Social Insights Handel #24: Missbrauchsverfahren gegen Amazon und Ikea nimmt Hot Dogs aus dem Sortiment.

von Gastautor am 05.Dezember 2018 in News, Trends & Analysen

Von Brandwatch-Expertin Michaela Vogl

Das Bundeskartellamt hat gegen Amazon aufgrund dessen Geschäftspraktiken auf dem deutschen Markt ein Missbrauchsverfahren eingeleitet. Diese Neuigkeit verbreitete sich Ende November. Viele Händler hatten Beschwerden beim Bundeskartellamt eingereicht, die z. B. verzögerte Zahlungen oder intransparente Kündigungen nennen. Amazon ist mit Abstand der größte Online-Händler im deutschen Markt. Letztes Jahr wurden 46 Prozent der Online-Waren über den Giganten abgewickelt.

Bei Ikea können Kunden keine Hot Dogs mehr kaufen. Der Möbelhersteller hat nach einem Skandal die Würste aus dem Sortiment genommen und die Zusammenarbeit mit seinem Lieferanten Goldschmaus beendet. Laut des ARD-Magazins „Fakt“ wurden in einem Schlachthof in Oldenburg Tiere bei der Schlachtung gequält, von dem möglicherweise der Lieferant Goldschmaus Rindfleisch bezog.

Ein weiteres großes Thema im letzten Monat war die Digitalsteuer, die Frankreichs Präsident Macron bei seiner Rede im Bundestag zum Volkstrauertag, erwähnte. Die Digitalsteuer sieht vor, dass große Unternehmen wie Facebook und Amazon, die große Gewinne in Europa erzielen, mit einer Abgabe zu belegen. Das Vorhaben stieß bei der EU-Kommission in Brüssel auf große Zustimmung, allerdings befürchten Experten Benachteiligungen für Startups und Probleme mit den USA.

C&A und Butlers kooperieren. Der Dekoartikelhersteller wird in sieben Filialen der Modekette seine Weihnachtsshops eröffnen. Damit will C&A ein breiteres Angebot in seinen Filialen liefern. Mit einer Neuausrichtung will sich das Unternehmen gegen Konkurrenten wie Primark positionieren.

Anfang des Monats sorgten neue Preiserhebungen bei Aldi für viel Buzz. Angehoben hatte der Discounter die Preise für Mehl und Milch. Für den höchsten Peak im November sorgte die Meldung, dass in Supermärkten jetzt Eier gekauft werden können, die mittels eines Verfahren der Universität Leipzig das Küken schreddern verhindert. Das Verfahren ermittelt vor dem Ausbrüten das Geschlecht des Kükens, so dass männliche Küken erst gar nicht schlüpfen. Zunächst werden die Eier in Berliner Filialen von Rewe und Penny angeboten, bis Ende nächsten Jahres soll es sie dann in allen Filialen geben.

Am 20. November musste Amazon eine Niederlage gegen Verdi einstecken. Der Handelsriese hatte Klage eingereicht, weil Verdi auf einem Parkplatz von Amazon Streiks abhalten wollte. Das Bundesarbeitsgericht gab den Streikenden Recht, dass diese unter Voraussetzung bestimmter Bedingungen auf dem Gelände des Unternehmens streiken dürfen.

Im Vergleich zum Oktober fanden online im November weniger Gespräche über Amazon statt. Top-Themen waren die geplante Digitalsteuer, das Missbrauchsverfahren, die abgewiesene Klage gegen Verdi und Artikeln über Künstliche Intelligenz, in denen die Vorreiterrolle von Amazon hervorgehoben wird, das die Ausgaben für Forschung und Entwicklung angehen. Im letzten Jahr gab Amazon dafür 23 Milliarden Dollar aus.

Ikea liegt auf dem zweiten Platz und kann im Vergleich zum Vormat den höchsten Zuwachs an Online-Gesprächen verzeichnen. Mitschuld der beliebteste Tweet über Handelsunternehmen im November. Der Tweet, der viral ging und über 13.000 Likes erhielt, zeigt eine humorvolle Dekoration der Einrichtung in einer Ikea Filiale:

Eine Meldung, die auch häufig geteilt wurde, war der Rückruf eines Ausziehtisches von Ikea.

Top-Themen bei Aldi waren neben den Preiserhöhungen von Mehl und Milch der Rückruf eines Nugatriegels und der Tod von Cäcilie Albrecht, der Witwe des Aldi-Mitgründers Theo Albrecht.

Methodik:

In unserer monatlichen Social-Media-Analyse werfen wir einen Blick auf die Online-Gespräche rund um die Handelsbranche. Was waren im letzten Monat die Top-Themen? Über welches Unternehmen wurde am häufigsten gesprochen? Für die Analyse untersuchten wir mehr als 185.000 Erwähnungen, die im November auf sozialen Netzwerken, News-Seiten, Blogs und Foren rund um Handelsunternehmen wie Amazon, Ikea und Zalando.

Über Brandwatch:

Brandwatch ist eine weltweit führende Unternehmensgruppe für Social Intelligence. Die Produkte Brandwatch Analytics und Vizia unterstützen kluge Geschäftsentscheidungen auf der ganzen Welt. Mit dem Hinzufügen von BuzzSumo im Oktober 2017 erweitert und stärkt Brandwatch sein Content-Marketing- und Influencer-Identifikations-Portfolio. Die Brandwatch-Plattform wird von mehr als 1.300 Marken und Agenturen genutzt darunter Unilever, Walmart und Dell.


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