Wie Simply POS das Problem der Bonpflicht löst.

von Stephan Lamprecht am 10.Januar 2020 in News

Simply POS bietet Restaurants und Bäckereien die Option, Kassenzettel digital zu überreichen.

Die Aufregung rund um die Kassenzettel, die dem Kunden seit dem 1. Januar ausgehändigt werden müssen, erinnert ja schon stark an den berühmten Sturm im Wasserglas. Schließlich kennt das neue Kassengesetz durchaus einige weitere Vorschriften, wie die Einrichtung einer sicheren Protokollierung. Nur dagegen lässt sich ja nicht so öffentlichkeitswirksam angehen. In Bad Driburg hat das Unternehmen Simply POS einfach eine eigene Lösung entwickelt, die den Bon digitalisiert.

Bei der Diskussion rund um die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) werden zwei Aspekte gern unterschlagen. Da ist zum einen die „Technische Sicherheitseinrichtung“ (TSE), die die Transaktionen der Kasse manipulationssicher aufzeichnet. Es wird gern der Anschein erweckt, als müssten jetzt Techniker bundesweit alle elektronischen Kassen öffnen und irgendwelche Hardwarebausteine einbauen. Interessanterweise legt die Verordnung aber gar nicht fest, dass es sich zwangsläufig um Hardware handeln muss. Solange die TSE das offizielle Zertifikat des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhält, darf es sich ganz ausdrücklich auch um eine Cloud-Lösung handeln.

Ähnlich sieht es auch mit den gerade diskutierten Bons aus. Nun scheinen die besonders lautstarken Kritiker gern zu verdrängen, dass es bereits während der Übergangsfrist zum Kassengesetz die Möglichkeit gegeben hätte, auf Bondrucker zu wechseln, die Normalpapier verwenden. Völlig unterschlagen wird die Passage im Kassengesetz, dass der Kundenbeleg auch elektronisch ausgehändigt werden kann.

Womit sich aber die Frage stellt, wie der Bon dann zum Kunden kommt. Eine Variante ist das Konzept des eBon, wie von Rewe eingesetzt. Der Kunde erhält seinen Beleg via E-Mail. Das funktioniert naturgemäß nur dann, wenn der Kunde und dessen E-Mail-Adresse bekannt sind. Das dürfte bei der Bäckerei um die Ecke nur selten der Fall sein.

Da aber ohnehin die Wahrscheinlichkeit dafür hoch ist, dass der Kunde ein Smartphone in der Tasche hat, bietet es sich als Medium geradezu an. Übertragen werden könnte der Bon somit via NFC, was aber für die Usability negativ sein könnte. Denn längst nicht alle Smartphones verfügen über eine entsprechende Einheit. Und selbst wenn das der Fall ist, könnte sie ausgeschaltet sein. Und bis man dem Kunden erklärt hat, wie er die NFC-Schnittstelle wieder aktiviert, ist die Schlange im Laden lang. Konsequenterweise setzt Simply POS auf eine Schnittstelle, die auch auf preiswerteren Geräten vorhanden sein dürfte: die Kamera. Der elektronische Kassenzettel wird über einen QR-Code aufgerufen, der von der Kasse generiert wird. Da das Unternehmen ohnehin mit seiner digitalen Speisekarte für Restaurants und Bäckereien ein Modul entwickelt hatte, das auf QR-Codes setzt, lag der Problemlöser für den Bon also nahe.

Wenn der Händler also nur will, geht es also schon gesetzkonform und weniger umweltbelastend.

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