Weniger Einschränkungen durch Bundes-Notbremse, Rewe Group mit 75 Milliarden Umsatz, Bonprix wächst nur leicht.

von Florian Treiß am 20.April 2021 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

der Marktforscher IFH Köln liefert mit seinem Corona Consumer Check jede Woche interessante Verbrauchertrends für Händler. Doch der Report von heute zum Thema Secondhand sorgt bei mir für ein großes Fragezeichen. So heißt es darin, dass eBay einer der größten Profiteure des Secondhand-Trends sei. Doch in den Fragen kommt dann heraus, dass es eigentlich um eBay Kleinanzeigen geht. Hat das IFH noch nicht mitbekommen, dass eBay Kleinanzeigen vor neun Monaten von Adevinta übernommen wurde und nix mehr mit eBay zu tun hat? Weitere Meldungen aus der Welt des Handels lesen Sie wie immer in unserem Newsletter.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Personalisierung: Win-win für Händler und Kunden

Was macht gute Händler zu sehr guten Händlern? In dieser Leseprobe aus unserem neuen Whitepaper “Personalisierung im E-Commerce” zeigen wir, wieso die passgenaue Ansprache der Kunden dabei eine wichtige Rolle spielt. Denn was schon bei Tante Emma funktionierte, sorgt heute im E-Commerce für zufriedene Kunden auf der einen und mehr Umsatz auf der anderen Seite.
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Bundes-Notbremse wohl mit geringeren Einschränkungen, Rewe Group mit 20% Umsatzanstieg, myMigros nun auch in Zürich

Die “Bundes-Notbremse” soll offenbar deutlich geringere Einschränkungen für Händler mit sich bringen als im ersten Gesetzesentwurf. Läden sollen demnach bei einer regionalen Corona-Inzidenz von über 100 nun doch noch Kunden empfangen dürfen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 soll zumindest noch das Abholen bestellter Waren möglich sein, also Click & Collect. In der ersten Notbremse-Version war ab einer Inzidenz von 100 eine komplette Schließung der Geschäfte jenseits des Grundbedarfs vorgesehen gewesen. Über den neuen Entwurf soll der Bundestag morgen und der Bundesrat am Freitag abstimmen. Zuvor hatten u.a. der HDE und “Das Leben gehört ins Zentrum” gegen den Gesetzesentwurf protestiert. Die Initiative “Händler helfen Händlern” hatte zudem ihre Mitglieder aufgerufen, mit einem Musterschreiben ihre lokalen Bundestagsabgeordneten zu kontaktieren.

Die Rewe Group hat ihren Jahresabschluss 2020 vorgestellt: Im Supermarktgeschäft in Deutschland stiegen die Umsätze um mehr als 12 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro, bei den selbstständigen Rewe-Kaufleuten gab’s sogar ein Umsatzplus von 20,5 Prozent. Auch online konnte Rewe deutlich zulegen, dort setzen Rewe-Online-Shop und die Töchter Zooroyal und Weinfreunde.de über eine halbe Milliarde Euro um, gut das Doppelte des Vorjahres. Mit einem Anteil von ungefähr zwei Prozent am Umsatz im Supermarktgeschäft ist der Online-Anteil aber noch gering. Der konzerneigene Discounter Penny steigerte seine Umsätze in Deutschland um 5,4 Prozent auf 8 Milliarden Euro, die Baumarkt-Tochter Toom konnte um 19,7 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zulegen. Auch wenn’s in der Touristik-Sparte wegen Corona einen drastischen Umsatz-Rückgang von 5 Milliarden Euro oder 73,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gab, erzielte die Rewe Group auch dank der Lekkerland-Übernahme einen Anstieg des Gesamtumsatzes um 20,4 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. Die vier wichtigsten Erkenntnisse des Ausnahmejahres 2020 fasst die “Süddeutsche” gut zusammen.

Neues im Bereich Online-Supermärkte: myMigros expandiert nach Zürich. Das ist in sofern bemerkenswert, dass der Lieferservice von der Migros-Genossenschaft Aare entwickelt wurde und somit erstmals in fremdem Territorium, nämlich der Migros-Genossenschaft Zürich, verfügbar ist. Spannend an myMigros ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz: “Aufgrund von Cumulus-Daten der letzten 12 Monate wird Kundinnen und Kunden ein auf sie persönlich abgestimmter Online-Supermarkt mit individuellen Produktvorschlägen angezeigt. Die Reihenfolge der Artikel ergibt sich aus der Kauffrequenz. Dahinter steckt ein Algorithmus, der nicht nur Vorlieben, sondern auch Zeitpunkt und Regelmässigkeit der Einkäufe berücksichtigt”, so das Unternehmen.

