Social Insights Handel #21: Aldi eckt mit Weißwürsten bei Kunden an und Handel entdeckt Elektromobilität.

von Gastautor am 06.September 2018 in News, Trends & Analysen

Von Brandwatch-Expertin Michaela Vogl

Ein Produkt kam im letzten Monat im Netz nicht besonders gut an: Münchner Weißwürste von Aldi Süd. Diese wurden nicht in München hergestellt, sondern in Schleswig-Holstein. Doch das war nicht die einzige Kritik, die Nutzer auf Facebook unter einem Post von Bayern3 äußerten:

Bayerische Weißwürste aus Schleswig-Holstein? WTF!Gesehen bei ALDI SÜD

Gepostet von Radio BAYERN 3 am Montag, 27. August 2018

So kauft man Weißwürste traditionell beim Metzger und nicht in der Dose und das paar- und nicht stückweise. Der Facebookpost sorgte mit über 110 Kommentaren für eine rege Diskussion.

Anfang August wurde bekannt, dass ein Gesetzesentwurf beschlossen wurde, der gegen Umsatzsteuerhinterziehung bei Händlern vorgehen soll, die über Online-Marktplätze wie Amazon und Ebay, verkaufen. Der höchste Peak der Gespräche und Top-Thema im letzten Monat war die Meldung am 8. August, dass Händler wie Aldi, Rewe und Ikea ihre Filialen mit Ladestationen für Elektroautos ausstatten. Damit wollen die Unternehmen neue Kunden anlocken und ihr Image stärken.

Das Textilbündnis, welches die Modebranche nachhaltiger gestalten soll, geht nur langsam voran. Das Bündnis wurde 2014 gegründet, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, Chemikalien in Kleidung zu reduzieren und für eine umweltfreundlichere Produktion zu sorgen. Inzwischen sind von 146 Mitgliedern in den letzten zwölf Monaten 16 ausgetreten, weil sie entweder die Anforderungen nicht erfüllten oder ihnen der Prozess zu langsam voranschreitet. Allerdings sollen im laufenden Jahr 1300 Maßnahmen für Mindeststandards in der Produktion geplant werden. Ein wichtiger Meilenstein, wie Jürgen Janssen, Leiter des Bündnisses am 13. August betont.

Das Top-Thema zu den Ladestationen für Elektroautos spiegelt sich auch in der Themenwolke wider. Ein beliebtes Thema war außerdem der Trend zum Online-Möbelkauf. Immer mehr Kunden kaufen nicht nur Bekleidung und Elektronik im Internet, sondern auch Möbel, z.B. bei Home24 oder Wayfair (Wayfair-Manager Malte Dous im Fragebogen von Location Insider). Eine Entwicklung, auf die Ikea mit einem Ausbau seines Online-Angebots, kleineren Geschäften in Innenstädten und schnelleren Lieferzeiten reagieren und Otto Konkurrenz machen will. Otto ist derzeit Vorreiter im Online-Möbelhandel und kann einen geschätzten Marktanteil von 50 Prozent für sich verzeichnen.

Ebenfalls häufig geteilt wurde eine Rückrufaktion von Bio-Eiern wegen Salmonellengefahr, die unter anderem bei Aldi Süd, Real und Lidl verkauft wurden. Diese Meldung wurde von weiblichen Autoren auf Twitter am häufigsten geteilt. Bei Männern besonders beliebt war ein Tweet, dessen Foto ein scherzhaftes Plakat zur DSGVO und Cookies in einer Edeka Filiale zeigt.

Im Vergleich zum Vormonat fanden weniger Online-Gespräche rund um den Handel statt. Auf der IFA, die vom 31. August bis 5. September in Berlin stattfindet, werden unter anderem viele neue intelligente Hausgeräte vorgestellt. Die Vernetzung von Geräten gehört zu den Top-Trends der diesjährigen IFA und sorgt für viel Buzz bei Amazon. So stellte zum Beispiel Bosch einen neuen Roboter-Rasenmäher vor, der mithilfe von Amazon Alexa gesteuert werden kann. Eine Studie von Bitkom stützt den Trend: So besitzt bereits jeder Achte einen smarten Lautsprecher, wie etwa Amazon Echo oder Google Home. Bei Ikea sorgte die Herausgabe des neuen Ikea-Katalog Ende des Monats für ein bisschen mehr Buzz als im Vormonat.

Kein Land in Europa produziert so viel Verpackungsmüll wie Deutschland. Aldi kündigte daher Ende August eine Offensive gegen Verpackungsmüll an und will die Verpackungsmenge bei Eigenmarken bis 2025 um bis zu ein Drittel senken. Weniger gut kam die Meldung zu neuen Arbeitsverträgen bei Aldi Nord an. Demnach äußerten sich Betroffene, dass das Unternehmen massiven Druck auf Mitarbeiter ausübt, die die neuen Arbeitsverträge nicht unterzeichnen möchten, weil diese sich nachteilig für sie auswirken. Aldi widerspricht den Vorwürfen.

Die Online-Gespräche nahmen bei Lidl im Vergleich zum Vormonat ab. Ein Tweet, der für viele Retweets sorgte und zu den beliebtesten Tweets im letzten Monat zählte, war ein Tweet, der ein Plakat aus einem Lidl in Irland zeigte:

Auf dem Plakat wird auf wöchentliche Ruhezeiten aufmerksam gemacht, um Menschen mit Autismus ein angenehmeres Einkaufserlebnis zu bieten. Eine Aktion, die bei Twitter-Nutzern positiv ankam.

Methodik:

In unserer monatlichen Social-Media-Analyse werfen wir einen Blick auf die Online-Gespräche rund um die Handelsbranche. Was waren im letzten Monat die Top-Themen? Über welches Unternehmen wurde am häufigsten gesprochen? Für die Analyse untersuchten wir mehr als 163.000 Erwähnungen, die im August auf Twitter, Facebook, Instagram, News-Seiten, Blogs und Foren rund um Handelsunternehmen wie Edeka, Aldi und Ikea stattfanden.

Über Brandwatch:

Brandwatch ist eine weltweit führende Unternehmensgruppe für Social Intelligence. Die Produkte Brandwatch Analytics und Vizia unterstützen kluge Geschäftsentscheidungen auf der ganzen Welt. Mit dem Hinzufügen von BuzzSumo im Oktober 2017 erweitert und stärkt Brandwatch sein Content-Marketing- und Influencer-Idenfikations-Portfolio. Die Brandwatch-Plattform wird von mehr als 1.300 Marken und Agenturen genutzt darunter Unilever, American Airlines, Whirlpool, Asos, Walmart, British Airways und Dell.


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