Mit KI und einem Kästchen gegen Out-Of-Stock.

von Stephan Lamprecht am 16.September 2019 in News

Etwas unscheinbar sieht der Sensor von XNor.ai aus. Er soll OoS-Situationen im Handel vermeiden.

Zwei Dinge können die Kunden im stationären Handel ordentlich frustrieren. Dazu gehören nicht nur die Warteschlangen an der Kasse, sondern auch Lücken bei der Warenverfügbarkeit. Um die typischen Out-of-Stock-Situationen (OoS) zu vermeiden, stellt das Unternehmen Xnor.ai ein kleines Gerät vor, das die Regale direkt überwacht. Mit Künstlicher Intelligenz soll die Warenverfügbarkeit weiter sichergestellt werden.

Xnor.ai ist eine Ausgründung des Allen Institute for Artificial Intelligence. Das Unternehmen bietet bereits einige Lösungen für den Handel an, bisher lag der Fokus dabei auf der Gesichts- und Personenerkennung. An der Lösung der OoS-Problematik arbeiten eine ganze Reihe von Unternehmen, die dazu unterschiedliche Ansätze nutzen. Da gibt es Lösungen, die auf der Kombination von elektronischen Etiketten und Kameras basieren, in automatisierten Geschäften sollen Kameras und intelligente Warenwirtschaftssysteme die Warenverfügbarkeit sicherstellen und RFID-Etiketten versprechen hohe Genauigkeit bei der Ermittlung des Warenbestandes.

XNor nutzt einen eigens entwickelten Sensor, der direkt am Regal im Markt angebracht wird. Wie das Unternehmen selbst erklärt, liegt der wesentliche Vorteil des Sensors darin, dass die „Intelligenz“ direkt auf dem Gerät arbeitet. Während RFID entweder einen Mitarbeiter oder Roboter benötigt, der die Daten erst einliest, um diese auf einem Rechner zu verarbeiten, finden die Analysen direkt auf der Platine des Sensors statt.

Dessen Prozessor benötigt nur wenige Milliwatt an Leistung. Theoretisch könnte er mittels handelsüblicher Knopfzellen bis zu 30 Jahre wartungsfrei arbeiten. Über energiesparende Vernetzung wird im Falle eines drohenden OoS der cloudbasierte Service des Unternehmens informiert, der wiederum auf die Situation mit verschiedenen Aktionen reagieren kann, zum Beispiel eine Benachrichtigung an eine Mitarbeiter-App zu verschicken.

Das System wird erstmals auf der Fachmesse GroceryShop 2019 der Öffentlichkeit präsentiert. Gerade gegenüber der Nutzung von Inventurrobotern oder Kamerainstallationen sollen sich für den Handel deutliche Einsparpotenziale ergeben.


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