Deutsche Telekom und Salesforce wollen den Autohandel digitalisieren.

von Christian Bach am 02.Juli 2015 in Topnews

Telekom Customer Experience Management Automotive

Analog war gestern: Die Deutsche Telekom und Salesforce starten eine Cloud-Software für Autohändler. Die neue Lösung mit dem sperrigen Namen „Customer Experience Management Automotive“ wird bereits von zehn Autohäusern genutzt, darunter zwei der größten Mercedes-Autohäuser. „Gemeint sind die Autohäuser Kunzmann aus Aschaffenburg und die Bamberger Auto-Scholz-Gruppe“, sagt eine Telekom-Sprecherin gegenüber Location Insider. Über die Software können Mitarbeiter unter anderem Fahrzeuge auf dem Autohof annehmen, Schäden per Kamera dokumentieren Preisauskünfte geben und Aufträge in das Händlersystem übertragen. „Wir haben die mobile Serviceannahme seit März in unserem Bamberger Autohaus im Einsatz“, sagt Wolfgang Wich, Mitglied der Geschäftsführung bei der Auto-Scholz-Gruppe. Die mobile Serviceannahme ist aber nur ein Modul von CEM Automotive – die Kurzform der Software.

Beacons zur Produktrecherche

Ein anderes Modul soll zur Verbesserung der Verkaufs- und Serviceprozesse beitragen. Kunden können die Software-Lösung mithilfe von Beacons zur Produktrecherche nutzen. Sie können sich Details zum Wunschwagen auf ihr Smartphone laden und eine Probefahrt vereinbaren. Möglich machen dass Beacons, die an den Fahrzeugen angebracht werden. Die Bluetooth-Funksender sollen auch Informationen wie Bilder, Videos oder Dokumente an die Interessenten schicken. Das internationale Interesse an der Cloud-Software soll groß sein: „Wir führen zurzeit Gespräche mit Autohändlern in China, Taiwan, Mexiko, Brasilien und den USA“, sagt Frank Gassner, Vice President Automotive Sales bei T-Systems.

Telekom CEM

Beacon-Lösung auf den Einzelhandel übertragen

Die Telekom-Tochter T-Systems Multimedia Solutions will diese Beacon-Lösung auch auf den Einzelhandel übertragen. „Beispielsweise kann ein Kunde seinen Einkauf schon vorab online, am PC oder in der entsprechenden Handelsmarkt-App, zusammenstellen und wählen, ob er die Produkte selbst abholen oder liefern lassen möchte. Holt er die Ware selbst ab, registrieren iBeacons sein Smartphone bereits beim Betreten des Geschäfts“, heißt es in der Pressemitteilung. Nach der Bestellung wird der Filialleiter benachrichtigt und die Ware bereitgestellt. Die Kunden können online, mobil oder vor Ort bezahlen. All diese Ansätze klingen in der Theorie zwar wunderbar, aber die Telekom ist lange nicht das einzige Unternehmen, welches solche Beacon-Lösungen präsentiert. Ford geht zum Beispiel mit Beacons auf Kundenfang. Bisher konnte sich noch kein Anbieter flächendeckend durchsetzen. Dennoch hätte die Telekom die Größe und Reichweite, um andere Wettbewerber auszustechen.



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