Pinterest kauft The Yes, Bitcoin-Automat bei Saturn, Studie zu Omnichannel-Services.

von Florian Treiß am 03.Juni 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

früher konnte man sich noch darauf verlassen, dass die Unterschicht im unteren Preissegment einkaufte, die Mittelschicht im mittleren und die Oberschicht im oberen. Aber dieses „Kastendenken“, diese Idee eines „standesgemäßen“ Konsums, habe im 21. Jahrhundert keine Gültigkeit mehr, sagt Carl Tillessen, Trendanalyst beim Deutschen Mode-Institut (DMI). Gerade bei jungen Menschen beobachtet er, dass diese sowohl Billig- als auch Luxus-Mode kaufen. Woran das liegen könnte, versucht dieser Artikel zu ergründen. Weiteres News und Trends aus dem Handel wie immer im Newsletter.

Ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

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Pinterest kauft The Yes, Signa Sports United mit 48 Prozent Plus, Bitcoin-Automat bei Saturn

Die virutelle Pinnwand Pinterest wandelt sich immer mehr zur Online-Shopping-Plattform. Und um den E-Commerce weiter auszubauen, übernimmt Pinterest nun den KI-gestützten Mode-Shopping-Service The Yes. The Yes wurde 2018 gegründet und hat einen personalisierten täglichen Shopping-Feed entwickelt, der den Stil der Benutzer*in lernt, während diese bei verschiedenen Modehändlern einkauft. Die App konzentrierte sich hauptsächlich auf Damenmode – einschließlich Kleidung, Handtaschen und Accessoires – und will die Nutzer*innen mit persönlichen Empfehlungen überraschen.

Das Online-Sporthändlerkonglomerat Signa Sports United (SSU) konnte im vergangenen Quartal einen Umsatz von 269 Millionen Euro erzielen, das ist ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei kam SSU zu Gute, dass es bei den Umsatzzahlen erstmals die Ende letzten Jahres übernommenen Firmen WiggleCRC und Tennis Express berücksichtigen konnte. CEO Stephan Zoll sagt zu den Zahlen: „Trotz der bekannten makroökonomischen Herausforderungen im aktuellen Umfeld setzen wir unsere strategischen Prioritäten weiterhin erfolgreich um und konzentrieren uns darauf, uns mittel- und langfristig für das nächste Kapitel unseres Wachstumskurses zu positionieren.“ Hörtipp dazu: Stephan Zoll im Sports Maniac Podcast.

Der Elektronikhändler Saturn hat in drei Filialen testweise Automaten aufgestellt, mit denen Kund*innen Bargeld in die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum umtauschen können. In den Saturn-Märkten Köln Hohe Straße, Frankfurt Zeil und Dortmund City können die Kund*innen dazu Geräte des Kooperationspartners Kurant nutzen, wie zuvor schon in einigen MediaMarkt-Filialen in Österreich. Nach einer einmaligen Online-Erstregistrierung müssen Kund*innen dazu zunächst eine Wallet-App auf ihren Smartphones installieren. Anschließend kann die App per QR-Code mit dem Automaten kommunizieren, der Wunschbetrag wird in bar eingezahlt und der entsprechende Bitcoin-Betrag der digitalen Wallet gutgeschrieben.

EuroCIS mit 9.000 Gästen, Whitepaper zu unbemannten Stores, Studie zu Omnichannel-Services

Nach der pandemiebedingten Zwangspause in 2021 und der Verschiebung von Februar auf Juni 2022 konnte diese Woche endlich die EuroCIS in Düsseldorf stattfinden, Deutschlands Leitmesse für Handelstechnologie. An den drei Messetagen wurden 9.010 Fachbesucher*innen aus 88 Ländern sowie 345 Aussteller aus 33 Nationen gezählt. Laut Veranstalter begeisterten Lösungen wie z.B. intuitiv nutzbare Checkout-Kiosks und -Terminals, Digital Signage-Lösungen mit Touchfunktion oder interaktive Schaufenster begeisterten das internationale Fachpublikum. Außerdem wurden Lift- & Learn-Systeme, mit denen Kundinnen und Kunden eingeladen werden, sich über alle Verkaufskanäle hinweg interaktiv über Produkte zu informieren, vorgestellt.

