Schutzschirm für Galeria-Karstadt-Kaufhof, Adidas entschuldigt sich, Buchhändler bauen Plattform für stationäre Händler.

von Stephan Lamprecht am 02.April 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Coronavirus-Krise fordert Unternehmen alles ab. Wer vor den Ladenschließungen in finanziellen Schwierigkeiten steckte, hat jetzt massive Probleme. So wie Galeria-Karstadt-Kaufhof, dieser Scheinriese, der aus der Fusion zweier bereits angezählten Firmen entstand. Die Warenhauskette hat nun ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich in Eigenregie zu sanieren.

Unsere weiteren News des Tages:

In der Sache richtig gehandelt, blöd kommuniziert: Das trifft wohl den Versuch von Adidas, die Fixkosten der geschlossenen Läden zu reduzieren. Nach der Ankündigung, Mieten nicht zu zahlen, ergoss sich ein Shitstorm über die Firma. Jetzt entschuldigt sich das Unternehmen in einem öffentlichen Brief. Adidas werde harte Einschnitte vornehmen, zahle aber die Aprilmiete für die Stores.

Als erster deutscher Online-Marktplatz kooperiert Ebay mit der Plattform Shopify. Händler stellen darüber Produkte direkt aus ihrem Shopify-Konto auf Ebay ein. Sie erschließen sich damit einen weiteren Absatzkanal: In der aktuellen Situation sicherlich eine gute Sache. Die Kooperation gestattet die Synchronisation von Produkten, Bestandsinformationen, Preisen und Verfügbarkeiten zwischen Shopify und dem Ebay-Shop.

Coop@Home mit Top-100-Sortiment, Picnic vergrößert sich.

Die Geschäfte der E-Food-Anbieter brummen. Die große Zahl an Bestellungen führt zu knappen Lieferslots. In der Schweiz hat Coop@Home ein besonderes Sortiment zusammengestellt. Dazu gehören 100 ungekühlte Produkte, deren Transport die Post übernimmt. Für einen Mindestbestellwert von 100 Franken liefert die Post die Artikel im Paket zum Kunden.

Picnic eröffnet in Herne sein zweites Fulfillment-Center in Deutschland. Wegen der Verdopplung der Nachfrage stellte das Unternehmen in den vergangenen drei Wochen 200 neue Mitarbeiter ein. Das neue Lager umfasst 15.000 Quadratmeter und soll zur Entspannung bei der Bearbeitung der Bestellungen beitragen. Die Landesregierung von NRW und die Stadt Herne unterstützten die schnelle Fertigstellung.

Beratung, Bezahlen und Einkauf auf Distanz

Der IT-Dienstleister Dein-Konfigurator stellt das Beratungs- und Planungstool „Dein Küchen-Navigator“ vor. Die Entwickler versprechen, dass der Kunde damit in gerade fünf Schritten die eigene Traumküche gestaltet. Auf Wunsch ermittelt das Tool auch bereits einen Endpreis. In der aktuellen Situation ein gutes Timing für die Produktentwicklung.

Payback pusht sein kontaktloses Bezahlverfahren Payback Pay. Bis zum 31. Mai 2020 sichern sich die Kunden die doppelte Punktzahl, wenn sie das Smartphone zum Bezahlen zücken. Vorher ist der passende Coupon in der App zu aktivieren.

Die Buchhändler Thalia Mayersche und Osiander starten eine gemeinsame Einkaufsplattform. „Shop daheim“ soll stationären Händler aus Deutschland und Österreich die Chance eröffnen, online Umsätze zu generieren. Die Plattform richtet sich also nicht in erster Linie an Buchhändler, sondern steht allen Branchen und Handelsinitiativen offen.

Sorge im Lebensmitteleinzelhandel und der Quatsch mit Aktionsartikeln

Das passt etwas nicht zusammen. Gestern haben wir auf einen Artikel hingewiesen, der erklärt, wie es zu leeren Regalen in den Supermärkten kommt. Durch die angespannte Situation in der Logistik ist es unmöglich, größere Warenbestände in den Lagerhallen aufzubauen. So appelliert Rewe-Chef Lionel Souque an die Konsumenten, zu Ostern nicht die Geschäfte zu stürmen. Besser sei es, die Einkäufe auf mehrere Tage zu verteilen und rechtzeitig damit zu beginnen. Das sorgt für Entlastung an den gewöhnlich starken Tagen Gründonnerstag und Karsamstag.

Auf der anderen Seite verkaufen die Händler wie gewohnt Aktionsware und Non-Food-Artikel zu besonders günstigen Preisen. Mit dem Thema beschäftigt sich Peer Schader:

“Die Handelszentralen bedanken sich derzeit überschwänglich bei ihren Mitarbeiter:innen für deren Einsatz in der Ausnahmesituation, die viele weit über ihre Belastungsgrenzen hinaus geführt hat. Gleichzeitig lassen die Händler ihre Mitarbeiter:innen weiter Quatschartikel für die Überflussgesellschaft auf Sonderpostenflächen räumen, damit dort Kram verkauft werden kann, den derzeit zwangsweise geschlossene Geschäfte nicht anbieten können.“

Spannende Apps für Händler

Vor einigen Tagen haben wir auf mit Unterstützung von MORE Exciting Commerce auf unserem Schwesterportal mobilbranche.de eine neue Serie gestartet: Mit täglichen App-Tipps wollen wir Denkanstöße für Händler liefern, wie sie ihr Geschäft für das Zeitalter des Mobile Commerce fit machen können. Eines der Beispiele ist heyOBI, eine App, in der man per Videocall einen Baumarktmitarbeiter um Rat fragen kann. Alle App-Tipps finden Sie hier. Um regelmäßig neue App-Tipps zu erhalten, können Sie gern den Newsletter von mobilbranche.de abonnieren.

Kommen Sie weiter gut durch die Zeit!

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