Videro: Spezialist für Markenerlebnisse auf digitalen Displays.

von Peter Wagner am 28.März 2019 in Highlight, News, Trends & Analysen

Videowall am Stuttgarter Flughafen mit Videro-Technologie

Läden im 21. Jahrhundert sind mehr und mehr Ausstellungsräume. In diesen Showrooms spielen digitale Displays und Touchscreens eine zentrale Rolle. Stehen Händler allerdings vor der Frage, wie sie Inhalte ohne großen technischen Aufwand nach Belieben auf zahlreiche Bildschirme bringen, Touchscreens zu interaktiven Flächen machen und die Kunden mit ihren Smartphones in diese PoS-Anwendungen einbinden können, gibt es nur wenige Anbieter. Einer davon: Videro. Wir stellen den „Hidden Champion“ aus dem Münsterland näher vor.

Die Vision von Videro besteht darin, die Lebenswelt von Kunden und deren Kunden nahtlos mit der digitalen Welt zu verknüpfen. Das erreicht Videro durch intelligentes Design, was den technischen Aspekt im Nutzererlebnis aufs Geringste reduziert: Gute Technologie ist, wenn man die Technologie nicht spürt.

Videro ist ein führender Anbieter für Digital Signage und hilft, digitale Medienformate und interaktive Inhalte auf fast jedem denkbaren Bildschirmmedium auszuspielen. Dabei ermöglicht Videro es, mehrere Bildschirme problemlos miteinander zu verknüpfen. Das war Jahrzehnte lang nur mit sehr aufwendigen technischen Lösungen möglich. In dem Unternehmen verbinden sich zahlreiche Fachbereiche wie Interface Design, Netzwerktechnologien, Cloudservices, E-Commerce und PoS-Anwendungen.

Mit der Videro-Software hunderte Displays synchronisieren

Die Kernfunktion von Videro ist die praktische Vernetzung von Bildschirmen, Beamern, Touchscreens und anderen Geräten in hoher Anzahl, um auf ihnen synchron gleiche oder aufeinander abgestimmte Inhalte darzustellen. So können gezielt Inhalte in Verkaufsflächen, Messen, Themenparks oder im öffentlichen Raum verteilt und dargestellt werden.

Alles, was es dafür im Grunde benötigt, sind MacMinis hinter jedem Screen und die Software von Videro. Natürlich lässt der Videro Media Player sich auch auf anderen Geräten und Betriebssystemen installieren. Erst kürzlich hat Videro entsprechende Software für AppleTV gelauncht.

Praktisch kann man sich das so vorstellen:

Eine Marketingmanagerin ist verantwortlich für dreißig Filialen mit jeweils zehn Bildschirmen, verteilt über den ganzen deutschen Raum. Sie möchte, dass auf zwei der Bildschirme in jedem Laden, zielgruppengerecht eine aktuelle Werbung über bestimmte Zeiträume ausgespielt wird.

Im Medienbrowser verwaltet sie ihre aktuellen Kampagnenbilder und Videos und editiert sie im Composer. Sie versieht sie mit neuen Preisen und teilt sie den entsprechenden Bildschirmen zu den entscheidenden Zeiten zu. Die Zuteilung erfolgt über die Cloud von Videro nahtlos in die Filialen.

Von Gronau in die Welt

Videro-Gründer Johannes Büld

Videro wurde aus der vorherigen Firma des Gründers Johannes Büld ausgegründet. In der Netside Online Service GmbH hatte er ein Produkt entwickelt, das von Grund auf neu entwickelt werden sollte. Dieses Produkt ist der Vorfahre der heutigen Videro-Technologie.

Der Weg zu einem internationalen Unternehmen begann mit einer erfolgreichen technischen Installation im Rockmuseum in Gronau im Münsterland, wo bis heute auch der Stammsitz von Videro liegt. Bereits 2004 wurde die Installation mit dem Sinus Award für Medieninnovationen ausgezeichnet. So entstand der Kontakt mit Hewlett Packard und es folgten Installationen in Museen großer Autohersteller, wodurch sich die internationale Bekanntheit stark steigerte.

