MediaSaturn: Von Ratschlägen und Klugscheißern.

von Andre Schreiber am 15.Oktober 2018 in News

Bei Ceconomy standen am Wochenende die Zeichen auf Sturm (Foto: Ceconomy).

Hinterher wissen doch alle stets ganz genau, warum es nur so kommen musste. Die Rede ist jetzt nicht von der Wahl zum bayerischen Landtag, sondern von der Schlagzeile des Wochenendes im Handel. Ceconomy trennt sich von Vorstandschef Pieter Haas und Finanzchef Mark Frese muss ebenfalls seinen Stuhl räumen. Das ist ein gefundenes Fressen für Journalisten und andere, die sich gern in den Medien sonnen. Das Ergebnis war natürlich für alle zu erwarten.

Vorausgegangen war eine zweite Gewinnwarnung von Ceconomy binnen kürzester Zeit. Das war kommunikationstechnisch sicherlich alles andere als geschickt und wirft zunächst einmal kein gutes Licht auf einen Finanzchef. Keine Frage. Andererseits sprach das Unternehmen immer noch von Gewinn. Im Blätterwald und der medialen Aufgeregtheit könnte man aktuell fast den Eindruck gewinnen, der Konzern stehe kurz vor der Pleite.

Fast schon ironisch ist es, dass mit Aktionär Freenet ein Unternehmen am lautesten gegen die Ceconomy-Führung schoss, das sich als Provider und Hoster in einem eher gesättigten und engen Markt tummelt, und zuletzt durch die Übernahme bzw. Einstieg in klassische Handelskonzepte von sich reden gemacht hat (Gravis, Ceconomy). Doch der Druck hat ausgereicht, um Pieter Haas zum Rücktritt zu bewegen. Und damit Bühne frei für „Drama Baby“ und „Ich hab’s immer gewusst“. „Analysten“, die noch keinen einzigen Tag in verantwortlicher Position in einem Handelsunternehmen gearbeitet haben, oder Kollegen, die den Handel maximal aus Kundensicht kennen, dürfen jetzt publikumswirksam ihre Meinung dazu abgeben.

Professor Gerrit Heinemann hat es sicherlich anders gemeint, als er auf Twitter schriebt:

Gedacht war es wohl als Synonym für den aktuell so gern genutzten Narrativ von „alten weißen Männern“, schließlich ist der Gelehrte selbst schon 58.

Die fairste und klügste Analyse zum aktuellen Geschehen bei MediaSaturn liefert Florian Kolf im Handelsblatt ab. Der Umbau bei MediaSaturn erfordere Durchhaltevermögen. Richtig. Nach diesem turbulenten Wochenende scheint es fraglich, dass die notwendige Geduld auch aufgebracht wird.

Angesichts der vielen Schlagzeilen, die sich zwischen verhohlener Schadenfreude und eigenem Agenda-Setting bewegen, hat Martin Wild, Chief Innovation Officer bei MediaSaturn, dann auch einmal die Contenance verloren.

Daraus ist ein durchaus lesenswerter Thread (einfach den Tweet oben anklicken) entstanden, an dessen Ende der Angesprochene dann aber die Antwort schuldig bleibt.

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