Mit Payback Pay an der Zapfsäule bezahlen, keine landesweite Notbremse in NRW, Boykottaufrufe gegen H&M.

von Florian Treiß am 29.März 2021 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

nachdem der internationale Schiffsverkehr am Suezkanal eine Woche lang stillstand, gibt es nun Hoffnung: das havarierte Containerschiff “Ever Given” ist seit heute morgen wieder frei. Nach tagelangen Arbeiten schwimmt der Frachter teilweise wieder. Die Bergung dauert noch an. Mehr als 300 Schiffe hoffen nun auf die baldige Kanaldurchfahrt, um den Handel zwischen Asien und Europa wieder hochzufahren.

Ihr Florian Treiß

Mit Payback Pay direkt an der Zapfsäule bezahlen, Getir kommt nach Deutschland, Esprit bangt um seine Zukunft

Das Bonusprogramm Payback weitet seinen mobilen Bezahldienst Payback Pay um eine neue Funktion aus: Wohl ab Ende April wird es möglich sein, an Tankstellen von Aral seine Tankfüllung direkt an der Zapfsäule zu bezahlen, statt an die Kasse gehen zu müssen. Das geht aus Änderungen der AGB hervor, die Payback am Wochenende an seine Kunden gemailt hat. Der neue Service nennt sich “Payback Fuel & Go”. Nutzerinnen und Nutzer müssen dabei zunächst in der Payback-App eine Zahlung vorab autorisieren und können dabei einen Maximalbetrag angeben. Danach wird die entsprechende Zapfsäule zum Tanken freigegeben.

Seit Ende vergangener Woche zählt Gorillas, Express-Lieferservice für Lebensmittel aus Berlin, zu den “Einhörnern”, also Startups mit mindestens 1 Milliarde Dollar Bewertung. Fünf Dinge, die jeder über Gorillas wissen sollte, hat Deutsche-Startups zusammengestellt. Doch Achtung, die Konkurrenz schläft nicht: Das vor fünfeinhalb Jahren in Istanbul gegründete Getir (neben dem dem US-Dienst GoPuff eines der Vorbilder von Gorillas) will in den kommenden Monaten nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande expandieren. Dafür hat Getir nun eine neue Finanzierungsrunde über 300 Millionen Dollar abgeschlossen, die das Unternehmen mit insgesamt 2,6 Milliarden Dollar bewertet.

Das Modeunternehmen Esprit steckt einmal mehr in der Krise: Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen in Europa könnten “die finanzielle Lage des Konzerns negativ beeinträchtigen”, warnt Esprit in einer Mitteilung an die Aktionäre. “Diese Umstände und Unsicherheiten könnten erhebliche Zweifel an den Fähigkeiten der Unternehmensgruppe aufkommen lassen, ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen.” Bereits vergangenes Jahr hatte der Konzern zum wiederholten Mal ein radikales Sparprogramm umgesetzt, in dessen Rahmen unter anderem etwa die Hälfte der Filialen in Deutschland geschlossen wurde. Sechs deutsche Tochtergesellschaften durchliefen zudem ein Schutzschirmverfahren.

Doch keine landesweite Notbremse in NRW, Amazon polarisiert weiter, Boykottaufrufe gegen H&M

In Nordrhein-Westfalen ist zunächst doch keine landesweite “Corona-Notbremse” in Kraft getreten. Zwar hatte dies Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am vergangenen Dienstag noch angekündigt, doch die am Freitag veröffentliche neue Corona-Schutzverordnung des Bundeslandes sieht nun doch nur Schließungen von Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen in Kommunen mit einer Wocheninzidenz über 100 vor. Die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest erlauben. Diese Ausnahme-Möglichkeiten müssen mit dem Gesundheitsministerium vorher abgestimmt werden.