Im Jahr 2006 begann das Geschäft mit der Software, namhafte deutsche Kunden ließen sich ihr Retailgeschäft von Videro überdenken. Als Dienstleister wurde Videro dadurch bereits beliebt, aber das Verständnis dafür, was überhaupt mit dieser Technologie möglich war, musste noch über Jahre wachsen.

Als Disney im Jahr 2008 einen neuen Store mit zahlreichen Screens und interaktiven Angeboten ausstatten wollte, zeigte Johannes Büld, dass sein Unternehmen etwas in nur wenigen Wochen umsetzen konnte, wofür die Konkurrenz bereits ein Jahr lange gearbeitet hatte. Die Windows 8 Release Show von Microsoft auf dem Times Square in New York im Jahr 2012 ließ dann die ganze Welt sehen, wozu die Firma aus Deutschland in der Lage war: Die Synchronisation eines ganzen kakophonischen Chors aus Bildschirmen, die ursprünglich nie dafür gedacht waren, zusammen zu operieren.

Heute ist Videro ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern an den Standorten Australien, USA und Deutschland mit Kunden auf der ganzen Welt.

Digital Signage nach Kundenwünschen

Diese komplett neue Art und Weise, digitale Darstellungsmedien zu denken und mit ihnen zu agieren, bietet Videro weit über die Software hinaus seinen Geschäftskunden an. Vor allem Einzelhändler, Messebauer und Themenparks zählen heute zu den Kunden von Videro. Aktuelle Projekte sind etwa das neue Bildschirmkonzept und dessen Umsetzung am Stuttgarter Flughafen sowie die digitale Transformation des Zumnorde-Stammhauses in Münster, das als Store of the Year 2019 vom Deutschen Handelsverband ausgezeichnet wurde.

Bei Zumnorde in Münster kommen digitale Touchscreens zum Einsatz, die die Videro-Lösung nutzen

Johannes Büld sagt, alle würden immer von Digitalisierung sprechen, aber die wenigsten machten es wirklich. Hier würden so viele Potentiale verschenkt und die Schwierigkeit, sei die Technologie so zu gestalten, dass sie so einfach zu bedienen ist wie ein Mobiltelefon – Büld ist ein iPhone-Fan.

Das bedeutet für Videro, dass sowohl seine B2B-Kunden als auch deren Kunden das Angebot von Videro wie selbstverständlich verwenden. Für die Geschäftspartner wird der IT-Aufwand so gering wie möglich gehalten. „Wenn ich über DVI- oder HDMI-Anschlüsse sprechen muss, kann ich keine Emotionen erzeugen“, sagt Büld dazu. Videro hat die Aufwände für Hardwaresupport seit seiner Gründung auf fünf Prozent reduziert. Mit seiner Software hat Videro ein Tool geschaffen, mit dem Kreative jeden Pixel auf jedem Bildschirm in ihrem Netzwerk ansteuern können.

Von Musik inspiriert

Geschäftsführer und Gründer Büld ist ein Rockschlagzeuger. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Instrumente dann am besten funktionieren, wenn sie dem Nutzer unmittelbar ein Feedback geben, etwas auslösen.

Bildschirme sind zwar informativ, noch besser ist es aber, wenn Endkunden mit ihnen kommunizieren. Videro verwandelt Bildschirme in Dialogflächen. Auf Touchscreens können Kunden auch nach Ladenschließzeiten Waren angucken und bestellen, auf ihre Smartphone-App senden und mehr. Für die Zukunft plant Videro auch den Endkundenmarkt anzuvisieren, hier wird Videro dann als Erweiterung von Social-Media-Angeboten wirksam.

Das Ziel ist klar: Videro will alle Kunden zu Komponisten ihrer eigenen Mediasymphonie machen.


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