Sensape steigert mit Sprechblasen den Verkauf.

von Markus Gärtner am 21.September 2016 in News

aufbau-oreo

Lockmittel: Das Leipziger Unternehmen Sensape hat seine smarten Aufsteller bei den Einzelhändlern Konsum und Bünting getestet und verhandelt mit weiteren Händlern über einen Einsatz. Das Digital-Signage-System namens Chimp besteht u.a. aus einer Kamera und Bildschirm und kann Kunden anhand verschiedener Merkmale erkennen, mit ihnen interagieren und so zum Angebot des Anbieters locken.
In den Bünting-Filialen hat Sensape dafür mit der Keks-Marke Oreo kooperiert. Wenn Kunden mit einer Packung in der Hand mit dem System interagieren, kann das Programm dem Kunden z.B. Alter und Geschlecht zuordnen und zeigt auf dem Bildschirm das Bild des Kunden mit einer individuellen Sprechblase, etwa „Oh, deine Schwiegermutter ist zu Besuch – überrasche sie doch mit einer Torte!“ Der Kunde kann dann Rabattcoupons oder sogar ein passendes Rezept erhalten und ausdrucken. Der Clou: Natürlich sind die Zutaten vom Werbepartner und aus dem Sortiment des Händlers. Die Stelen könnten sowohl als Werbeträger für einzelne Marken als auch für spezielle Angebote der Händler dienen, so die Geschäftsidee. „Die Händler können die Sensape-Systeme mieten oder kaufen und das investierte Kapital durch Werbekostenzuschüsse zurückverdienen. Sensape unterstützt auf dem Weg bei der Konzeption und Umsetzung von Kampagnen“, erklärt Sensape-Mitgründer Justus Nagel.

Sensape

In einer Leipziger Konsum-Filiale lief der Test ähnlich – dort allerdings mit Angeboten des Händlers. Wenn als Kunde zum Beispiel ein Mann erkannt wurde, erhielt dieser etwa eine Sprechblase über seinem Bild „Heute Abend mit den Jungs ein kühles Blondes“ und einen Hinweis auf Sonderangebote für Bier. Beide Tests waren erfolgreich, beschreibt Nagel. So wurde z.B. in der getesteten Leipziger Filiale der Absatz im Vergleich mit anderen Filialen um 120 Prozent gesteigert und 70 Prozent aller Besucher erreicht. Allgemein soll sich der Absatz der beworbenen Produkte im Schnitt verdoppeln, in Einzelfällen laut eigener Aussage sogar auf bis zu 900 Prozent steigern. Ein Grund dafür ist wohl das intensivere (Marken)-Erlebnis und die individuellere Kundenansprache. Nun verhandeln die Macher der smarten Sprechblasen-Ständer mit einem großen deutschen Einzelhändler sowie einer Schweizer Kette über weitere (Pilot-)Projekte.

Auch die Heidelberger Firma Ameria bietet mit dem so genannten Virtual Promoter ein ähnliches System an, das u.a. schon für Lego im Drogeriemarkt Müller und für die Parfümerie Douglas im Einsatz war. Dabei werden die Passanten sogar teils per Lautsprecher angesprochen und können sich bzw. die Figur auf dem Bildschirm via Gestensteuerung bewegen.
wuv.de, sensape.com


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