Local Heroes: time:matters will bei Same-Day-Delivery Qualitätsstandards setzen.

von Matthias Hell am 18.Februar 2014 in Local Heroes

Bislang sind es vor allem Startups wie Tiramizoo oder MyLane, die mit Same-Day-Delivery-Angeboten für Aufsehen sorgen. Mit der Lufthansa-Tochter time:matters tritt in dem Bereich nun ein Akteur auf den Plan, der Industriekunden bereits seit vielen Jahren innerhalb weniger Stunden beliefert. Mit seiner Erfahrung ist time:matters ein gefährlicher Konkurrent für Tiramizoo & Co. – und ein attraktiver Partner für den Handel.

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time:matters-CEO Franz Joseph Miller

„Wir bieten bereits seit 12 Jahren Same-Day-Delivery an“, erklärt time:matters-CEO Franz Joseph Miller im Gespräch mit Location Insider. Die Lufthansa-Tochter ist darauf spezialisiert, für Industriekunden innerhalb kürzester Zeit Ersatzteile, eilige Dokumente oder Proben zu transportieren. „Dafür haben wir ein Netzwerk von mehr als 600 Partnern – darunter über 200 Kurierunternehmen in Deutschland – aufgebaut, mit dem wir täglich zusammenarbeiten“, berichtet Miller. Dass nun auch der Handel die taggleiche Lieferung von Kundenbestellungen als Thema entdeckt, findet der Chef des Logistikdienstleisters „interessant“.

Seit Ende 2013 bietet time:matters seine Services auch im Rahmen eines Pilotprojekts für Endverbraucher in sieben deutschen Großstädten an und will schon bald als Versandoption in diversen Onlineshops verfügbar sein. „Unser bestehendes Netzwerk ist 1:1 auf den Handel übertragbar“, erklärt Miller und berichtet über positive Erfahrungen mit ersten Retail-Kunden, die sowohl aus dem stationären Handel, wie auch aus dem Pure-Online-Bereich stammen. „Im Unterschied zu anderen Anbietern können wir Same-Day-Delivery auch bei der Lieferung aus dem Zentrallager darstellen“, so Miller.

Erfahrener Dienstleister – und kein Startup

Die Lufthansa-Tochter time:matters ist bereits seit 12 Jahren auf Expresslieferungen spezialisiert

Die Lufthansa-Tochter time:matters ist bereits seit 12 Jahren auf Expresslieferungen spezialisiert

Daneben unterscheidet sich das Same-Day-Angebot von time:matters noch in einigen anderen Aspekten von Liefer-Startups wie Tiramizoo. „Bei unseren Industriekunden ist immer klar, dass bei der Zustellung der Sendungen nichts schiefgehen darf. Wir haben deshalb einen sehr hohen Standard bei unseren Service-Level-Agreements und bieten dieses auch unseren Kunden im Handelsbereich“, erklärt Miller. Bei time:matters handele es sich um mehr als nur eine IT-Plattform zur Auftragsvermittlung. So sei es beispielsweise möglich, die Zustellung von Lieferungen in Echtzeit zu steuern. Miller ist sich sicher, damit beim Handel punkten zu können: „Wenn bei einer Lieferung einmal etwas nicht funktioniert, fällt das immer auf den Händler zurück. Bei uns wissen die Kunden, dass wir seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner mit einem professionellen Kuriernetzwerk sind und das Rad hier nicht neu erfinden müssen.“ Damit unterscheide sich das Unternehmen auch von den neu im dem Bereich tätigen Startups.

Zudem ermögliche die von time:matters angebotene hohe Transparenz nicht nur eine schnelle, sondern auch sehr zeitgenaue Lieferung. „Wir können transparent abbilden, wo der Kurier gerade ist. Wenn wir erkennen, dass es zu einer Verzögerung kommt, geben wir diese Information proaktiv an den Kunden weiter.“ Für Franz Joseph Miller handelt es sich dabei um eine der wesentlichen Erfolgsvoraussetzungen für Same-Day-Dienste: „Speed ist zwar der Treiber. Aber die freie Auswahl des Zustelltermins und die Zuverlässigkeit der Lieferung sind für den Kunden fast noch wichtiger.“

„Was kostet es, wenn ich Same-Day-Delivery nicht anbiete?“

Kunden können time:matters ähnlich dem MyTaxi-Prinzip auch per App buchen

Kunden können time:matters ähnlich dem MyTaxi-Prinzip auch per App buchen

Aus Sicht des time:matters-Chefs ist inzwischen auch in Deutschland ein Punkt erreicht, an dem die Vorzüge von Same-Day-Services sowohl beim Handel wie auch bei den Kunden immer stärker wahrgenommen werden. „Für die Akzeptanz bei den Kunden besitzt die Liefergebühr eine große Bedeutung. Erfahrungen in den USA haben ergeben, dass 70 Prozent bereit sind, für die taggleiche Lieferung eine Gebühr von 5 Dollar zu zahlen. Wir empfehlen deshalb auch unseren Partnern in Deutschland, Same-Day-Delivery für maximal 5 Euro anzubieten, beziehungsweise in der Anfangsphase sogar kostenlos, um so keine Einstiegshürden zu setzen.“ Im Umkehrschluss bedeute das, dass der Handel die Kosten für die taggleiche Lieferung mittragen müsse. „Aber der Handel muss sich fragen: was kostet es mich, wenn ich das nicht anbiete?“, so Miller. Schließlich gebe es Studien, die klar belegten, dass Same-Day-Delivery nicht nur die Conversion Rate steigere, sondern auch helfe, die Retourenquote zu senken. Zudem ermögliche die taggleiche Lieferung auch stationären Händlern, erfolgreich in den Wettbewerb mit Pure-Online-Playern zu treten.

Nicht nur wegen der Überzeugungsarbeit, die es noch beim Handel zu leisten gelte, setze time:matters darauf, jeden neuen Partner individuell zu betreuen. „Zwischen den Shops und uns herrscht eine Vertrauensbeziehung. Deshalb ist jeder Kunde für uns ein eigenes kleines Projekt.“ Und auch gegenüber den Endkunden will die Lufthansa-Tochter ihr Profil schärfen: „Die Bekanntheit unserer Marke ist ein wichtiger Faktor, damit sich Kunden für die Same-Day-Delivery durch time:matters entscheiden“, erklärt Miller. Ein Auftreten als reiner Whitelabel-Partner für große Handelsmarken ist bei dem Logistikdienst dagegen bislang nicht vorgesehen.


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