Bonprix mit leichtem Umsatzplus, Lord & Taylor lebt online weiter

Der zur Otto Group gehörende Modeversender Bonprix gehört eher nicht zu den Corona-Gewinnern: Der Umsatz stieg im nun abgeschlossenen Geschäftsjahr nur leicht von 1,74 auf 1,76 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstum von nur 1,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Einzelmarke OTTO konnte im selben Zeitraum um 30 Prozent zulegen, die Otto-Ausgründung About You sogar um 57 Prozent. Während das Geschäft bei Bonprix in Deutschland noch recht stabil lief, gab’s in den USA und Russland massive Probleme. In der Zwischenzeit ist Bonprix nach Spanien und Finnland expandiert.

Die US-Kaufhauskette Lord & Taylor musste vergangenes Jahr im Zuge der Corona-Krise Insolvenz anmelden und ihre Filialen schließen. Doch nun bekommt die Marke zumindest im Web neues Leben eingehaucht: Der Investor Saadia Group, der die Reste des Unternehmens übernommen hatte, hat nun die Website von Lord & Taylor als digitalen “Collective Store” relauncht. Die Plattform sei “darauf ausgelegt, sich dem sich ständig ändernden Kunden anzupassen”. Es soll künftig “exklusive Kooperationen und Produkte, erstklassigen Service und einzigartige Events” geben, um die 195-jährige Geschichte von Lord & Taylor mit einer “modernen, innovativen Zukunft” zu verbinden, so Investor Jack Saadia.

Accenture-Studie zu Covid-19, Wandel der Innenstädte, Handelstrends im Welt-Artikel

Eine neue Studie von Accenture zeigt, wie stark der E-Commerce von der Corona-Krise profitiert hat. So hat zum Beispiel der Anteil der Onlinekäufe durch bisherige E-Commerce-Gelegenheitskäufer (Kunden, die online für weniger als 25 % ihrer Käufe nutzen) im Lebensmittel-, Einrichtungs-, Mode- und Luxusgüterbereich seit Pandemiebeginn um stolze 343 Prozent zugenommen. Zugleich hat die Studie bei vielen Konsumgüterherstellern zu einer schnelleren digitalen Transformation geführt. So reagierte die britische Brauerei Brewdog beispielsweise mit großer Agilität und Kreativität auf die Krise: Sie stellte ihre Produktion auf Desinfektionsmittel um, richtete virtuelle Bars und den “Brewdog Drive-Thru” ein und funktionierte unter der Bezeichnung “Desk Dog” einige ihrer physischen Locations zu Co-Working-Spaces um.

Der Onlinehandel läuft spätestens seit Corona dem innerstädtischen Einkaufsbummel immer mehr den Rang ab. Das Münchner Architekturbüro CSMM sieht in dieser existenziellen Krise und den strukturellen Wandel eine Chance für einen umfassenden Neuanfang, um die Innenstadt neu zu denken. So böten die Rückkehr von Handwerk, Produktion, Wohnen und Bildung einen Schlüssel für die multifunktionale Stadt der Zukunft. Der Wandel sei aber nicht allein durch einzelne Immobilieneigentümer umsetzbar. Stattdessen brauche es “gesamtstrategische Entscheidungen und ein ganzheitliches Konzept, in das auch Städte, Gemeinden und die Gesellschaft eingebunden werden”, so CSMM-Chef Timo Brehme.

Bei der “Welt” ist ein lesenswerter Artikel erschienen, der einen großen Bogen schlägt und diverse aktuelle Handelstrends beleuchtet. Konkret geht es dabei u.a. um Personalisierung von Einkaufserlebnissen (siehe dazu auch unser aktuelles Whitepaper), persönliche Ansprache und individuelle Produkte. Zu Wort kommen Rose-Bikes-Chef Markus Diekmann sowie Handelsforscher Prof. Christian Stummeyer . Der meint, Händler sollten sich aktuell vor allem mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen, um z.B. Lagerbestände, Nachbestellungen und andere Prozesse zu verwalten und Bedarfe vorhersagen. „Für große und mittlere Player sollte das Thema KI schon heute von großer Bedeutung sein und muss in Zukunft zum Standard werden“, sagt Stummeyer.

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