Zalando mit Umsatz- und Gewinnrückgang, autonomer Bioladen in Hamburg, Event-Tickets bei Penny.

von Florian Treiß am 04.August 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

vor wenigen Tagen habe ich hier darüber geschrieben, dass Edeka in der Ostseegemeinde Hohwacht (Schleswig-Holstein) einen autonomen Store namens Smart Box aufgestellt hat. Doch aller Anfang ist schwer: Zwar ist das Konzept toll, allerdings werden die Regale bislang wohl zu selten nachgefüllt, wie Bilder von Twitter-Nutzer @OtherPrimary zeigen. Also, liebe Edeka-Verantwortliche, die hier mitlesen: Das Problem bekommen Sie doch bestimmt schnell in den Griff, oder? Derweil eröffnet in Hamburg ein Startup seinen ersten autonomen Store – mehr in der Mitte des Newsletters.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Partnerbeitrag: Internationale Märkte erschließen – neuer Guide von SCAYLE

Weltweit kaufen von Jahr zu Jahr mehr Menschen online ein und die Umsätze im E-Commerce steigen entsprechend schnell. Wer im Onlinehandel zügig wachsen will, der sollte sich entsprechend nicht nur auf ein Land konzentrieren, sondern sein Geschäft vielmehr internationalisieren. Doch dabei lauern einige Fallstricke. Ein neuer Guide von SCAYLE, der B2B-Unit von ABOUT YOU, zeigt Händlern und Marken, wie die Internationalisierung gelingt.
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Zalando mit Umsatz- und Gewinnrückgang, eBay ebenfalls mit Schwund, Amazon startet Gratis-Videodienst

Die Online-Modeplattform Zalando leidet unter der aktuellen Konsumflaute. Im 2. Quartal ging der Umsatz um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,623 Milliarden Euro zurück. Der Nettogewinn brach noch viel deutlicher ein, und zwar von 120,4 Millionen auf nur noch 14 Millionen Euro. Immerhin blieb das GMV, also das Handelsvolumen der Plattform inklusive Verkäufe durch Partner-Händler und -Marken, stabil bei 3,781 Milliarden Euro, während es bei dieser Kennziffer vor einem Jahr noch ein Wachstum von 39,7 Prozent gegeben hatte. Für das zweite Halbjahr erwartet Zalando wieder ein Wachstum. In einem Analysten-Gespräch hat CEO Robert Gentz zudem heute dementiert, demnächst Zalando in die USA bringen zu wollen, will dies aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Auch eBay hat es derzeit schwer, wie aus den neuen Quartalszahlen hervorgeht. So sank der Umsatz um 9 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar und das GMV ging sogar um 18 Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar runter. Laut Geschäftsführung ist das aber noch „besser als erwartet“. Ohne das Türkeigeschäft, das eBay aufgeben will, sieht sich eBay aktuell noch bei 135 Millionen aktiven Käufer*innen (Ende 2020 zählte eBay noch 162 Millionen, Ende 2021 147 Millionen), wie Exciting Commerce berichtet.

Unter dem Namen Freevee hat Amazon nun auch in Deutschland einen neuen Videodienst gestartet, der im Gegensatz zu Prime Video kostenlos nutzbar ist. Dafür werden die Videos mit Werbung versehen. Damit erinnert der Service an klassisches Fernsehen, wobei die Inhalte zeitunabhängig on-demand abrufbar sind. Freevee könnte für Kund*innen, die mit der jüngsten Preiserhöhung von Prime hadern und den Service daher kündigen wollen, eine Alternative sein, wie Spiegel Online meint. Bei Freevee soll es maximal neun Minuten Werbung pro Stunde geben. Welche Inhalte es zum Start gibt und was die Strategie hinter Freevee ist, darüber spricht Freevee-Deutschlandchef Christian Hoeweler mit DWDL.

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Am 7. & 8. September öffnet die eBay Open 2022 im Motorwerk Berlin ihre Tore. Teilnehmende erwartet ein Programm aus spannenden Workshops, Diskussionsrunden sowie inspirierende Roundtables, Fragerunden und vieles mehr. Seien Sie dabei und erleben Sie die Kraft und die Energie Ihres Netzwerks.
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Alocalo will Händler online sichtbar machen, autonomer Bioladen in Hamburg, Penny bietet Event-Tickets

Das Startup Alocalo aus dem Saarland will die Sichtbarkeit von stationären Händlern im Web verbessern und zeigen, in welchen Läden Produkte auch lokal verfügbar sind. Der Clou von Alocalo ist ein Plug-In für Internetbrowser. Wenn man ein bestimmtes Produkt beispielsweise bei Amazon sucht, findet das Programm parallel lokale Händler in der Nähe, die es im Sortiment haben. Idealerweise kann es die Kund*in dann mit wenigen Klicks dort bestellen oder sofort im Laden abholen. Alternativ kann man auch auf der Website oder in der App von Alocalo direkt nach Produkten bei lokalen Händlern suchen. Die ersten 100 lokalen Handelspartner hat Alocalo bereits an Bord und will nun schnell deutschlandweit wachsen, berichtet tagesschau.de.

