Ideen für die Zukunft des Handels – Projekte aus dem LBMA-Kompendium.

von Markus Gärtner am 30.September 2016 in News, Trends & Analysen

lbmaDie Location based Marketing Association liefert in ihrem „Kompendium“ auf 56 Seiten Praxisbeispiele für ortsbasierte Dienste und andere Handelsinnovationen. Wir stellen einige ausgewählte Projekte vor:

  • Digitale Preisschilder, so genannte Electronic Shelf Labels (ESL), sollen stationären Händlern Preisänderungen vereinfachen und ihnen so ermöglichen, sich flexibel auf sich änderende Umstände, wie z.B. das Wetter, einzustellen. Doch gerade dadurch entstehen natürlich auch Probleme: Was, wenn sich der Preis für den Kunden auf dem Weg zur Kasse geändert hat? Media-Saturn, das als Vorreiter in Sachen ESL gilt und digitale Preisschilder in alle Filialen einführt, hat daher schon ausgeschlossen, dass sich die Preise während der Öffnungszeiten ändern.
  • Wlan in Kaufhäusern kann Kunden einen Mehrwert über den reinen Onlinezugang hinaus bringen, z.B. durch eine Übersicht über alle Läden und eine Indoor-Navigation, wie es die Solinger Shopping-Mall Hofgarten vormacht. Laut einer McKinsey-Umfrage würde jeder Zweite so ein Wegeleitsystem gerne nutzen. Je nach Bereich, in dem der Kunde sich gerade aufhält, erhält er unterschiedliche Inhalte – im Essensbereich etwa keine weiteren Sonderangebote, sondern Nachrichten der lokalen Zeitung.
  • Den Einkauf vor allem für jüngere Zielgruppen wieder mehr zum Erlebnis machen, versucht auch das US-Kaufhaus Macy’s mit seinem „Millennial Floor“. Hier können die Kunden selbst zu Produzenten werden und z.B. mit 3D-Druckern eigenen Schmuck herstellen oder via Laser selbst eine Jeans gestalten. Danach können die Besucher sich an einem der vielen Food Trucks stärken.
  • Kooperationen zwischen Stadt und Händlern können ebenfalls mehr Interessierte in die Läden locken und Umsätze steigern. Im belgischen Sint-Truiden hat CCV Deutschland bei dem Projekt „Shop & the City“ eine Gutscheinkarte getestet, mit der Besucher Punkte sammeln und sie bei Händlern einlösen können. Die Karte wurde dabei sowohl in Papierform als auch digital angeboten. Mithilfe der jeweiligen Identifikationsnummer konnten Kampagnen auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten werden. Mit Erfolg: Der mit den Karten erzielte Umsatz stieg in den ersten anderthalb Jahren nach eigenen Angaben um 150 Prozent. Mittlerweile soll es rund 460.000 Nutzer geben – dabei hat die Stadt gerade Mal 40.000 Einwohner.

„Leider ist es so, dass sich viele Händler überfordert fühlen oder schlicht die Digitalisierung des Handels verneinen. Das Umdenken muss in den Köpfen der Händler stattfinden, das ist die Basis für alle weiteren Schritte.“

Christine Bauer von CCV Deutschland sieht noch viel Überzeugungsarbeit vor allem bei kleineren Einzelhändlern.

thelbma.org

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Infografik: Epson


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