Rewe steckt Milliarden ins Auslandgeschäft, Staples Deutschland ist insolvent, dm startet Live-Shopping per App.

von Florian Treiß am 17.Februar 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

was als Scherz vor mehr als drei Jahren auf Twitter begann, soll nun offenbar Wirklichkeit werden: Zumindest hat Dr. Oetker nun angekündigt, zum 1. April eine Fischstäbchenpizza in Kooperation mit Iglo herauszubringen – und verspricht auf Twitter, dass das wirklich kein Aprilscherz sei. Ein smarter PR-Schachzug von Dr. Oetker, denn viele Medien greifen das Thema dankbar auf, so auch wir. Unter dem Hashtag #Fischstäbchenpizza hat sich zudem bereits auch Rewe eingeschaltet – und steuert Ideen für die weitere Produktentwicklung bei. Wo Rewe selbst Milliarden investieren will: mehr dazu im heutigen Newsletter.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Redaktion: Fritz Ramisch

Rewe steckt Milliarden ins Auslandgeschäft, Staples Deutschland ist insolvent, 2G im Handel endet bundesweit

Der Handelsriese Rewe investiert bis 2025 rund 5 Milliarden Euro ins Auslandgeschäft. Denn außerhalb Deutschlands betreibt der Konzern bereits 4.500 Läden. Zu den Investitionsschwerpunkten gehören die Modernisierung und der Ausbau der Märkte, die Logistik und die IT. Ziel ist es, die Zahl der Auslandsfilialen auf 5.000 Geschäfte und den Auslandsumsatz von 18,75 auf 20 Milliarden Euro zu steigern. Die Expansion in neue Länder schließt Rewe-Auslandschef Jan Kunath gegenüber der „Wirtschaftswoche“ dagegen aus. Rewe wolle sich auf bestehende Märkte konzentrieren. Der Supermarktkonzern ist besonders mit den Marken Billa und Penny in Österreich, Italien und zahlreichen osteuropäischen Ländern aktiv.

Der Hamburger Büroartikelhändler Office Centre mit seiner deutschen Handelskette Staples ist insolvent. Das Unternehmen sucht nun einen Investor. Die bundesweit 50 Filialen bleiben geöffnet, der Betrieb gehe „uneingeschränkt“ weiter, so der Insolvenzverwalter. Office Center hatte vor Jahren das Deutschlandgeschäft der US-Kette Staples übernommen und beschäftigt 700 Mitarbeiter und gehört zu einer niederländischen Holding. Nicht betroffen ist das B2B-Geschäft namens Staples Solutions, das von Office Centre unabhängig ist und seit 2021 zum französischen Unternehmen Lyreco gehört.

Bund und Länder heben wie erwartet die Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel auf. Die bundeseinheitliche Abschaffung der in den meisten Bundesländern noch bestehenden 2G- bzw. 3G-Kontrollen beim Einkauf war eigentlich nur noch reine Formsache. Künftig reicht dann je nach Bundesland eine medizinische Maske oder FFP2-Maske als Schutz beim Shoppen. Der Handelsverband HDE reagiert erleichtert über den Beschluss, fordert gleichzeitig aber die Regeln auch für künftige Corona-Notfälle auszuschließen.

dm startet Live-Shopping per App, Playmobil prüft Schleich-Übernahme, Relex Solutions bekommt 500 Millionen

dm kündigt eine Reihe von Neuerungen an. Die Drogeriekette baut ihr kontaktloses Click- & Collect-Angebot auf 200 Märkte aus. Außerdem startet dm Live-Shopping per App. dm-Mitarbeiter*innen und Expert*innen melden sich ab sofort regelmäßig per Livestream zu Themen wie Schönheit, Pflege, Gesundheit und Wohlbefinden. Teleshopping-Queen Judith Williams machte vergangene Woche den Anfang. In Sachen Umweltschutz meldet dm erste Erfolge auf dem Weg zum umweltneutralen Unternehmen durch Kompensationen der eigenen Emissionen, Reduzierung des Energiebedarfs und umweltneutrale Produkte.

Der Spielzeughersteller Playmobil liebäugelt mit der Übernahme des Konkurrenten Schleich, meldet das „manager magazin“. Playmobil habe demnach für Zukäufe eine Holding gegründet, die mit 1 Milliarde Euro ausgestattet ist. Durch Umsatzeinbrüche von bis zu 10 Prozent in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich hat Playmobil Handlungsdruck. Schleich stellt beliebte Tierfiguren her und gehört zum Schweizer Finanzinvestor Partners Group, die Schleich 2019 für 400 Mio Euro übernommen hatte. Schon damals war Playmobil interessiert, verlor aber das Wettbieten.

Relex Solutions, Softwareanbieter für integrierte Handelsplanung aus Finnland, freut sich über eine Finanzierungsrunde in Höhe von 500 Millionen Euro, angeführt von Blackstone Growth.  Die KI-gesteuerte, cloudbasierte Relex Living Retail Platform unterstützt Einzelhändler und Hersteller der Konsumgüterindustrie dabei, Abfall, Kosten und manuellen Arbeitsaufwand zu reduzieren, indem sie Prozesse und Entscheidungen in Absatzplanung, Merchandising, Supply-Chain-und Workforce-Management automatisiert und optimiert. Zu den Kunden zählen auch große Händler aus Deutschland wie Aldi Nord, Rossmann, dm, Rewe, Douglas, MediaMarktSaturn oder Bünting.

Shopify rechnet mit schwächerem Wachstum, Wish führt Shoppable Videos ein, Kontaktloszahlungen legen weiter zu

Shopify rechnet mit schwächerem Wachstum. Der Shopsystem-Anbieter hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 57 Prozent gesteigert, glaubt für das laufende Jahr aber nicht mehr an dieses kometenhafte Wachstum, das freilich durch die Corona-Pandemie und den dadurch ausgelösten Online-Boom ausgelöst worden war. Seit 2019 hat sich die Zahl der Kunden fast verdoppelt. Der Nettogewinn legte sogar um 67 Prozent auf 814 Millionen Dollar zu. Angesichts der schwächeren Prognose ging der Aktienkurs von Shopify deutlich zurück.

Die Shopping-App Wish führt Shoppable Videos ein. Händler*innen können ihre Produkte in 5- bis 30-sekündigen Videoclips präsentieren. Nutzer*innen können sich per Klick Produktdetails ansehen und die beworbenen Produkte direkt kaufen.  Händler*innen erhalten neben neuen Möglichkeiten zur Produktpräsentation auch Datenfutter in Form von Statistiken. Wish Clips sind vorerst in neun Ländern, u.a. Deutschland, und nur für Android verfügbar. iPhone-User folgen ab April.

Die Deutschen zahlen immer häufiger bargeldlos. Rund 5,9 Milliarden Bezahlvorgänge im vergangenen Jahr meldet Euro Kartensysteme, das Bankunternehmen hinter der Girocard. Der Anteil kontaktloser Girocard-Zahlungen hat sich im abgelaufenen Jahr von 63 Prozent zu Jahresbeginn auf 73 Prozent zum Jahresende erhöht. Der Einzelhandel setzt in der Corona-Pandemie verstärkt auf kontaktlose Zahlung. Der durchschnittliche Zahlbetrag der Girocard sinkt weiter, was ein Indiz für die häufigere Nutzung auch bei Kleinsteinkäufen ist.

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