Uber Eats plant Attacke auf Lieferando, Gorillas will 630 Mio Euro, Rewe & Co listen russische Produkte aus.

von Florian Treiß am 02.März 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

aus den USA erreicht uns eine traurige Nachricht: B8ta, Pionier für das Geschäftsmodell „Retail as a Service“, hat nach sieben Jahren am Markt seinen Betrieb eingestellt. Das innovative Startup, das Handelsflächen mit Marken-Kooperationen bespielte und für diesen Service bezahlt wurde, hat es nicht durch die Corona-Krise und die damit einhergehenden Frequenzverluste geschafft. In Deutschland lebt die Idee weiter in Startups wie _blaenk oder Vaund.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Uber Eats plant Attacke auf Lieferando, Supermärkte verbannen russische Produkte, Apple stellt Russlandgeschäft ein

Uber Eats bläst in Deutschland zur Expansion. Der Lieferdienst plant die Ausweitung des Liefergebiets von derzeit 14 auf bundesweit mindestens 64 Städte bis Jahresende, kündigt Europa-Chefin Eve Henrikson gegenüber „FAZ“ an. Das ist nicht nur eine Kampfansage an den Platzhirschen Lieferando sowie die anderen beiden Herausforderer Wolt und Doordash, sondern auch eine enorme logistische Herausforderung. Die Erfolgsformel soll eine Mischung aus der Vermittlung von Bestellungen an die Lieferdienste von Restaurants und Auslieferungen durch eigene Logistikpartner sein, die 80 Prozent der Uber-Lieferungen ausliefern sollen.

Die Rewe Group verbannt russische Lebensmittel aus ihren Regalen. Der Supermarktkonzern kündigt für Rewe und Penny an, in Russland produzierte Lebensmittel auf zentraler Ebene auszulisten. Bestände werden allerdings nicht vernichtet, sondern abverkauft oder an Tafel-Organisationen gespendet. Aldi und Netto verzichten ebenfalls auf russische Produkte, Edeka hat schon länger mehr keine Produkte Made in Russia im Sortiment.

Apple stellt den Verkauf seiner Produkte in Russland ein. Die Exporte von iPhones und MacBooks an Vertriebspartner in Russland habe der Konzern schon vergangene Woche gestoppt, eigene Apple Stores gibt es in Russland nicht. Nun schränkt Apple auch seinen Bezahldienst Apple Pay ein und sperrt russische Staatsmedien aus dem App Store aus.

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Gorillas will 630 Mio Euro, Flink droht Betriebsrat-Ärger, Plattformarbeit verändert die Arbeitswelt

Der Express-Lieferdienst Gorillas will von Investoren mehr als 630 Mio Euro frisches Kapital einsammeln, sagt Gorillas-Gründer Kagan Sümer gegenüber Bloomberg. Wann und wie weit die nächste Finanzierungsrunde fortgeschritten ist, lässt das Unternehmen offen. Gorillas hatte erst im Oktober eine rund 860 Mio Euro hohe Kapitalspritze erhalten. Sümer sieht den Lieferdienst auf einem guten Weg zur Profitabilität, einige Mikro-Fulfillment-Center seien bereits profitabel. Gleichzeitig baut der Lieferdienst sein Geschäftsmodell aus und bietet in den USA beispielsweise einen Click&Collect-Service an und greift damit Supermärkte noch stärker an als ohnehin schon.

Nachdem Gorillas das Thema Betriebsrat um die Ohren geflogen ist, steht auch dem Konkurrenten Flink Ärger ins Haus. Der Lieferdienst tritt mit einem eigenen Konzept für betriebliche Mitbestimmung proaktiv an seine Mitarbeiter heran, erntet dafür aber scharfe Kritik, berichtet Gründerszene. Das Konzept sieht Gremien vor, die im Unterschied zu frei gewählten Betriebsräten vom Management besetzt werden. Viele Einzelheiten bleiben im Dunkeln und Experten sehen den Vorschlag als keine ernstzunehmende Alternative zu einem Betriebsrat nach deutschem Recht.

Die Plattformökonomie verändert die Arbeitswelt stark, berichtet der „Spiegel“. Fast sechs Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland beziehen mindestens ein Viertel ihres Einkommens aus sogenannter Plattformarbeit, z.B. als Fahrer*innen bei Lebensmittel-Lieferdiensten. Die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig, wie das Forschungsprojekt Fairwork vom Oxford Internet Institute und dem Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung zeigt.

HelloFresh mit 6 Milliarden Umsatz, Macy’s investiert 5 Mrd Dollar in Nachhaltigkeit, Fashion Week im Metaverse

Nachdem Corona-Boom im E-Commerce im Jahr 2020 konnten die meisten Player 2021 kaum noch wachsen, manche büßten sogar an Umsatz ein. Ein positives Gegenbeispiel dafür ist aber HelloFresh: Der Kochboxen-Versender aus Berlin konnte seinen Umsatz 2021 um kräftige 62 Prozent steigern auf knapp 6 Milliarden Euro. Noch 2019 hatte der Umsatz 1,8 Milliarden Euro betragen, hatte sich dann 2020 mehr als verdoppelt auf 3,75 Milliarden Euro. Auch für die Zukunft sieht sich HelloFresh gut gerüstet und peilt für dieses Jahr 7,4 Milliarden Euro Umsatz an. Dabei spielen neben den Kochboxen auch Fertigessen eine immer größere Rolle.

Macy’s investiert in eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft.  Die US-Kaufhauskette nimmt dafür bis 2025 über 5 Mrd Dollar in die Hand. Die Bemühungen unterteilen sich in die drei Wirkungsbereiche Menschen, Gemeinschaften und Planet und sehen u.a. die Diversifizierung der Unternehmensführung, höhere Stundenlöhne und die Verwendung nachhaltiger Materialien und Produkte vor.

Modemarken wie Dolce & Gabbana, Tommy Hilfiger und viele mehr sind vom 24. bis 27. März bei der ersten virtuellen Fashion Week im Metaverse dabei. Veranstalter ist die Metaverse-Plattform Decentraland, die virtuelle Laufstege mit Avatar-Models, Aftershow-Partys, Showrooms, Shops, Vorträge und vieles mehr. Virtuelle Modefummel können mit NFTs bezahlt werden und auch in physische Produkte eingetauscht werden.

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