Wenn Sie übers Wochenende die Nachrichten zu Amazon verfolgt haben, kann man wohl nur sagen: Das Unternehmen polarisiert einfach ungemein. Einerseits greifen viele Medien die Meldung auf, dass Amazon dieses Jahr weiter 5.000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen will. Das wäre ein Anstieg um über ein Fünftel – von 23.000 auf 28.000 Mitarbeiter. Doch andererseits laufen einmal mehr Verdi-Streiks gegen Amazon wegen vermeintlich schlechter Arbeitsbedingungen. Und durchs Netz fegt ein Shitstorm gegen Amazon, denn angeblich sollen Lieferanten in den USA gezwungen sein, in Flaschen zu urinieren, statt in den Pausen auf Toilette zu gehen – sonst würden sie wohl das geforderte Pensum nicht schaffen.

In China rufen Staatsmedien, Prominente und Influencer aktuell zum Boykott von H&M auf. Produkte von H&M wurden daraufhin u.a. von den größten Onlineshops des Landes wie etwa Alibabas Taobao ausgelistet und die App von H&M aus den App Stores verbannt. An mindestens sechs Standorten veranlassten zudem Vermieter die Zwangsschließung von Filialen. Auch gegen andere Labels wie Adidas, Burberry oder Nike wurde bereits zum Boykott aufgerufen. Doch worum geht es dabei eigentlich? Um eine Retourkutsche dafür, dass H&M sowie andere Mitglieder der Better Cotton Initiative keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Region Xinjiang beziehen, weil es dort offenbar zu Zwangsarbeit kommt. Das sieht die chinesische Gegenseite ganz anders.

D&G wächst online, Nike kündigt Macy’s-Vertrag, “Post-Pandemic Playbook” für Warenkäuser

Das Luxus-Label Dolce & Gabbana glaubt zwar weiter daran, dass man/Frau seine Produkte am besten in entsprechenden Boutiquen shoppen kann – doch auch der E-Commerce wächst stetig weiter: “In den letzten 18 Monaten sind die Online-Verkäufe deutlich gewachsen. Sie machen derzeit weit über 10 % unseres Umsatzes aus und steuern auf einen Anteil von 13 % zu”, sagt CEO Alfonso Dolce. Die Digitalisierung habe “die Grenzen des Konsums weiter verschoben” und es dem Label ermöglicht, “Länder zu erreichen, die bisher nicht von Bedeutung waren, zum Beispiel Kroatien, Rumänien und Polen, dank digitaler Verkäufe kontinuierlich wachsen.”

Der Sportartikelhersteller Nike hatte ähnlich wie Adidas schon vor längerer Zeit verkündet, sich künftig stärker auf den Direktvertrieb seiner Produkte zu konzentrieren, heute gern Direct to Consumer genannt. Und zwar sowohl über die eigene Website und App als auch mit bis zu 200 neuen, kleineren eigenen Stores, die in den nächsten Jahren im Sinne des Vorbild Nike Live eröffnet werden sollen. Als Konsequenz daraus kündigt Nike nun sukzessive weitere Großhandel-Verträge. Künftig wird Nike u.a. Macy’s und Urban Outfitters nicht mehr direkt beliefern. Die Entscheidung bedeutet zwar kein Verkaufsverbot von Nike-Produkten für die entsprechenden Händler, doch müssen diese künftig Nike-Produkte bei Bedarf von Zwischenhändlern beziehen.

Totgeglaubte leben länger, heißt es. Auch wenn ich da bei traditionellen Warenhäusern eher skeptisch bin, so doch ein Lesetipp zum Thema, der Mut macht: Die “Vogue Business” hat ein “Post-Pandemic Playbook” für Warenhäuser mit einigen Ideen erstellt, wie diese nach der Corona-Krise zu alter Stärke zurückfinden könnten. Wichtig dabei wäre u.a. eine Besinnung zurück zu den Wurzeln, nämlich die Warenhäuser zu “Unterhaltungspalästen” zu machen so wie vor hundert Jahren. Dabei könnte es u.a. helfen, mit Retail-as-a-Service anbietern wie Showfields zusammenzuarbeiten, die als Shop-im-Shop beliebte Direct-to-Consumer-Marken in den Warenhäusern präsentieren könnten.

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