Pyramics liefert Kundenanalysen vom POS und sucht neue Investoren.

von Andre Schreiber am 04.Juli 2018 in News

Mittels Deep Learning und eigener Sensoren gibt Pyramics anonymen Kunden ein Gesicht.

Es tut sich eine Menge bei Kundenanalysen im stationären Handel. Das war spätestens auf der diesjährigen EuroCIS spürbar. Um den Erfolg von Omnichannel- und Multichannel-Strategien bewerten zu können, genügen Analysen aus dem Webshop allein nicht. Genauso wichtig sind solide Zahlen direkt vom POS. Und diese liefert Pyramics aus Berlin.

Das Unternehmen will dem „unsichtbaren“ und anonymen Kunden im Laden ein Gesicht geben. Denn eine einfache Frequenzzählung und Umsatzerhebung genügen heute eben nicht mehr.

Dabei geht das Startup eigene Wege. Die Lösung basiert auf zwei Säulen. Herzstück des Services ist PySense. Dabei handelt es sich um einen optischen Sensor zur Erfassung anonymer Daten. Das Gerät benötigt lediglich einen Stromanschluss und kann somit nahezu überall im Eingangsbereich, an Kassen oder Werbeträgern angebracht werden. Die Rechenlogik und Deep-Learning Algorithmen sind im Gerät selbst untergebracht. Die Bilder werden also in der Hardware erfasst und auch dort ausgewertet. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund der DS-GVO interessant, da das Prinzip „Privacy by Design“ umgesetzt wurde.

Das System von Pyramics in der Funktionsübersicht.

Zugriff auf die Daten und die Reports erhält der Händler über PyView, der webbasierten Analyseplattform. Erfasst werden können über die Sensoren demografische Merkmale wie das Geschlecht und das Alter. Außerdem können die Verweildauer in der Nähe des Sensors und die Blicke auf das Werbemittel oder zu untersuchende Objekt ermittelt werden. Durch die geschickte Platzierung der Sensoren im Laden werden damit umfassende Analysen möglich.

Im Eingangsbereich ermittelt beispielsweise das System die Zahl der Besucher und deren demografischen Merkmale. An der Kasse können über die gleiche Mechanik die aktiven Kunden genauer betrachtet werden. Die Analysen setzen den Händlern somit in die Lage, sein Ergebnis gezielt zu verbessern.

So wurde bei einem Händler etwa festgestellt, dass in den Filialen überwiegend vormittags und nachmittags Frauen einkaufen und durchschnittlich die höchsten Umsätze erzielen. Wenn sich der Händler also auf die gezielte Beratung der Frauen in dieser Zeit fokussiert, ist die Maximierung des Kassenbons pro Kundin am größten.

Mit solchen detaillierten Ergebnissen erhält der stationäre Handel also ein ähnlich feines Instrument an die Hand, wie es das Online-Marketing schon länger besitzt.

Seine Lösung bietet das Unternehmen zu durchaus erschwinglichen Preisen und in einem überschaubaren Preismodell an. Neben der einmaligen Investition in die Hardware kommt auf den Händler noch eine moderate Gebühr für die monatliche Nutzung der Software hinzu.

Das profitabel arbeitende Unternehmen geht aber auch noch auf einem anderen Gebiet neue Wege. Da die Nachfrage nach den Produkten und Lösungen steigt, sich die Berliner aber für Entwicklung und Bau einer eigenen Hardware entschieden haben, steigt der Bedarf an Kapital an. Statt sich in die Hand eines großen Risikokapitalgebers zu begeben, will man mit einer Kampagne auf Seedmatch per Crowdfunding Investoren finden. Es geht also nicht um Wachstum um jeden Preis, sondern um ein schrittweises Skalieren des Produkts.

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K5-Speaker: Florian Otte, CTO bei Keller Sports, zu aktuellen technischen Herausforderungen & Lösungsansätzen im Onlinehandel sowie Konzeption von Software-Produkten. CTO-Panel powered by commercetools: Heute, 4. Juli, 14:00 – 14:30 Uhr, FUTURE-RETAIL-Stage.
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