Mobile Payment: Karstadt nutzt die NFC-Technologie ab sofort deutschlandweit.

von Christian Bach am 21.September 2015 in Topnews

Karstadt FilialeWennschon, dennschon: Karstadt gilt nicht gerade als Vorreiter bei der Digitalisierung des Handels. Dennoch springt die Warenhauskette nun auf den Mobile-Payment-Zug auf. Das Essener Unternehmen nutzt ab sofort Near Field Communication (NFC) deutschlandweit, wie Karstadt in einer Pressemitteilung schreibt. Demnach können Kunden Produkte nun in allen eigenen Filialen mit NFC-fähigen Kreditkarten und mit einem Smartphone, das mit einem entsprechenden Chip ausgestattet ist, kontaktlos bezahlen. Bei Beträgen unter 25 Euro müssen die Kunden weder eine PIN eingeben noch eine Unterschrift tätigen. „Die NFC-Technologie basiert auf einer sicheren Funkübertragung der Bezahldaten an die NFC-fähigen Kassen“, heißt es in der Mitteilung. „Parallel zu unserem anspruchsvollen Sanierungsprogramm, zu dem auch die Spezialisierung von Kassenteams und die Schaffung von gut erreichbaren Zentralkassen gehört, und zur weiteren Verbesserung unseres Tagesgeschäfts, ist heute jede Filiale durchgängig NFC-fähig“, sagt Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach und fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass diese Technologie sich im gesamten Einzelhandel schnell weiter durchsetzen wird.“

Diese Prognose bestätigt auch die aktuelle Studie „Mobile in Retail 2015“ von GS1 Germany und dem EHI Retail Institute. Laut dieser Untersuchung ist das mobile Bezahlen kein kurzfristiger Hype, sondern wird sich langfristig etablieren – aber nur mit der NFC-Technologie. So basiert auch Apple Pay auf NFC – und auch Google setzt auf die Technologie. Der Webriese hat vor zwei Wochen sein eigenes Smartphone-Bezahlsystem in den USA gestartet. Android Pay ist seitdem bei mehr als einer Million Shops verfügbar. Google arbeitet dafür mit großen Handelsketten wie Walgreens, Macy’s, Staples, Fresh Market, Whole Foods, Office Depot und vielen mehr zusammen. Neben stationären Zahlungen an dafür vorgesehenen NFC-Terminals hat es Google auch auf Zahlungen innerhalb von Drittanbieter-Apps abgesehen.

Karstadt wiederum muss aktuell den Spagat zwischen Einsparungen und Innovationen schaffen. Mitte August hat die Warenhauskette bekannt gegeben, dass sie den Online-Handel nicht als Rettungsanker wie andere Händler ansieht. Stattdessen schrumpft Karstadt den E-Commerce zusammen und verabschiedet sich damit von der eigenen Omnichannel-Strategie. Karstadt will Mitarbeiter entlassen und Sortimente streichen, bestätigte damals E-Commerce-Chef Klaus Haensch.



Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von Location Insider. Wir informieren Sie montags bis freitags um 11 Uhr per E-Mail über Location-based Services und Local Commerce, z.B. über Beacon-Projekte im Handel.