Unbemannte Stores boomen: Innerhalb von zwei Jahren sind in Deutschland 44 Konzepte entstanden. Ein neues Whitepaper von Handelsforscher Stephan Rüschen von der DHBW Heilbronn und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Julia Schumacher zeigt auf, wer was testet und welches Konzept sich bereits im Roll-out befindet. Außerdem haben die Autor*innen in 9 Thesen einen Ausblick für die Zukunft gewagt. Ein kostenloser Download des Whitepapers, das auch Zugang zu einer Liste mit allen Konzepten (44 in Deutschland und weitere 29 in Europa) bietet, die regelmäßig aktualisiert wird, ist hier möglich.

Die größte Relevanz unter den Omnichannel-Services hat nach Meinung der Entscheider*innen aus dem deutschsprachigen Handel die Verfügbarkeitsanzeige stationärer Bestände im Onlineshop. 94,5 Prozent haben diese bereits im Angebot oder in Planung. 84,6 Prozent halten einen Instore-Order-Service für wichtig, also eine Bestellung in der Filiale und anschließende Lieferung nach Hause. Dahinter folgt Click & Collect mit Kommissionierung direkt in der Filiale und Bezahlung vor Ort. Das zeigt die neue EHI-Studie „Connected Retail 2022“.

Umsatzschwund im E-Commerce, Onlinehandel weiter oberhalb der Trendlinie, SportScheck-CMO im Podcast

Den Auswirkungen von Ukraine-Krieg, steigenden Preisen und verunsicherten Verbrauchern kann sich auch der deutsche Onlinehandel nicht entziehen,wie eine Sondererhebung des Branchenverbands Bevh zeigt. Demnach sind die Umsätze für den gesamten E-Commerce mit Waren in den sechs Wochen von Anfang April bis 16. Mai 2022 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr um 6,7 Prozent gesunken. Von den Rückgängen betroffen sind sämtliche Warencluster mit Ausnahme von Waren des täglichen Bedarfs (z.B. Lebensmittel, Drogerie, Tiernahrung). Die ursprüngliche Wachstumsprognose von 12 Prozent Umsatzplus im Gesamtjahr 2022 ist laut Bevh nicht länger haltbar.

Auch in den USA zeigt sich, dass der Onlinehandel aktuell nicht mehr so schnell wachsen kann wie in den letzten zwei Corona-Jahren: Es war ein Irrglaube zu denken, dass der E-Commerce von dem deutlich erhöhten Niveau weiter in diesem Tempo wachsen würde. Aber der E-Commerce ist dennoch 25 Prozent größer, als die Trendlinie vor der Pandemie vermuten ließ: 975 Milliarden Dollar statt der ursprünglich für heute erwarteten 780 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Zwar ist der Anteil des E-Commerce am gesamten US-Einzelhandel zuletzt wieder etwas geschrumpft, doch er ist dennoch deutlich höher, als man vor der Corona-Pandemie hätte erwarten können.

Welche Herausforderungen die Sortimentsgestaltung im Bereich Sport und Outdoor mit sich bringt und wie Branchen-Größe SportScheck damit umgeht, das berichtet CMO Anna Rusche im K5 Commerce Cast mit Dörte Kaschdailis. Denn das Geschäft mit dem Sport ist besonders abhängig von Trends und äußeren Einflüssen. So ist der Absatz von Heim-Fitnessgeräten im Zuge des ersten Corona-Lockdowns beinahe explodiert. Doch drei Jahre später sind wieder die Outdoor-Sportarten und das entsprechende Zubehör gefragt. Einige Trends, wie etwa die Rückkehr der Inline-Skates im Jahr 2020, kommen dabei auch manchmal überraschend um die Ecke. Da müsse man, wie Anna Rusche betont, agil bleiben. Hier anhören.

Veranstaltungstipps

Immer freitags empfehlen wir Ihnen an dieser Stelle spannende Veranstaltungen für Händlerinnen und Händler. Unsere aktuellen Tipps:

Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Eventkalender.

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