Xplace bringt das Internet an den Point of Sale.

von Matthias Hell am 21.Januar 2014 in Local Heroes

Ohne online geht es nicht – das haben inzwischen auch die meisten Einzelhändler begriffen. Doch wenn es darum geht, das eigene Online-Angebot in die stationären Filialen zu integrieren, herrscht oft Ratlosigkeit. Oder man begnügt sich mit Werbeaufstellern, die auf die Shop-URL hinweisen. Deutlich effektiver setzt sich dagegen der POS-Spezialist Xplace mit der Einbindung von Online-Funktionen in die stationäre Umgebung auseinander.

Florian Brinkmann ist Co-Geschäftsführer von Xplace

Florian Brinkmann ist Co-Geschäftsführer von Xplace

Den zentralen Ansatzpunkt stellt für Xplace dabei der Bereich interaktive Kundeninformationssysteme dar. Wie Geschäftsführer Florian Brinkmann berichtet, startete das 2002 gegründete Göttinger Unternehmen zunächst mit einer Lösung für die Einbindung von Computerspiel-Trailern am POS. Es folgten komplette POS-Terminals, POS-TV-Angebote sowie verschiedenste Software-Lösungen für den POS. Mit namhaften Kunden wie Media-Saturn, Karstadt, Thalia und Rewe sowie Niederlassungen in acht weiteren europäischen Ländern ist Xplace nach eigener Aussage in dem Bereich heute der führende Anbieter in Europa.

Mit der Wandlung vieler Kunden vom stationären Handel hin zu Mehrkanalanbietern, wurde auch für Xplace die Einbindung von Online-Funktionen in das stationäre Umfeld zu einer wichtigen Aufgabe. „Im Gegensatz zu dem gängigen ‚Duo-Channel‘-Verständnis, dass sich nur auf die Dimensionen Online und Offline beschränkt, denken wir in Richtung eines echten ‚Multi-Channel‘, der vor allem auch Mobile als eigenständigen Kanal berücksichtigt“, erklärt Brinkmann.

Onlineshop-Terminals erweitern das stationäre Warenangebot

POS-Terminals bringen den Onlineshop von Runners Point in die Stores

POS-Terminals bringen den Onlineshop von Runners Point in die Stores

Wie sich Xplace die Integration des Online-Kanals in den Einzelhandel vorstellt, lässt sich gut am Beispiel Runners Point ablesen. Für den Lauf-Spezialisten, der in Deutschland rund 200 Filialen betreibt, hat das Unternehmen eine Terminal-Lösung entwickelt, die den Onlineshop von Runners Point in die stationären Geschäfte bringt. Kunden erhalten neben dem meist 200 bis 250 Produkte umfassenden stationären Sortiment somit Zugriff auf das komplette, 3.000 Artikel starke, Online-Warenangebot. Dabei ist es möglich, Produkte, Marken oder Farbvarianten, die stationär nicht vorrätig sind, zu bestellen oder zusätzliche Infos zu den im Laden angebotenen Artikeln abzurufen. „So eine Lösung lebt immer von der Qualität der dahinterstehenden Daten“, erklärt Brinkmann.

Um eine bestmögliche Funktion zu gewährleisten, wurde der Onlineshop von Runners Point von der Stuttgarter Agentur DMC zusätzlich touch-optimiert. Die POS-Terminals sind zudem mit einem Barcode-Scanner und einem Drucker ausgestattet. Für den Xplace-Geschäftsführer stellen touch-basierte POS Lösungen wie Terminals und Tablets die sinnvollste Variante der Online-Einbindung dar. Von Verfahren, die auf QR-Codes aufsetzen, hält Brinkmann dagegen nicht so viel: „Die Kunden sind heute noch kaum bereit, per QR-Code auch wirklich zu kaufen.“

„Mobile Mirror“ bringt Händler ins soziale Netz

Ein Spiegel für das Social Web: Die Xplace-Entwicklung Mobile Mirror

Ein Spiegel für das Social Web: Die Xplace-Entwicklung Mobile Mirror

Der aktuelle Favorit von Florian Brinkmann, wenn es um die Einbindung von Web-Inhalten in den stationären Kontext geht, ist eine spielerische Weiterentwicklung der POS-Terminals von Xplace: der Mobile Mirror. Ein großer Bildschirm mit integrierter Kamera ermöglicht es dabei Fashion-Kunden, sich wie in einem Spiegel zu betrachten. Die Anzeige erfolgt zeitversetzt, Kunden können sich also auch in Bewegung und in Rückenansicht im Mobil Mirror betrachten. Das Attribut „Mobile“ verweist auf die Integration des digitalen Spiegels mit dem Kunden-Smartphone: Per App können aufgenommene Fotos und Videos auf das Handy übertragen werden und von dort direkt auf Facebook, Twitter oder YouTube gepostet werden.

Xplace-Geschäftsführer Brinkmann ist überzeugt, dass der Mobile Mirror den Medienbruch zwischen Store und Internet überbrücken kann: „Ausprobieren funktioniert nun einmal nur mit Ware.“ Gleichzeitig erleichtern der Trend zu digitalen Selbstdarstellung und die integrierten Posting-Möglichkeiten den Weg ins Netz – und erhöhen damit auch die Online-Präsenz der beteiligten Retail-Partner, da aufgenommene Fotos und Videos automatisch mit dem jeweiligen Händler-Logo gebrandet werden.


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