Lokalisierung erfordert ansprechende Apps.

von Gastautor am 12.November 2014 in Trends & Analysen

Gunnar Klaubergvon Gunnar Klauberg

Adobe hat kürzlich Branchenexperten und 3000 „First Mover“ unter den Endverbrauchern in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland nach Trendthemen wie mobiles Bezahlen, Augmented Reality und In-Store-Shopping mit Hilfe von Beacons befragen lassen. Bei der Studie kam heraus, dass bereits über ein Drittel der „Vorreiter“ beim Einkauf im Laden ein Smartphone oder Tablet dabei haben.

Geotargeting und Beacons werden sich angesichts dieser rasanten technologischen Entwicklung im Marketing sehr schnell verbreiten. 18 Prozent der Händler in den USA setzen sie bereits ein, bis 2015 soll sich diese Zahl auf über 35 Prozent verdoppeln. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast die Hälfte der befragten Marketing-Spezialisten nutzt heute bereits GPS-Positionierung, um die Mobilanwender mit ihren Marken-Botschaften zu erreichen.

Mobile Infrastruktur und attraktive Apps

beacon-hero-image-1200x655Notwendig ist dafür eine mobile Infrastruktur, mit der das User-Engagement in den Apps permanent gemessen und das Benutzererlebnis durch den Händler optimal gesteuert wird. So müssen Analysen in Bezug auf den Standort der Smartphonebesitzer in der Nähe von Beacons durchgeführt werden, um auf dieser Basis dann erfolgreich zu handeln.

Mit der neuesten Erweiterung von Adobe Analytics lassen sich beispielsweise Verweildauer der Nutzer, Betreten oder Verlassen eines Beacon-Bereichs und die Richtung, in die sich das Smartphone bewegt, erfassen. Das Marketing kann dann regelbasiert auf das Gerät automatisch personalisierte lokale Push-Nachrichten, Rabatt-Coupons oder Werbung schicken. Darüber hinaus können diese Informationen mit weiteren Interaktionsdaten in der App in Bezug gesetzt und daraus gezielte Marketingstrategien abgeleitet werden.

Doch um Kunden wirklich mit Hilfe von Geotargeting binden zu können, benötigten Einzelhändler attraktive Apps, die ihrem Nutzer Mehrwert bieten. Angesichts der unterschiedlichen Mobilplattformen kommt man dabei mit einer einzelnen Anwendung, unwirtschaftlich im „Manufakturbetrieb“ erstellt, heute nicht mehr sehr weit. Firmen und Marken stehen vielmehr vor der Herausforderung, alle relevanten Plattformen so zeitgleich zu adressieren, dass nicht drei verschiedene Entwicklungsteams beschäftigt werden müssen, die Kosten nicht explodieren und die Fachabteilung oder das Marketing ohne Zutun der IT die Apps pflegen und optimieren können.

Industrialisierung der App-Entwicklung und -Pflege

Dazu kommt, dass die mobilen Anwendungen in eine übergeordnete Digitial-Marketing-Strategie integriert werden sollten. Denn die Verbraucher erwarten mittlerweile zu Recht ein konsistentes, relevantes und personalisiertes Erlebnis – ganz gleich über welchen Kanal, beziehungsweise an welchem Touch Point sie mit einem Unternehmen interagieren.

Gefragt ist deshalb eine kostengünstige und schnelle „industrielle Produktion“ von mobilen Anwendungen „wie vom Fließband“. Mit arbeitsteiligen Prozessen und einer Trennung von Contentpflege und App-Weiterentwicklung. Das ermöglicht eine Skalierbarkeit und senkt die Kosten deutlich. Gleichzeitig lassen sich z.B. mit standardisierten Schnittstellen die Komplexität und der Wartungsaufwand reduzieren.

Mit Cross-Plattform-Technologien wie Adobe PhoneGap Enterprise müssen hybride Apps für Mobilplattformen wie Apple iOS, Google Android, LG webOS, Microsoft Windows Phone, RIM BlackBerry, Tizen oder Nokia Symbian OS und Bada nur noch einmal entwickelt werden und lassen sich dann automatisch angepasst über die jeweiligen App-Stores verbreiten. Das spart Zeit und Entwicklungsaufwand.

Gleiches gilt für die weitere Pflege. Die Integration in das bestehende Web-Content-Management-System ermöglicht eine ständige Aktualisierung mit frischen Inhalten ohne Programmierkenntnisse. Egal, ob es sich um eine App, mobil optimierte Seite oder Webseite handelt, wird so ein konsistentes Digital Asset und Content Management sichergestellt. Marketingverantwortliche können sich damit auf aktuelle Inhalte konzentrieren, ohne sich um unterschiedliche App-Stores, fragmentierte Betriebssysteme und verschiedene Gerätegrößen Sorgen machen zu müssen.

Über Gunnar Klauberg

Gunnar Klauberg ist Senior Product Marketing Manager für Adobe Experience Manager und beschäftigt sich intensiv mit mobilen Enterprise-Lösungen. Zuvor war er bei der Schweizer Day Software bis zur Übernahme durch Adobe als Marketing Director Europe verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn im Web hat er 1996 als Webmaster bei Axel Springer begonnen, wo er unter anderem den Aufbau der Seite Bild.de mitgestaltete.


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