Nun hat auch Hamburg seinen ersten autonomen Store: Im Eppendorfer Baum 11 hat der Hoody-Markt seinen Testbetrieb aufgenommen, wie Twitter-Nutzer @regnerischerTag beobachtet hat. Die Macher schreiben auf ihrer Website zum Konzept, dass es sich um einen Laden für täglichen Bedarf handelt, der sich auf Bio-Produkte sowie Produkte aus Hamburg konzentriert. Ähnlich wie bei Amazon Go muss man sich für den Einkauf im Laden zunächst eine App herunterladen, deren Code man am Eingang einscannen muss. Die Abrechnung für entnommene Produkte erfolgt automatisch. Laut Impressum steckt hinter dem Hoody-Markt das Hamburger Startup Autonomo, das autonome Stores entwickelt. Der Laden könnte demnach ein Showcase sein.

Rewes Lebensmittel-Discounter Penny geht eine Kooperation mit dem Ticketing-Unternehmen CTS Eventim sowie dem Prepaid- und Zahlungsanbieter epay ein. Gemeinsam wollen die Partner Eintrittskarten für Events direkt in den 2.150 Filialen von Penny in Deutschland verkaufen sowie auch im Penny-Webshop. Zum Auftakt der Kooperation gibt es zunächst exklusive, rabattierte Familientickets für die kommende Holiday-on-Ice-Tour, Tickets für weitere Veranstaltungen sollen folgen. Kund*innen können direkt am Servicepoint-Automaten im Penny-Markt ihr Event aussuchen, Sitzplätze buchen und ihren Bon ausdrucken. Anschließend können sie den Kauf an der Kasse bezahlen. Dabei ist die Kasse direkt mit der Infrastruktur von epay verbunden.

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Digital Commerce erlebt einen enormen Boom ‒ kaum ein Haushalt verzichtet heute noch auf den Online-Einkauf; unabhängig davon, ob es sich um etwas Kleines wie Gourmet-Lakritze oder etwas Großes wie ein Auto handelt. Wie aber können Unternehmen vom Boom des Digital Commerce profitieren und ihr Online-Geschäft aufs nächste Level heben? Erfahren Sie mehr über die Erfolgsstories von John Lewis, Emma – The Sleep Company, Lakrids by Bülow, Cazoo.
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Wie Rewe den Prospekt ersetzen will, Arko und Hussel nutzen fulfillmenttools, Nachhaltigkeit im E-Commerce

Letzte Woche sorgte Rewe für viel Aufmerksamkeit mit seinem Plan, ab Juli 2023 den Druck von Prospekten einzustellen. Marketingchef Clemens Bauer erklärt im Interview mit Stores + Shops, wie Rewe seine Angebote stattdessen kommunizieren will: „Vielfältig. Wir erreichen unsere Kunden sehr gut über klassische und auch digitale Medien wie unsere eigene App oder Whatsapp und vor allem auch am POS.“ Ein zentrale Rolle am POS soll dabei ein eigenes DOOH-Werbenetzwerk in über 2.500 Märkten spielen, also digitale Werbeflächen direkt in den Filialen: „Klar ist, dass der POS ein maßgeblicher Treiber für die Verkaufsleistung von Angeboten ist. Das stärken wir“, so Bauer.

Unterdessen präsentiert die Rewe-Tochter fulfillmenttools einen neuen Kunden: Die Deutsche Confiserie Group mit ihren Marken Arko, Hussel und Eilles. Alle 257 Filialen werden an die fulfillmenttools-Plattform angebunden und profitieren von der Integration in den E-Commerce  – vom Versand von online bestellten Produkten aus Filialen (Ship-from-Store) bis hin zu Online-Bestellungen mit Abholung in der Filiale (Click & Collect). Die Lieferung am selben Tag (Same-Day-Delivery) ist ein weiteres neues Feature für die Kund*innen.

„Es gibt eine Bubble, die fährt auf Nachhaltigkeit und Secondhand ab – aber da steht es 80/20. 20% der Bevölkerung findet es toll, aber die große Mehrheit geht halt doch zu Shein, weil es da ein Top für 3 Euro gibt und kauft das dann.“

Das sagt „Secondhand-König“ Christian Wegner, Founder von momox und Gründer & Geschäftsführer von wisemarkt, in einem Interview mit K5. Darin spricht darüber, wie wichtig Recommerce für die nachhaltige Zukunft im E-Commerce ist und reißt weitere Themenfelder an, mit denen Onlinehändler nachhaltiger arbeiten können. Unterdessen hat die Otto Group eine Umfrage zum Thema kostenpflichtige Retouren durchführen lassen, die zeigt, dass nur 14 Prozent der Kund*innen generell bereit dazu wären, für Retouren zu bezahlen. Der Konzern unterstreicht, an Gratis-Retouren festhalten zu wollen, und setzt „stattdessen auf smarte Lösungen, mit denen die Retourenquote und auch die Umweltauswirkungen etwa beim Versand reduziert werden können“, so ein Beitrag im Firmenblog.

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