Mobil, lokal, vernetzt: Neue Geschäftsmodelle für lokale Verlage.

von Christian Bach am 06.November 2014 in Trends & Analysen

FOTO3437„Mobil, lokal, vernetzt! Chancen für Verlage in lokalen Märkten“, lautete das Motto des diesjährigen Forum Kundenmanagement in Dresden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde in Vorträgen und Panels hinterfragt, wie regionale Zeitungsverlage ihre Stärken zeitgemäß einsetzen können. Unter den vertretenen Verlagen waren unter anderem die DD+V Mediengruppe und die Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft. In diesem Rahmen gab Carsten Dietmann, Geschäftsführer der DD+V, bekannt, dass auch die „Sächsische Zeitung“ ein eigenes Local-Shopping-Projekt starten will. „Ich schwöre, uns ist aber leider die ‚Nordwest-Zeitung‘ mit der Initiative ‚kauf hier‘ und der Zusammenarbeit mit der Plattform ‚Simply Local‘ zuvorgekommen.“ Letztere vereint alle verfügbaren Produkte eines lokalen Händlers in einem bestimmten Umkreis. Die Betreiber der Einzelhändler-App hatten bereits im Juni eine Finanzierung von vier lokalen Verlagshäusern erhalten. Darunter waren neben dem Nordwest-Verlag auch die Weser-Kurier-Mediengruppe, die Aschendorff Medien und Rhein Main Digital, wie Location Insider berichtete. Die Höhe der Finanzspritze wurde jedoch nicht bekanntgegeben.

2014-11-04 14.16.16Es ging aber nicht nur ausschließlich um die Zukunft der Verlage und deren Kooperationen. Die Fachjournalistin Ulrike Langer, die bereits seit Jahren in Seattle lebt, referierte über „Mobile Strategien in der lokalen Community – Best Practice weltweit“. „Was heute in den USA Standard ist, liegt für Deutschland noch in ferner Zukunft“, erklärte Langner. Ihre Präsentation reichte dabei von Airbnb, über Google Now, Uber, Swarm, Yelp, Dropspot usw. Die meisten ihrer Beispiele stammten zum einen gerade nicht von Verlagen und zum anderen meist aus den Staaten. Dabei hätten gerade deutsche Verlage nahezu perfekte Voraussetzungen um eigene Plattformen für lokale Dienste zu starten. Eines sollte dabei aber im Vordergrund stehen: „Der lokale Nutzwert muss für den User immer gesteigert werden. Apps sind dafür sehr gut geeignet. Aber die meisten Zeitungs-Apps sehen langweilig aus, wenn wir ehrlich sind“, so die Journalistin. Dabei zeigte sie unzählige Ansätze für Verlage auf, um Lesern von Zeitungen und auch Nicht-Lesern einen weiteren Anreiz zu bieten, ihre Dienste zu nutzen.


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