Notebooksbilliger.de glaubt nicht an lokales Onlineshopping.

von Matthias Hell am 05.Februar 2015 in Trends & Analysen

Mit einem Umsatz von über 600 Millionen Euro in 2014 zählt Notebooksbilliger.de zu den erfolgreichsten deutschen Onlineshops. Gleichzeitig betreibt der Internet-Händler auch drei stationäre Geschäfte. Allerdings glaubt Notebooksbilliger-Chef Arnd von Wedemeyer nicht an den Erfolg von Online-Plattformen für lokale Angebote.

Trotz mittlerweile drei stationären Geschäften in München, Düsseldorf und Hannover-Sarstedt versteht sich Notebooksbilliger.de explizit nicht als Mehrkanalhändler. In der Tat unterscheiden sich die Notebooksbilliger-Stores sowohl vom klassischen Einzelhandel wie auch von den Multichannel-Ladenformaten, wie sie inzwischen immer mehr E-Commerce-Anbieter eröffnen. Mit der Verbindung von einem schlanken Verkaufskonzept und einer hohen Waren- bzw. Fachkompetenz setzt Notebooksbilliger.de dagegen auch offline auf Online-Tugenden.

Notebooksbilliger Store

Im Interview, das Location-Insider-Autor Matthias Hell mit Notebooksbilliger-Gründer Arnd von Wedemeyer für ChannelPartner führte, zweifelt dieser an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Multichannel-Strategie des Wettbewerbers Cyberport: Das Store-Netz stelle für Cyberport eine große Bürde dar. „Es dürfte sehr schwer sein, die Stores rentabel zu führen“, so Wedemeyer. Auch die von Cyberport vorangetriebenen Innovationen in Sachen digitaler POS sieht der Notebooksbilliger-Chef kritisch: „Wir versuchen Themen wie den digitalen POS auf die Kundensicht zu reduzieren. Brauchen die Kunden das oder handelt es sich nur um ein nettes Gimmick? Ich tendiere dabei eher zu Letzterem.“

Es verwundert daher nicht, dass sich Wedemeyer gegenüber Location Insider auch im Hinblick auf lokale Einkaufsportale skeptisch zeigt:

„Diese Portale werden bereits seit drei Jahren wie die Sau durchs Dorf getrieben. Aus meiner Sicht funktioniert das nur mit einer zentralen Lagerhaltung. Sobald hier dezentralisiert wird, explodieren die Kosten und am Ende werden die Läden wieder auf ein kleineres Maß zurückgeschrumpft.“

Die Einschätzung des Notebooksbilliger-Chefs spiegelt eine konsequente Online-Perspektive wieder: für einen E-Commerce-Anbieter, der sich mit einer zentralisierten Aufstellung, effizienten Prozessen und einer optimierten Kostenstruktur Wettbewerbsvorteile erarbeitet hat, würden dezentrale Verkaufskonzepte immer einen Rückschritt darstellen. Das gilt für Notebooksbilliger.de genauso wie für die gerne kolportierten stationären Pläne von Amazon. Als Konsequenz müssen sich lokale Einkaufsplattfomen klar auf den Stationärhandel fokussieren und sollten sich nicht mit der Einbindung von Online-Händlern verzetteln.


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