Walmarts Weg zum „New Retail“.

von Andre Schreiber am 20.August 2018 in News

In einem dem Markt angeschlossenen Micro-Lagerhaus werden Roboter bei der Zusammenstellung von Bestellungen unterstützen. (Bild: Walmart)

Der US-Handelsriese hält Analysten und Presse derzeit ordentlich auf Trab. Fast jede Woche gibt es eine Neuigkeit aus dem Unternehmen. Ob alle Bemühungen am Ende genügen werden, um sich weiterhin erfolgreich der Konkurrenz durch Amazon zu erwehren, muss sich erst noch beweisen. Das in der vergangenen Woche gemeldete deutliche Umsatzwachstum dürfte die Manager aber in ihrem Kurs bestärken.

Offenbar plant Walmart jetzt auch in das Shopping in der virtuellen Welt einzusteigen. Darauf deutet jedenfalls ein Patent hin, das einen VR-Showroom beschreibt. Es dürfte ein unmittelbares Ergebnis der Übernahme des VR-Startups Spatialand sein. Erst im Juni hatte Walmart ein mittels VR begehbares Apartment auf seiner Webseite vorgestellt, deren Einrichtungsgegenstände und Accessoires die Kunden dann bestellen können. (Location Insider berichtete)

Der Roboter Alphabot eröffnet Walmart neue Möglichkeiten.

Unter allen Ankündigungen von Walmart ist auch vieles, das der Kategorie „Bling Bling“ zugeschrieben werden muss. Das beeindruckt zwar die Kunden, aber unklar ist, ob sich damit auch Geld verdienen lässt. Da fallen kleine Erfindungen weniger auf, die allerdings das Potenzial haben, das Unternehmen noch stärker in Richtung „New Retail“ zu transformieren.

Anfang des Monats verkündete Walmart, einen eigens für das Unternehmen entwickelten Roboter einzusetzen. Der „Alphabot“ wird die Mitarbeiter bei der Zusammenstellung von Lebensmittelbestellungen in der Filiale unterstützen. Was zunächst nur wie eine weitere technische Errungenschaft im Bereich E-Food klingt, bietet einige interessante Ansätze, wie die Presseerklärung verrät. Denn was dort steht, müssen andere Händler dann auch erst einmal erreichen.

Alphabot wird die Effizienz im Laden erhöhen. Wir lesen zwar gern von immer neuen Serviceangeboten der Händler in den USA und China: von der Belieferung direkt in den Kofferraum oder der Zustellung binnen 20 Minuten rund um einen Supermarkt. Auf der anderen Seite weiß die Branche aber auch, dass die Margen bei den Produkten des täglichen Bedarfs nicht so hoch sind, dass hier unbegrenzt Personal aufgestockt werden kann. Ein Roboter, der automatisiert Bestellungen im Lebensmittelbereich zusammenstellen kann, hebt hier die Effizienz auf der Fläche und schafft damit Freiräume für zusätzlichen Service.

Walmart beschäftigt sich mit Micro-Lagerhäusern. Denn wie die Presseerklärung verrät, wird der Alphabot in einem dem Laden angeschlossenen Lagerhaus seine Arbeit verrichten. Solche „Micro Warehouses“ spielen auch in den Überlegungen vieler Logistiker eine wichtige Rolle. Denn statt aus Zentrallagern und Hubs zu versenden, können dann die Filialen eine wichtige Rolle bei der Belieferung übernehmen. Das wird teilweise ja auch bereits heute bei E-Food praktiziert. Hier müssen aber die Mitarbeiter sprichwörtlich durch den Markt rennen, um die Bestellung der Kunden zusammenzustellen.

Die Kombination aus Roboter und kleinem Lagerhaus könnte auch die Vorstufe zu einem neuen Einkaufserlebnis werden. Der Kunde betritt den Laden und übermittelt, etwa per App, seine Bestellung. Der Roboter stellt diese zusammen und der Kunde kann sie einfach mitnehmen. Der Supermarkt könnte zum Showroom werden. Das ist nicht nur durch die Zeitersparnis vorteilhaft für den Kunden, sondern bringt auch Vorteile für den Händler. Da die Ware nicht erst in großem Stil aber der Verkaufsfläche verteilt werden muss, wird zwangsläufig die Überwachung des Bestandes viel genauer.

Wer sich mit dem Thema des neuen Handels beschäftigt, sollte also nicht nur nach China schauen. Auch Walmart setzt hier gerade interessante Impulse.

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