Zalando verliert Co-Chef Ritter, Levi’s setzt auf Bitmojis, Schuhe24 wird zur Platform-Group.

von Stephan Lamprecht am 07.Dezember 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das “Heldentum” in Coronazeiten nimmt ja langsam überhand. Während die wahren Helden in den Krankenhäusern nach wie vor auf bessere Bezahlung und mehr Personal warten (müssen), haben wir Konsumenten:innen im Frühjahr an die Helden im Einzelhandel gedacht. Die bekamen dann neben Zuspruch auch von vielen Unternehmen Bonuszahlungen. Nun ruft Conrad dazu auf, auch mal die Zusteller während der Weihnachtszeit stärker zu beachten. Diese Zustellhelden können einen Gewinncode vom Empfänger einer Sendung bekommen. Was nicht gar. Ich verfolge da eine andere Strategie. Ich bedanke mich das ganze Jahr über bei den vielen Mitarbeiter:innen von Amazon Logistics, Hermes und DHL, die regelmäßig an meine Tür kommen. Zwei Euro ist es mir dann schon jedes Mal wert, dass sie meine Einkäufe und Pakete zu mir bringen. Und die Übergabe des kleinen “Dankeschöns” erfolgt inzwischen natürlich kontaktlos. Ganz altmodisch in Form von Bargeld, das auf dem Treppengeländer liegt. Ich bilde mir jedenfalls ein, dass die davon mehr haben.

Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

Unsere News:

Zalando verliert Co-Chef Rubin Ritter, Söder will keine weiteren Finanzhilfen für den Handel

Zalando muss vorzeitig auf seinen Co-Chef Rubin Ritter verzichten. Der verlässt das Unternehmen vor Ablauf seines Vertrages. Im Rahmen der nächsten Hauptversammlung soll für ihn nach 11 Jahren Schluss sein. Als Begründung nannte Ritter, dass es jetzt an der Zeit sei, dem Beruf seiner Frau höhere Priorität zu schenken. Er selbst würde gern andere Interessen verfolgen und sich mehr der wachsenden Familie widmen. Die Gründer Robert Gentz und David Schneider werden Ritters Aufgaben nach dessen Ausscheiden übernehmen.

Der HDE sieht den Bekleidungshandel nach wie vor als Sorgenkind. Der sei besonders stark von Lockdown und Lockdown Light betroffen. Die Umsätze lägen immer noch um ein Drittel unter dem Vorjahr. Nun sollte dem Verband einerseits klar sein, dass das immer noch Jammern auf hohen Niveau ist, man denke nur einmal an Gastronomen, Kulturschaffende oder Solo-Selbstständige, die inzwischen ihre Ersparnisse aufgezehrt haben werden. Und dann darf man den Kunden:innen sicherlich nicht vorwerfen, dass sie im Rahmen der Krise entdeckt haben, dass sich Bekleidung eben auch problemlos für den Online-Kauf eignet. Die großen Ketten haben schlicht zu wenig Anstrengungen unternommen, auch online stark zu sein. Und die kleine Boutique um die Ecke fährt mit dem Weiterreichen von Waren eines Großhändlers ohnehin ein Geschäftsmodell, das am besten funktionierte, als es keine Transparenz zu Preisen und Bezugsquellen gab. Sorgenkind bleibt der Modehandel also dauerhaft, wenn er sich nicht ändert. Nicht besonders gern werden Händler und Verband die Aussagen von Markus Söder gehört haben. Denn der bayerische Ministerpräsident lehnt weitere finanzielle Hilfen für den Handel ab. Lediglich die Personenanzahl in den Geschäften sei reduziert, darüber hinaus gebe es keine Beschränkungen.

Levi’s setzt auf Bitmojis, Schuhe24 mit neuem Namen

Oh je, was habe ich in den vergangenen Tagen viel Unsinn über Bitmojis gelesen. Da möchte man den Kollegen:innen raten, entweder die eigenen Kinder zu fragen, was das ist. Oder es mal selbst auszuprobieren. Fakt ist jedenfalls, dass Levi’s gern die Popularität der digitalen Figuren nutzen möchte, um sich bei jungen Zielgruppen stärker ins Gespräch zu bringen. Dazu gibt es eine eigens entwickelte Kollektion. Damit kann der Avatar dann modisch herumlaufen, oder Avatar und Vorbild tragen den Partnerlook.

Der Schritt ist sicherlich konsequent, beschert uns aber in der ersten Zeit etwas mehr Arbeit beim Tippen. Denn Schuhe24 firmiert ab jetzt unter dem neuen Namen “The Platform Group”. In den vergangenen Jahren hat sich allerdings bei Schuhe24 dermaßen viel getan, dass die Bezeichnung die Angebote für Händler tatsächlich nicht mehr abgedeckt hat. So gibt es Marktplätze für Juweliere, Sportmarken und sogar Fahrräder.

Guido Maria Kretschmer macht auf Social-Shopping, Typy-Store im Porträt

Seitdem man für Verkaufsfernsehen nicht mehr zwangsläufig den Fernseher einschalten muss, sondern die Sendung, die jetzt Stream genannt wird, per Smartphone, am Tablet oder doch wieder auf dem Fernseher schauen kann, ist Shopping-TV nicht mehr altbacken, sondern als “Live-Shopping” total in. Und Verkaufsvideos in den Netzwerken wie Facebook zu schauen, auch. So steigt Guido Maria Kretschmer, Sie wissen schon, der ewig gut gelaunte Strahlemann in Sachen Mode, in das Social-Shopping auf Facebook ein. Dort wird er seine exklusiv für About You gestaltete Kollektion über die Facebook-Shops verkaufen.

Den ersten digitalen Selbstbedienungsladen Düsseldorfs, den Typy-Store hatten wir Ihnen schon vor einigen Wochen vorgestellt. Was steckt hinter dem Konzept, welche Strategien verfolgen die Macher und wie kauft es sich darin denn nun eigentlich ein? Sara Stucke hat sich die “Alternative zu Amazon Go” einmal im Detail angesehen.

EuroCIS 2021 abgesagt und Connecta ausschließlich digital

Impfstoffe müssen produziert und verteilt werden. Und bis überhaupt ein nennenswerter Teil der Bevölkerung geimpft ist, werden Monate vergehen. Die Pandemie wird uns somit alle auch noch im kommenden Jahr beschäftigen. Deswegen haben sich Messe Düsseldorf und das EHI Retail Institute dazu entschlossen, die für März geplante EuroCIS abzusagen. Die nächste physische Veranstaltung soll somit erst 2022 stattfinden.

Zu dem gleichen Ergebnis kommen die Macher:innen der Connecta Bern. Wie bereits in diesem Jahr soll auch die kommende Veranstaltung im Oktober 2021 als digitales Event durchgeführt werden. Ein physisches Ereignis in dieser Größenordnung zu planen, sei derzeit einfach mit zu vielen Unsicherheiten verbunden.

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