Smarte Türsteher bei Media-Saturn, GetNow versendet per Paket, Lidl informiert per WhatsApp über Filialauslastung.

von Stephan Lamprecht am 14.Mai 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Handelsexperte Gerrit Heinemann spricht in einem Spiegel-Artikel von einen „Tsunami“, der insbesondere den Modehandel ab September treffen werde. Klar, wer mit Mund-Nasen-Schutz nur mal schnell in einen Laden geht, weil er unbedingt etwas braucht, kauft nicht noch weitere Produkte ein. Kauflust sieht eben anders aus. Die Lage ist schlimm. Sehr schlimm. Keine Frage. Was ich aber persönlich vermisse, sind Mitteilungen von Unternehmen, die uns Kunden jetzt mit Ideen überraschen. Sicher, einige Beispiele haben wir hier schon vorstellen können. Ob Beratung und Vorführung im Haus des Kunden, Videostreams oder auch Verkaufsgespräche per Video-Chat. Doch verglichen mit der Zahl der bundesweit aktiven Händler ist das erstaunlich wenig. Es scheint mir langsam an der Zeit zu sein, die Schockstarre zu verlassen, um kreativ mit „The New Normal“ umzugehen.

Und damit zu unseren weiteren News.

Tschüss und bis zur nächsten Ausgabe,
Ihr Stephan Lamprecht

H&M startet „Pay Later“ auch in Deutschland, Paypal lässt per QR-Code auch im Store bezahlen, GetNow versendet mit Paket

Geradezu euphorisch zeigten sich im vergangenen Jahr die Medien in den USA und Großbritannien über den von Zahlungsanbieter Klarna vorgestellten Service „Buy Now, Pay Later“. Das ist von der Idee auch so simpel, wie es sich anhört. Konsumenten aus Deutschland kennen das Modell unter dem schlichten Begriff des Rechnungskaufs. Neu daran ist lediglich, dass dank Klarna dieser Zahlungsweg eben nicht nur im Online-Shop angeboten wird, sondern auch beim Einkauf in einem Laden. Zu den Vorzeigekunden der ersten Stunde gehört die Modekette H&M. Was wiederum wenig überrascht, schließlich hat sich H&M bereits vor einiger Zeit finanziell an Klarna beteiligt. Nun dürfen jedenfalls auch Kunden in Deutschland später bezahlen. Das gilt für den Online-Shop und auch in den Filialen. Dazu müssen die Kunden „H&M Member“ sein und die App des Filialisten nutzen.

Und damit zu einer weiteren Neuigkeit aus dem Bereich Payment, die so euphorisch begrüßt wird, als habe Paypal so eben den tiefen Teller erfunden. Konkret geht es um das kontaktlose Bezahlen via Paypal und QR-Code an der Ladenkasse. Ja, auch daran werden sich unsere geneigten Leser vielleicht bereits erinnern. Denn neu ist die Technologie auch nicht. Händler generieren für die offene Zahlung einen QR-Code, den der Kunde mit seiner Paypal-App scannt und bezahlt. Alles kontaktlos versteht sich in Zeichen des Coronavirus. Wie die WAZ meldet, sollen Händler bis Mitte September dafür keine Gebühren bezahlen müssen.

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Lieferdienste für Lebensmittel wurden vom Interesse der Kunden während des Lockdowns geradezu überrannt. Der bevh stellt im April ein Wachstum bei E-Food von über 100 Prozent fest. Gute Aussichten für Getnow. Das Unternehmen arbeitet bekanntlich mit der Metro zusammen. Frische Waren werden per Kurier in den Kernbereichen München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Hannover und Berlin zugestellt. Peer Schader gehört zu den ersten, die ein neues Angebot ausprobiert haben: den Versand von haltbaren Lebensmitteln per Paket. So erreicht Getnow auch Kunden außerhalb seiner Stammregionen. Nach Eingabe der PLZ gelangt der Kunde dann zu einer eingeschränkten Produktauswahl, die nur solche Lebensmittel umfasst, die auch ungekühlt per Paket versendet werden können.

