Gap will stationären Kunden mobile Mehrwerte bieten.

von Matthias Hell am 23.April 2014 in Trends & Analysen

Seinen Onlinestore hat der amerikanische Fashion-Retailer Gap bereits konsequent mit den stationären Filialen verknüpft. Nun startet der Modehändler eine Offensive, um auch Kunden in den Geschäften auf deren mobilen Geräten Mehrwerte zu bieten.

Multichannel wird oft noch zu eng gedacht: viele Konzepte gehen vom Desktop-basierten Internet aus und haben vor allem die Verknüpfung der Kanäle Online und Offline im Visier. Dass die Konsumenten dank Smartphones und Tablets auch in den Stores schon längst im mobilen Internet sind, wird dagegen häufig vergessen. Welche zusätzlichen Mehrwerte hier erzielbar sind, will nun die US-Modemarke Gap zeigen.

Bisher hat sich der Fashion-Retailer vor allem auf Multichannel-Services in seinem Onlineshop konzentriert. Dazu zählen Funktionen wie die Abfrage stationärer Verfügbarkeiten (werden alle 20-30 Minuten aktualisiert), die Bestellung in Stores sowie die Rückgabe von Online-Bestellungen in den Ladengeschäften. Über den Standard hinaus geht Gap mit seinem „Reserve in Store“-Service: Kunden können bis zu 5 Artikel zur Anprobe in das Gap-Geschäft ihrer Wahl bestellen, wo diese bis zum Ende des nächsten Werktags bereitgehalten werden.

gap

300 Millionen Dollar für neue Mobile Services

Wie Mobile Commerce Daily berichtet, will Gap nun in den nächsten drei Jahren bis zu 300 Millionen Dollar investieren, um auch Instore-Kunden attraktive Online-Services zu bieten, die diese mit ihren mobilen Geräten abrufen können. Dazu zählt zunächst die Suche nach lieferbaren Farb-/Größenvarianten und deren Lieferung nach Hause. Zudem will der Modehändler zusätzliche Produktinformationen in seinen Stores verfügbar machen sowie ein flankierendes Loyalty-Programm starten. Dabei soll es aber nicht bleiben:

„Der Fachhändler plant auch die Markteinführung von Features wie Click&Collect, Find-instore und personalisierten Angeboten für stationäre Kunden. Art Peck, Manager für Digitales bei Gap, hob das Browsing und kaufbasierte Produktempfehlungen als Priorität hervor, um Online-Shopping persönlicher zu gestalten.“

Wenn Gap die geplanten Maßnahmen richtig angeht und die Kunden z.B. mit freiem WLAN und Incentives zur Nutzung der Services ermuntert werden, könnte sich das für den Fashion Retailer positiv auswirken. Denn die Potenziale mobiler Geräte werden in den meisten Modegeschäften bislang noch kaum genutzt.


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