LVMH lässt die Blockchain los.

von Stephan Lamprecht am 20.Mai 2019 in News

LVMH setzt auf die Blockchain, die per Whitelabel auch von anderen Händlern genutzt werden kann. (Foto: LVMH)

Vor wenigen Wochen war es noch ein Gerücht, nun bestätigt es eine Pressemitteilung. Der Luxuskonzern startet mit einer Blockchain-Anwendung, die unter anderem die Herkunft von Produkten nachvollziehbar werden lässt.

AURA ist der Name der Plattform, die von einem Konsortium entwickelt wurde. Technologieanbieter ist das Unternehmen ConsenSys, das die Lösung im Auftrag von LVMH entwickelt hat. Genutzt wird dabei die Infrastruktur Azure von Microsoft, dem dritten Partner. Die auf Ethereum basierende Blockchain umfasst Smart Contracts, die (nicht öffentliche) Struktur sowie eine API, mit der andere Händler und Markenhersteller die Plattform als Whitelabel in ihre Designwelten und Anwendungen integrieren können.

Dass sich die Luxusindustrie für die Blockchain-Technologie begeistert, ist nicht verwunderlich. In wenigen Bereichen der Wirtschaft dürften Authentizität und Herkunft so wichtig sein. Und gerade weil die Waren so begehrt und teuer sind, stehen sie auch bei Produktfälschern im Fokus. Hier kann die Blockchain einige Probleme lösen.

Der Handel mit gebrauchten Luxusprodukten ist nicht ohne Risiko. Gewerbliche Verkäufer können genauso wenig wie die Käufer sicher sein, dass die gebrauchte Luxusuhr auf legalem Wege erworben wurde, oder es sich nicht um eine gut gemachte Fälschung handelt. Das französische Unternehmen Arianee hat eine Blockchain entwickelt, die dieses Problem lösen soll. Noch im Juni soll die Technologie auf einer Verkaufsplattform für gebrauchte Uhren zum Einsatz kommen. Die Idee ist, den Produkten eine Art digitaler Identität zu verleihen. Je nach Marke und Produkt kann dieser Pass mit dem Artikel über Seriennummer, Chip oder QR-Code verknüpft werden, der über eine App zugänglich ist. Dank der Blockchain werden dann Informationen wie Eigentumsübertragungen oder der Zeitpunkt von Revisionen des Produkts aufgezeichnet.

Schon fast ein Klassiker ist der Herkunftsnachweis für Diamanten. So wird beispielsweise der Juwelier Brilliant Earth die Technologie des Unternehmens Everledger einsetzen, um den Nachweis zur Herkunft und auch die Echtheit der Steine zu belegen. Die einzigartigen Eigenschaften jedes Steins bilden den Ausgangspunkt zur Erfassung von Parametern wie Herkunftsort, dem Rohkaratgewicht sowie der Eigentümer.

Das Label Fuchsia Shoes setzt dagegen auf die Technologie der Plattform Provenance. Damit wird die Herkunft der angebotenen Schuhe online dokumentiert. Diese werden individuell im Ausland manuell gefertigt. Der Händler macht so transparent, von wem die Schuhe hergestellt wurden. Dieser Nachweis ist gerade für die Kunden wichtig, die das Versprechen des Händlers überprüfen wollen, den Schuhmachern ein sicheres Einkommen zu bieten und auf Ausbeutung zu verzichten.

Ohne Zweifel werden die Einsatzmöglichkeiten für die Blockchain in der Luxus- und Fashion-Industrie nicht zuletzt durch Aura in den kommenden Wochen noch vielfältiger werden.

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