Schweizer Couponing-Marktführer DeinDeal steigt in den Online-Handel ein.

von Matthias Hell am 29.September 2014 in News

Der Couponing-Boom ist vorbei und die einstigen Shooting Stars der Szene suchen nach Weiterentwicklungen für ihr Geschäftsmodell. So versucht sich Groupon mit einem Marktplatz für lokale Einzelhandelsangebote und einem eigenen iPad-Kassensystem. Der Schweizer Marktführer DeinDeal steigt dagegen in den klassischen E-Commerce ein und will dabei auch selbst in die Händlerrolle schlüpfen, wie die Gründer und Geschäftsführer Adrian Locher und Amir Suissa bei der E-Commerce-Konferenz K5 berichteten.

Die DeinDeal-Geschäftsführer  Amir Suissa und Adrian Locher

Die DeinDeal-Geschäftsführer Amir Suissa und Adrian Locher

Anders als bei vielen anderen Couponing-Portalen ist es im Fall von DeinDeal nicht die pure Not, die für die Transformation des Geschäftsmodells verantwortlich ist: DeinDeal, 2010 gegründet und seit 2011 mehrheitlich im Besitz des führenden Schweizer Medienkonzerns Ringier, besitzt in dem Land im Couponing-Bereich einen Marktanteil von 80 Prozent. Gleichzeitig gehört die Plattform zu den Top 10 Online-Händlern der Schweiz. Zwar bekam auch DeinDeal das Abflauen des Couponing-Booms zu spüren und baute 2013 knapp ein Drittel der Belegschaft ab. Doch erreichte das Online-Unternehmen im gleichen Jahr auch den Break-even und bewegt sich inzwischen in der Profitabilität.

Wie Co-Gründer Adrian Locher bei der K5 berichtete, resultiert der Einstieg von DeinDeal in das E-Commerce-Geschäft aus der Lernkurve des Unternehmens. So habe man zwar festgestellt, dass die Kunden neben klassischen Dienstleistungs- und Gastronomieangeboten auch großes Interesse an lokalen Schnäppchen im Handelsbereich zeigten. „Doch der Produktverkauf über Gutscheine funktioniert nicht“, so Locher.

E-Commerce-Angebot baut auf vorhandene Strukturen auf

Stattdessen habe DeinDeal die Kontakte zum Handel genutzt, um einen eigenen Liveshopping-Bereich aufzubauen. Auch dabei machte das Unternehmen lehrreiche Erfahrungen: „Wir hatten uns das eher nach dem Dropshipping-Prinzip vorgestellt. Doch mussten wir feststellen, dass einige Händler Schwierigkeiten hatten, das anfallende Bestellvolumen abzuwickeln.“ Als Konsequenz entschloss sich DeinDeal zum Aufbau eigener Logistikkapazitäten und will das Couponing-Startup bald auch selbst in die Händlerrolle schlüpfen.

Vom reinen Couponing hat sich DeinDeal erfolgreich in den Liveshopping-Bereich vorgewagt

Vom reinen Couponing hat sich DeinDeal erfolgreich in den Liveshopping-Bereich vorgewagt

Unternehmensgründer Adrian Locher zeigte sich bei der K5 selbst noch etwas überrascht über die Entwicklung von DeinDeal: „Wir hatten zunächst keine Ahnung vom E-Commerce. Wir waren ja nur ein Marktplatz, wo man Gutscheine hin- und herschiebt.“ Doch wurden die Basics schnell gelernt – schließlich sind die lokalen Sales-Teams des Unternehmens und die guten Kontakte zum Handel auch im E-Commerce-Kontext hochrelevant. Zudem ist die lokale Kompetenz von DeinDeal im Hinblick auf die Bindung der Endkunden Gold wert, wie Co-Geschäftsführer Amir Suissa mit Blick auf das Liveshopping-Geschäft berichtete: „Das Vertrauen, das wir durch lokale Angebote gewonnen haben, lässt sich erfolgreich auf E-Commerce-Angebote transferieren.“


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