Zalando erweitert Luxus-Sortiment, Wish evaluiert Börsennotierung, Otto.de will Payment selbst in die Hand nehmen.

von Stephan Lamprecht am 01.September 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie der Niedergang von Galeria-Karstadt-Kaufhof zeigt, hat sich das Konzept Warenhaus in der Innenstadt überlebt. Eine aktuelle Studie von PwC kommt zu dem Schluss: „Reine Einzelhandelskonzepte befinden sich vor allem in den Großstädten auf dem Rückzug“ – und nach Warenhausschließungen mussten auch von insgesamt 23 „solitären Einzelhandelsnachnutzungen“ bereits 13 wieder geschlossen werden. Aber wie die Innenstädte attraktiver gestalten? Der Deutsche Städtetag hat jetzt einen „Bodenfonds“ vorgeschlagen, damit Kommunen leichter Immobilien in zentralen Innenstadtlagen erwerben können, etwa wenn diese frei werden. Der Vorschlag erscheint eine Überlegung wert, um in Sachen Transformation der Innenstadt voranzukommen.

Herzlichst, Ihr Stephan Lamprecht

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Zalando will im Premium-Segment angreifen, Wish prüft Börsengang, Primark startet mit Spiel

Zalando will stärker im Luxus-Segment angreifen. Im Rahmen der Initiative werden weitere High-End-Marken wie Roksanda und Marchesa in das Sortiment aufgenommen oder wie im Falle von Victoria Beckham und Moschino ausgebaut. Die Premium-Kategorie, die derzeit 260 Marken umfasst, wird außerdem in „Designer“ umbenannt. Damit soll das breitere Sortiment an High-End-Produkten widergespiegelt werden. Bereits am Wochenende ist dazu eine Werbekampagne angelaufen.

Wish evaluiert eine Börsennotierung: Der vor allem für Billigware aus China bekannte Online-Marktplatz, der von Investoren zuletzt mit 11,2 Milliarden Dollar bewertet wurde, hat bei der US-Börsenaufsicht SEC vertrauliche Unterlagen eingereicht, mit denen die Behörde prüfen soll, ob eine Notiz in der Börse in Frage kommt. Noch ist unklar, wann die Börsennotierung starten könnte. Auch ist noch unklar, ob es sich tatsächlich um einen klassischen Börsengang handeln soll, bei dem im Zuge eines IPO-Verfahrens Anteile gezeichnet werden können, oder ob womöglich „nur“ vorhandene Aktien von Investoren an der Börse handelbar gemacht werden sollen.

Mit „Primark Legends“ stellt Primark sein erstes Spiel vor. Darin schlüpft der Spieler in die Rolle eines Verkäufers, der die Kunden bei der Suche nach einem Outfit unterstützt. Außerdem muss er dafür sorgen, dass Regale und Laden aufgeräumt bleiben und ausreichend Produkte vor Ort sind. Es gibt drei Level: Anfänger, Fortgeschrittene an einem Wochentag und die Herausforderung am Wochenende. Das Spiel ist kostenfrei den App-Stores von Google und Apple zu bekommen.

Otto beerdigt PlentyOne und will Payment selbst abwickeln, Ende für Paydirekt

Vor drei Jahren brachte Otto mit PlentyOne einen eigenen Online-Shop an den Start, der in erster Linie auf das Geschäft mit Sportartikeln zugeschnitten war. So wurden in dem Shop u.a. Sportschuhe und Bekleidung, Fitnessgeräte und Tracker sowie Fahrräder angeboten. Der Spezialshop hat allerdings die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllt und ist nun Geschichte. Kunden, die die Adresse im Web aufrufen, werden auf eine Kategorieseite von Otto umgeleitet.

Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands von OTTO (© Andra Müller-Schulz)

Umgekehrt wagt Otto aber auch einen mutigen Schritt nach vorn: Beim Umbau von Otto.de zur Plattform will das Unternehmen eine Tochtergesellschaft gründen, die sämtliche Zahlungsfunktionen auf dem Marktplatz abwickeln soll. „Der Aufbau eines eigenen Payment-Dienstleisters ist für uns der nächste große und logische Schritt auf dem Weg unserer Transformation von einem Onlinehändler zu einem Plattformbetreiber“, sagt Otto-Vorstand Marc Opelt gegenüber dem „Handelsblatt“. Der Endkunde soll dadurch von Otto.de bekannte Funktionen wie Rechnungskauf und Ratenzahlung bei allen Marktplatz-Partnern nutzen können. Erforderlich dafür ist eine Lizenz der Finanzaufsicht BaFin, die Otto beantragen will. Der Start soll im Frühjahr 2022 erfolgen.

Man stellt sich besser nicht vor, wie viel Geld die deutschen Banken in die Etablierung der Marke Paydirekt gesteckt haben. Die Initiative sollte eigentlich Paypal in Bedrängnis bringen, was aber nicht so richtig funktioniert hat. Jetzt haben sich die Institute dazu entschieden, die verschiedenen Angebote wie Paydirekt, Giropay und Kwitt zusammenzuführen. Im Zuge dessen wird die Paydirekt GmbH das noch ältere, ebenfalls Banken-eigene Unternehmen Giropay übernehmen, dafür wird die Marke Paydirekt eingestampft. Wie es technologisch weitergeht, ist derzeit noch unklar.

Farmy.ch besorgt sich frisches Kapital, Interspar mit „Market Kitchen“

Der E-Food-Anbieter Farmy.ch, wohl die Nummer 3 im Schweizer Online-Lebensmittelhandel, hat sich erfolgreich 10 Mio. Franken (rund 9,2 Mio Euro) zusätzliches Kapital für das weitere Wachstum sichern können. Als Investor neu dabei ist u.a. der niederländische Triodos Organic Growth Fund. Weiteres Kapital stammt von mehreren privaten Investoren aus dem bestehenden und neuen Investorenkreis.

In der Plus City in Pasching eröffnet Interspar Österreich einen neuen Vorzeigemarkt. Der Umbau der Filiale hat rund acht Monate gedauert und Investitionen in Höhe von rund 8,5 Mio. Euro verschlungen. Auf den mehr als 3.250 Quadratmetern Verkaufsfläche setzt der Markt einen Schwerpunkt auf regionale Produktvielfalt. Eines der Highlights ist sicher die „Market Kitchen“. Dort werden den ganzen Tag frische Speisen zubereitet, vom Grillhähnchen über Bowls, Sushi und Wok-Gerichte. Außerdem gibt es eine „Interspar-Rezeption“, an der die Kunden online bestellte Produkte abholen können.

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