nur noch als Kuriosum in diese Zeilen. In Großbritannien macht Discounter Aldi ja viele Dinge völlig anders als hierzulande; die britische Insel ist offenbar das Retail-Lab für das Unternehmen. Dazu passt dann auch die Champagner-Bar, die Aldi in London temporär eröffnet hatte. Das Ambiente sah jedenfalls nett aus. Und damit zu unseren News des Tages. 

Herzliche Grüße, Ihr Stephan Lamprecht

Götz Werner gestorben, Länder ringen um 2G im Handel, Lieferando findet neue Kooperationspartner

Im Alter von 78 Jahren verstarb Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarktkette dm. Und damit eine der umtriebigsten Unternehmerpersönlichkeiten der bundesdeutschen Geschichte. 1973 gründete er seinen ersten Drogeriemarkt. Die 70er-Jahre waren so etwas wie das goldene Zeitalter der Drogeriemärkte. Nicht zufällig wurden auch Rossmann und Schlecker in dieser Zeit gegründet. Schließlich fiel die bisher geltende Preisbindung für Drogerieartikel. Was als einzelne Drogerie begann, ist heute ein Unternehmen, das mehr als 66.000 Menschen beschäftigt und einen Umsatz jenseits von 12 Mrd. Euro erzielt. 

Unübersichtlich: Mit diesem Wort lässt sich am besten die Nachrichtenlage zum Thema 2G-Regelung um Einzelhandel beschreiben. Hieß es gestern noch für einige Stunden, dass Berlin die Regelung aufheben wolle, gab es wenige Stunden später ein Dementi. Sicher scheint aktuell, dass Brandenburg 2G durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzen will. Diesen Weg beschreitet ab Sonnabend auch Hamburg, während die Politik in Rheinland-Pfalz noch um einen Beschluss ringt. 

Um sein Angebot jenseits von zubereiteten Speisen zu erweitern, arbeitet Lieferando in Zukunft mit weiteren Handelspartnern zusammen. Food.de, Grovy und Wuplo ergänzen das Angebot, damit die Kund:innen frische Zutaten, Snacks und Lebensmittel ordern. Food.de soll sich um Lebensmittel und Drogerieartikel in Leipzig kümmern, Grovy bringt Lebensmittel in Frankfurt, während Wuplo in Berlin für Berlin zuständig sein wird. 

Shopware sichert sich 100 Mio, GoCardless wird zum Unicorn, Zahlungsmix im Handel entscheidend

Der Anbieter einer Softwarelösung für Digital Commerce, Shopware, sichert sich eine Finanzierung in Höhe von 100 Mio. Dollar. Das Wachstumskapital stammt von Carlyle und Paypal. Die Mittel sollen insbesondere die internationale Expansion des Unternehmens fördern, das 350 Menschen beschäftigt. Wie Shopware angibt, haben seine Händlerkund:innen im Jahr 2021 ein Gross Merchandise Volume (GMV) von knapp 20 Mrd. US-Dollar erzielt. 

Das britische Fintech GoCardless bietet direkte Bankzahlungen an. In Deutschland ist das weniger spannend, schließlich haben hierzulande Überweisungen und Lastschriften eine lange Tradition. Das sieht in anderen Regionen anders aus. So sorgte GoCardless jüngst für Schlagzeilen, nachdem sich der schwedische Zahlungsabwickler Klarna für GoCardless entschieden hat, um Kund:innen in den USA die Zahlungen direkt vom Konto zu ermöglichen. Im Rahmen einer Serie-G-Finanzierung sichert sich GoCardless 312 Mio. Dollar. Mit einer Bewertung von 2,1 Mrd. Dollar wird das Fintech damit zum jüngsten Unicorn in Europa respektive Großbritannien.

Es wird viel über das Ende des Bargelds im stationären Handel orakelt. Oder über den Siegeszug von Kryptowährungen wie Bitcoin auch im Supermarkt philosophiert. Wie sehen denn stationäre Händler selbst die Zukunft des Bezahlens im Laden? Das wollte Payone (Joint Venture von Wordline und den Sparkassen) wissen und hat sie befragt. Zwei Dinge fallen unmittelbar auf. Einerseits würden Händler die Gesichtserkennung auf dem Kassensystem begrüßen. Und Bargeld verliert zwar leicht an Bedeutung, spielt aber in der Planung des Handels offensichtlich weiter große Rolle. 

Umgang mit Zahlungssystemen heute und in fünf Jahren. Quelle: Payone

Depot eröffnet, Decathlon schließt, Monoprix bringt Q-Commerce-Lieferdienst

Gleich zwei neue Filialen wird Depot morgen eröffnen. In Celle sperrt eine Filiale mit 450 Quadratmetern erstmals ihre Türen auf. Die gleiche Größe umfasst der neue Store, der im österreichischen Kitzbühel eröffnet. 

Dagegen wird Decathlon im kommenden Monat seine letzten beiden Filialen in den USA schließen. 2017 kehrte das französische Unternehmen in die USA zurück, will sich im Rahmen eines Strategiewechsels dort aber zukünftig auf den Online-Handel fokussieren. Zudem sollen die Produkte stationär über andere Händler verkauft werden, dazu zählen Walmart und Target. 

Die französische Kette Monoprix hat in ihrem Heimatland bisher mit Amazon zusammengearbeitet. Kund:innen von Amazon Prime können sich dort Lebensmittel schicken lassen. Als Ergänzung dieses Angebots startet Monoprix jetzt einen eigenen Quick-Commerce-Dienst. „Monop’hop“ bietet rund 2.000 Produkte, die innerhalb von 20 Minuten aus 180 Filialen in Frankreich geliefert werden. 

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