Social Insights Handel #28: Online-Handel und Discounter verdrängen zunehmend traditionelle Geschäfte.

von Gastautor am 03.April 2019 in News, Trends & Analysen

Von Brandwatch-Expertin Michaela Vogl

Der Online-Handel boomt in vielen Bereichen und diese Entwicklung wirkt sich negativ auf traditionelle Geschäfte aus. Diese Entwicklung war im März das Top-Thema im Social Web rund um Handelsthemen und sorgte Mitte des Monats für den höchsten Peak in den Online-Gesprächen. Zwei Bereiche wurden hier besonders häufig geteilt: Baumärkte und Spielwarenläden. Neben dem Online-Handel werden auch Discounter mit ihren Aktionswochen zunehmend Konkurrenz für Ladengeschäfte. So kaufen Verbraucher Handwerkswaren im Netz vor allem bei Amazon. Nur ein Fünftel geht hier an Baumarktketten. Bei den Spielwaren gehen nur noch 30 Prozent aller Umsätze an den stationären Handel und 40 Prozent an den Online-Handel. Eine Entwicklung, die dazu führt, dass jeder siebte Spielwarenhändler sein Geschäft schließen muss.

Zu Beginn des Monats sorgten neue Butterpreise für viel Buzz. Mehrere Discounter, wie Netto und Norma senkten die Preise für Butter, eine Maßnahme, die oft dazu führt, dass auch andere Lebensmittelhändler ihre Preise senken. Am 20. März wurde bekannt, dass bei Kaufland vorübergehend Klaus Gehring die Leitung übernimmt, da der bisherige Vorsitzende überraschend das Amt verlassen hat. Große Lebensmittelhändler wie Edeka, Rewe und Penny führten Ende des Monats eine einheitliche Kennzeichnung von Fleischprodukten ein, das Verbraucher über die Haltungsbedingungen besser informieren soll.

Amazon und Volkswagen arbeiten künftig zusammen. Volkswagen will die Cloud-Technologie von Amazon nutzen, um seine Fabriken weltweit besser zu vernetzen und die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben. Amazon bietet neben dem Online-Handel und Streaming-Angeboten auch Serverkapazitäten an. So nutzen zum Beispiel Netflix und Dropbox die Cloud von Amazon.

Ein Ranking, dass regelmäßig für viel Buzz sorgt, ist das Ranking von Forbes zu den reichsten Menschen der Welt. Amazon-Chef Jezz Bezos liegt weiterhin an der Spitze und konnte sein Vermögen um 19 Milliarden Dollar auf insgesamt 131 Milliarden Dollar vergrößern. Auf Platz zwei liegt Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem geschätzten Vermögen von 96,5 Milliarden Dollar.

Edeka will sich mit einem neuen Ladenkonzept gegen Konkurrenten wie Aldi und Lidl durchsetzen. Das Supermarktunternehmen will künftig mehr Bioprodukte anbieten. Diese sollen allerdings nicht über die regulären Edeka-Filialen verkauft werden, sondern über eine neue Kette. Ein Grund für die Maßnahme könnte sein, dass der Discounter Aldi der Marktführer bei Bioprodukten ist, während Edeka bisher einen Anteil von fünf Prozent für sich verzeichnen kann.

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Art und Weise, wie Verbraucher einkaufen, sondern auch wie Läden gestaltet werden. Eine Maßnahme, die zunehmend getestet wird, sind digitale Preisschilder,die Papier sparen. Diese Preisschilder werden bereits in Filialen von Rewe und Kaufland eingesetzt. Kritiker sehen hier allerdings die Gefahr, dass Preise flexibler angepasst werden, z. B. tagsüber zu Stoßzeiten.

Im März konnte Amazon einen Buzz-Anstieg um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vormonat verzeichnen. Neben der Zusammenarbeit mit Volkswagen sorgten weitere Meldungen für viel Buzz. So wurde zum Beispiel bekannt, dass der Handelsriese in den USA seine Supermarktfilialen ausweiten und Endes des Jahres eine Filiale in Los Angeles eröffnen will. Das Unternehmen will außerdem stärker gegen bezahlte Produktbewertungen vorgehen. So sollen Drittanbieter in Zukunft kennzeichnen müssen, wenn die Bewertung von Personen stammt, die für den Test Geld oder Produkte erhielten.

 Bei Aldi sorgten für den meisten Buzz die Senkung der Butterpreise, der Rückruf von Eiscreme und die Meldung, dass Aldi Lidl in den USA verklagt. Aldi wirft dem Konkurrenten vor, Personal abgeworben und Geschäftsgeheimnisse verletzt zu haben.

 In den letzten Monaten starteten Handelsunternehmen zunehmend Maßnahmen zum Thema Plastikverpackungen. So will in diesem Jahr DM mit Rossmann, Henkel und Beiersdorf eine Offensive gegen Plastikmüll starten. Auf den Produkten sollen in Zukunft Informationen zur Verpackung stehen, z. B. wie hoch der Anteil von wiederverwerteten Kunststoff ist oder wie Verbraucher die Verpackung richtig entsorgen können. Maßnahmen zur Plastikvermeidung von Unternehmen werden nicht nur positiv aufgenommen. In der Kritik stehen z. B. der reine Austausch von Plastik durch Papier, da Papier, vor allem durch die Herstellung, keine bessere Ökobilanz als Plastik aufweisen kann. Laut Dr. Henning Wilts vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie benötigen Verbraucher klarere Kriterien, um die Maßnahmen der Unternehmen richtig bewerten und z. B. Greenwashing erkennen zu können.

Das war nicht die einzige Kritik im letzten Monat. Der Top-Tweet im März rund um Handelsunternehmen stammt von Location-Insider-Gründer Florian Treiß:

Der virale Tweet zeigt, wie eine Leipziger Filiale des Biomarktes Biomare seine Kunden darüber aufklärt, dass Himalaya-Salz nicht, wie es der Name vermutet, aus dem Himalaya stammt und überteuert ist. Diese Aktion sorgte für viel Zuspruch in der Online-Community und erhielt mehr als 2.100 Retweets und 7.800 Likes.

Methodik:

In unserer monatlichen Social-Media-Analyse werfen wir einen Blick auf die Online-Gespräche rund um die Handelsbranche. Was waren im letzten Monat die Top-Themen? Über welches Unternehmen wurde am häufigsten gesprochen? Für die Analyse untersuchten wir mehr als 121.000 Erwähnungen, die im März auf sozialen Netzwerken, News-Seiten, Blogs und Foren rund um Handelsunternehmen wie Amazon, DM und Lidl stattfanden.

Über Brandwatch:

Brandwatch ist ein weltweit führender Anbieter von Social-Intelligence-Lösungen für Unternehmen und ermöglicht es über 2.300 der bekanntesten Marken und Agenturen der Welt, darunter Unilever, Walmart und Dell, informierte und datengesteuerte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Brandwatch unterhält Niederlassungen auf der ganzen Welt, einschließlich Berlin, Brighton, Boston, New York, London, Paris, Singapur, Stuttgart und Sydney. Brandwatch wird geführt von CEO und Gründer Giles Palmer.


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