Deutscher Handelskongress 2014: Wie sieht der Handel der Zukunft aus?

von Christian Bach am 19.November 2014 in Trends & Analysen

20141119_091338Handel neu denken: Das ist das Thema beim diesjährigen Deutschen Handelskongress 2014. Heute um 9 Uhr hat die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali das Event im Berliner Maritim Hotel nahe des Potsdamer Platzes eröffnet. Der Handelskongress befasst sich vor allem mit der Verknüpfung von Online- und Offline-Handel. Hayali ist bei ihrer Moderations-Vorbereitung selbst über die verschiedenen Fachbegriffe gestolpert. Diese reichen von Omni-, über Multi- bis hin zu Cross-Channel. „Den Kunden ist es aber egal, wie Sie es nennen, Hauptsache sie können überall einkaufen“, fasste die ZDF-Moderatorin treffend zusammen.

Direkt nach der Eröffnung gab Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), einen Marktüberblick und sprach über die aktuellen Herausforderungen für die Branche. Sein Fazit: „Durch den E-Commerce sinkt der Umsatz im stationären Handel. Bis 2020 werden deshalb rund 50.000 Standorte ausscheiden. Das trifft vor allem kleine und mittlere Händler“, so die niederschmetternde Prognose von Sanktjohanser. Doch das Internet zu verteufeln ist Sanktjohanser zu einfach. Der Handel muss sich seiner Meinung nach ständig neu erfinden. Der Wandel geht immer weiter. Dafür benötigt die Branche jedoch einen angemessenen politischen Rahmen. Die Ansprechpartner dafür stellen sich später noch dem Plenum beim Handelskongress.

Deutscher Handelskongress 2014 HomepageDem HDE-Präsidenten folgte Prof. Dr. Werner Reinartz. Der Direktor des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln sprach sich unter dem Titel „Handel 2020“ für einen starken Einzelhandel aus, um die Innenstädte zu stärken. Reinartz stellte erstmals die Ergebnisse der neuen IFH-Studie „Innenstadt-Stakeholder“ vor. Diese zeigen, dass rund 60 Prozent der deutschen Kunden Innenstädte aufsuchen, um einzukaufen. Besonders in kleineren Städten suchen die Befragten das Stadtzentrum auf, um dort zu shoppen. Fallen Händler vor Ort weg, bleiben auch die Menschen fern.

Experten, Unternehmen und Politiker

20141119_085902In den kommenden zwei Tagen stellen zum einen Handelsforscher, wie zum Beispiel Gerd Bovensiepen,weitere Studienergebnisse vor. Der PwC-Partner spricht ab 14:15 zum Thema „Modern Retail – Welche Innovationen die Konsumenten vom stationären Handel erwarten“. Zum anderen berichten Unternehmensvertreter aus der Praxis des Omnichannel. Dazu gehört auch Dr. Oliver Breiden, Head of Program Office von Metro, mit seinem Vortrag „A fresh new look at Omnichannel Retailing“.

Location Insider-Redakteur Christian Bach ist vor Ort und berichtet liefert spannende Zitate und Eindrücke vom wichtigsten Handelskongress in Deutschland über unseren Twitter-Account. Denn hier geben sich nicht nur Geschäftsführer großer Händler und Forschungseinrichtungen die Klinke in die Hand. Zwei Bundesminister schlagen heute die Brücke zwischen Handel und Politik: Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks diskutieren gegen 12 Uhr über die Digitalisierung und den Strukturwandel. Fraglich ist, ob die Politiker viel Neues berichten können.


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