Wer dem Wettbewerb voraus sein will, setzt auf Local Commerce.

von Gastautor am 05.Dezember 2013 in Trends & Analysen

DD Summit Europe 2012. Europe's First Daily Deal Event.von Stavros Prodromou

Die USA und Großbritannien machen’s vor: Local Commerce holt den Einzelhandel aus dem Online-Schatten. Auf die folgenden Entwicklungen sollten sich Händler einstellen.

Stoffe und Farben vergleichen, Schuhe anprobieren, eine Verkäuferin um Rat fragen: Auch wenn der Online-Handel boomt, gibt es viele Gründe, die für Geschäfte in Fußgängerzonen und Einkaufszentren sprechen. Local Commerce unterstützt stationäre Händler, Restaurants und Dienstleister dabei, Kunden wieder verstärkt in die Filialen zu locken und vom Rechner loszueisen. In den USA oder Großbritannien wird dieser Trend bereits erfolgreich umgesetzt. In Deutschland steckt Local Commerce noch in den Kinderschuhen. Es ist an der Zeit, ihn als Chance zu erkennen, Aktivitäten im Internet mit den Filialen zu verzahnen und so eine noch größere Käuferschicht anzusprechen.

Was ist Local Commerce?

Local Commerce ermöglicht eine maßgeschneiderte und persönliche Ansprache zwischen lokalen, stationären Unternehmen und Verbrauchern. Ziel ist es, Verbraucher zu animieren, Händler und Dienstleister in ihrer Umgebung aufzusuchen. Dies geschieht beispielsweise durch Gutscheine, die in sozialen Netzwerken angeboten und dann in den Filialen eingelöst werden können, Online-Bestellungen, die direkt in das Geschäft geschickt werden, oder lokale Werbung. Zwar erfreut sich Online-Shopping großer Beliebtheit. Dennoch ist der Wunsch nach kompetenter Beratung, gutem Service und sofortiger Warenverfügbarkeit ungebrochen. Local Commerce verbindet die digitale Aktivität und Affinität der Zielgruppe mit persönlichen Erlebnissen „offline“.

Wer macht Local Commerce?

Viele deutsche Händler kennen Local Commerce noch nicht. Anbieter, die ihr lokales Filialnetz geschickt mit Online-Aktivitäten oder mobilen Anwendungen untermauern sind hierzulande noch eine Ausnahme. Allerdings gibt es einige Pioniere, die das Thema Local Commerce bereits gut umsetzen. Groupon ist wahrscheinlich der bekannteste Anbieter. Doch auch das schwedische Modeunternehmen H&M oder die Drogeriekette dm haben Local Commerce für sich entdeckt: Fans ihrer Facebook-Seiten können regelmäßig an Couponverlosungen oder Testaktionen teilnehmen. Die Gutscheine oder Produkte holen Kunden dann in der Filiale ab. Auch Apple weiß, wie es geht: Im Internet finden sich Filialen, die ein gewünschtes Produkt bereits im Sortiment haben. Was nicht vorrätig ist, kann kostenlos in die nächste Filiale bestellt werden. Das Verkaufspersonal vor Ort ist stets mit iPad ausgestattet und übernimmt auf Wunsch auch die Konfiguration des bestellten Geräts.

Warum lohnt sich Local Commerce?

Auch wenn die Umsätze im Internethandel weiter wachsen, findet der Großteil des Konsums in Deutschland abseits des Netzes statt. Anprobieren, Beratung und Co. sind Argumente, die auch weiterhin für einen Einkaufsbummel in der nahegelegen Fußgängerzone sprechen. Allerdings informieren sich immer mehr Verbraucher online und vergleichen Preise sowie Verfügbarkeit, bevor sie das Geschäft betreten. Einzelhändler, die in eine durchdachte Internetpräsenz, soziale Netzwerke, Gutscheinaktionen und lokale Services investieren, werden langfristig die Nase vorn haben.

Über Stavros Prodromou

Stavros Prodromou ist seit 2012 Geschäftsführer der eDeal Association, der europäischen Vereinigung für die Industrie von Online-Deals, beispielsweise Flash Sales, Couponing und DailyDeals. Zuvor war er als General Manager bei Groupon tätig und gründete 2010 das Startup-Unternehmen Coupobox. Durch seine Expertise im E-Deal-Bereich begann Prodromou mit der Organisation und Veranstaltungen von Fachkonferenzen zu aktuellen Handelsthemen. 2014 startet er hierzu die LoCo Connect 2014 in Amsterdam, Europas erste Fachkonferenz rund um das Thema Local Commerce.

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