MyLorry fokussiert sich auf E-Food und will ins Ausland expandieren.

von Christian Bach am 08.April 2015 in Interviews, News
MyLorry-CEO Max von Waldenfels (links)

MyLorry-CEO Max von Waldenfels (links)

E-Food: Darauf will sich der Transport- und Kurierdienst MyLorry künftig konzentrieren, wie Geschäftsführer Max von Waldenfels gegenüber Location Insider sagt. Dazu passt, dass Delivery Hero vor rund einer Woche bei MyLorry eingestiegen ist. Der Lieferdienst-Vermittler beteiligt sich für einen zweistelligen Millionenbetrag mit 16 Prozent an dem Anbieter für lokale Sofort-Lieferungen. Auch andere Business Angels haben in MyLorry investiert. „Der Löwenanteil der Investition von deutlich mehr als 10 Mio Euro entfallen aber auf Delivery Hero“, erklärt von Waldenfels.

MyLorry will mit dem Kapital zwei Ziele verfolgen. Zum einen will das Berliner Startup mehr Fahrer einstellen. Aktuell umfasst die eigene Flotte in den sechs deutschen Städten rund 400 fest angestellte Fahrer. „Bis Ende dieses Jahres wollen wir deren Anzahl auf 1.000 bis 1.500 Fahrer ausbauen“, so der MyLorry-CEO. Zum anderen soll das Geld in die weitere Expansion fließen, in Deutschland und Europa. Von Waldenfels will bis Ende 2015 rund zehn bis zwölf deutsche Metropolen mit dem eigenen Lieferservice „Food Express“ abdecken. Dieser Bringdienst soll vor allem Restaurants ansprechen, die keine eigenen Fahrer haben. Hinzu sollen zudem zwei europäische Städte kommen.

Software als Grundlage

MyLorry WebseiteUm diese Ziele zu erreichen, hat MyLorry mit der TU Berlin eine eigene Software entwickelt. Diese soll die Routenplanung weiter optimieren und das sogenannte „Poolen“ von Einzelfahrten ermöglichen. „Sie analysiert bis zu 1.000 Fahrer in einer halben Sekunde und überprüft, welcher Mitarbeiter einen aktuellen Auftrag erledigen soll“, so von Waldenfels. Die Software gilt intern inzwischen als Standard. Zudem soll MyLorry in das iPad-Kassensystem von Delivery Hero (9 Cookies) integriert werden. Damit soll die aktuelle Anzahl von Lieferungen weiter ausgebaut werden. Diese liegt laut von Waldenfels aktuell bei 25.000 pro Monat. „Delivery Hero hat dabei bisher eine Minderheit von rund 30 Prozent ausgemacht. Dieser Anteil wird nun aber steigen“, sagt der MyLorry-CEO.

Das Berliner Startup hat bereits vergangenes Jahr mit lokalen Einkaufsplattformen über eine Zusammenarbeit verhandelt. „Damals war es Simply Local. Von denen hat man seit längerer Zeit nichts mehr gehört“, sagt von Waldenfels. Aktuell ist MyLorry mit Locafox im Gespräch. Aber diese möglichen Kooperationen stehen hinten an, da der E-Food-Markt – also die Lieferung von online-bestellten Speisen und Lebensmitteln – im Mittelpunkt steht. Vor einem Jahr war das noch anders: Denn damals lag der Fokus noch auf Kooperationen mit Online-Plattformen und Einzelhändlern. Inzwischen kann das Berliner Startup mit der eigenen Fahrerflotte nur kleinere Produkte ausliefern – da fallen Kühlschränke und ähnliche größere Waren sowieso raus.


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