Neuer Lebensmittelservice für frische Produkte, smarte Türsteher bei Media-Saturn, Rose Bikes mit Umsatzplus

Wenn die Gastronomie nicht öffnen kann, leiden darunter auch die Zulieferer. Das Startup Choco hat sich eigentlich auf die Fahnen geschrieben, die Kommunikation zwischen Gastronomie und Großhändlern zu optimieren. Angesichts der Coronavirus-Krise bringt das Unternehmen jetzt den „Choco Market“ an den Start. In den Online-Shops für Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf können Endkunden frisches Obst und Gemüse von Großhändlern aus der Region zur Lieferung bestellen. Es gibt einen Mindestbestellwert von 25 Euro.

Die Einlassbeschränkungen für den Handel sind für kleine Geschäfte deutlich einfacher umzusetzen, als für große Filialisten wie Media-Saturn. Die Elektronik-Kette wird nach erfolgreichen Testläufen ein System von Xplace nutzen, das die Zahlen der verschiedenen Ein- und Ausgänge in den Filialen koordiniert. Die Kunden werden über eine Ampellogik informiert, ob sie das Geschäft betreten können. Die Displays weisen zusätzlich auf die einzuhaltenden Hygiene- und Abstandsvorgaben hin. Die aktuelle Kundenzahl wird via App den Mitarbeitern angezeigt, kann darüber auch angepasst werden. Zusätzlich ist eine Reporting-Funktion für dokumentarische Zwecke enthalten.

Die bundesweite Schließung von Geschäften hat natürlich auch Rose Bikes getroffen. Dennoch verkündet das Unternehmen für das erste Geschäftshalbjahr, das im April endete, ein Umsatzwachstum von über 20 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Somit lag der Gesamtumsatz laut Firmenangaben bei nunmehr 56,7 Mio Euro. Bei seinen Maßnahmen zur weiteren Digitalisierung sieht sich das Unternehmen bestätigt. Der Onlineumsatz wuchs sogar um 40 Prozent. Und auch stationär wird expandiert. Im Juni soll ein neuer Standort in Berlin an den Start gehen.

“Gut etablierte Händler erzielen auf unseren Plattformen etwa 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes.“

Dominik Benner ist Gründer von Schuhe24. Er stellt ein erhöhtes Interesse von Händlern an seinen Marktplätzen fest. Um diesen Ansturm zu bewältigen, musste mehr Personal angestellt werden. Außerdem will Benner mehr Geld ins Marketing stecken. Im Podcast verrät er auch, wieso er sich auf den Eintritt von Google Market freut.

Lidl informiert über Auslastung per Chatbot, smarte Kassenschlangen bei Smart & Final

In Irland können sich die Kunden des Discounters Lidl vor ihrem Besuch im Supermarkt per WhatsApp darüber informieren, wie stark die gewünschte Filiale ausgelastet ist. Der Service basiert auf einer Eigenentwicklung von Lidl Ireland. Die Kunden nennen die Tag und Uhrzeit, zu der sie einkaufen wollen. Als Antwort erhalten sie dann eine Einschätzung, ob die Filiale dann eher stark ausgelastet ist. Damit können die Kunden also in Zeichen von Covid-19 auf Nebenzeiten ausweichen, um möglichst wenigen Menschen zu begegnen.

Die US-Supermarktkette Smart & Final implementiert in seinen Läden ein neues Wartesystem für die Kassenzone. Die Kunden warten mit dem gebührenden Abstand vor einer Schranke in einer gemeinsamen Schlange vor dem Kassenbereich. Auf einem Display erscheint dann die Nummer der Kasse, die als nächstes einen Kunden bedienen kann. Die Schranke öffnet sich für den Ersten in der Warteschlange. Erstaunlich, was in Zeiten von Corona alles so geht.

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