Podcast mit Gravis-CEO Jan Sperlich: „Der Kunde steht im Zentrum.“

von Florian Treiß am 20.Oktober 2018 in Interviews, News, Podcast

Jan Sperlich

„Wir wollen im Omnichannel ein führendes Unternehmen bleiben. Das heißt für mich, dass wir prinzipiell auf allen Kanälen und Schnittstellen mit dem Kunden für alle Themen ansprechbar sind“, sagt Jan Sperlich. Wir haben den CEO von Gravis vor kurzem zu einem Interview-Podcast in Leipzig getroffen. Darin spricht Jan Sperlich darüber, wie aus dem vor über 30 Jahren als Katalog-Versandhändler gegründeten Unternehmen Deutschlands führender Apple-Retailer mit 41 Filialen und Onlineshop wurde. Dabei verknüpft Gravis die Kanäle exzellent: „25 Prozent unserer Kunden bestellen per Click & Collect“, so Sperlich, der von seinen Mitarbeitern erwartet, „ebenfalls kanalübergreifend und nicht in Silos zu denken.“

In unserem Podcast wirft Jan Sperlich einen Blick zurück in seine bewegte Vergangenheit: Geboren in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), kommt Sperlich aus einer Familie, die tief im Einzelhandel verwurzelt ist und in der genossenschaftlich organisierten Handelskette Konsum arbeitete. „Sprüche meines Vaters wie ‚Der Kunde steht im Zentrum‘ haben mich also stets begleitet.“ In der DDR-Mangelwirtschaft war damals „Improvisationsvermögen“ verlangt: „Das habe ich damals schon lernen müssen“, erzählt Jan Sperlich. Und schon beim DDR-Konsum musste die Zahlen stimmen, auch wenn die damaligen „Key Performance Indicators“ heute skurril klingen: „Ich kann mich daran erinnern, dass wir beim Konsum Eier angekauft, dafür Geld bezahlt und die Eier dann billiger wieder verkauft haben. Das waren ganz irre Dinge, die sich heutzutage in einem normalen Wirtschaftssystem niemand mehr vorstellen kann.“

Jan Sperlich blickt aber auch nach vorne, wenn er sich über die zukünftigen Herausforderungen für den Handel äußert: „Vieles ist heute IT-getrieben und die technische Infrastruktur muss funktionieren. Wir müssen den Mut für Veränderungen haben – nur so kann der Handel agil und innovativ bleiben und genau daran arbeiten wir bei der Gravis.“ Zugleich warnt er aber davor, bei dem Blick in die Zukunft des Handels einen zu großen Zeithorizont anzusetzen: „Hätten wir vor zehn Jahren danach gefragt, wie wichtig Mobile Shopping ist, wären wir wahrscheinlich der Meinung gewesen, es sei überhaupt nicht wichtig.“

Hören Sie hier unseren gesamten Interview-Podcast mit Jan Sperlich:


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