Von wegen Showrooming: Webrooming ist viel beliebter bei deutschen Kunden.

von Christian Bach am 04.Dezember 2014 in Highlight, Topnews, Trends & Analysen

LBS Studie Kaufda HDE HS NRROPO: Dieses Akronym steht für „Research online, purchase offline“ und spiegelt die Hoffnungen vieler stationärer Händler wider. Denn ROPO bedeutet, dass sich die Kunden im Web informieren, dann aber im Laden einkaufen gehen. Dieser Trend wird auch als Webrooming bezeichnet – und steht derzeit auf Platz 1 beim Informations- und Kaufverhalten der Deutschen. Das besagt die Studie „Zukunft und Potenziale von Location-based Services für den stationären Handel“. Die Untersuchung stammt vom Handelsverband Deutschland (HDE), kaufDA und dem Web Research Center der Hochschule Niederrhein. Einige Ergebnisse der Studie wurden zwar bereits im September dieses Jahres veröffentlicht, wie Location Insider berichtete. Uns liegt nun aber zusätzliches Material vor.

Mehrheit kauft offline.

LBS Studie Offline ShoppingLaut der Handelsstudie recherchieren 39 Prozent der deutschen Kunden sehr oft zuerst online, bevor sie das gesuchte Produkt anschließend im Geschäft kaufen. Hinzu kommen 10 Prozent, die ebenfalls im Laden kaufen, nachdem sie mobil recherchiert haben. Damit handeln fast 50 Prozent genau entgegen dem so oft beschriebenen Showrooming-Effekt. „Webroomer sind eine hochspannende Zielgruppe. Sie haben sich bereits mit dem Produkt beschäftigt, kennen die Preispunkte und sind bereit zum Kauf. Das Webrooming sollte beim Einzelhandel also durchaus Beachtung finden. Jetzt kommt es darauf an, den Verbraucher dort abzuholen, wo er sich aufhält – im Netz“, sagt Christian Gaiser, CEO der Bonial.com-Gruppe, zu der auch KaufDa gehört. Nur 14 Prozent nutzen dagegen Showrooming sehr oft, so die Ergebnisse der Befragung. Trotzdem darf man den Effekt nicht unterschätzen. Denn zusätzliche 8 Prozent kaufen mobil, während sie sich noch im Geschäft befinden. Natürlich gibt es auch Kunden, die nur einen Kanal nutzen. 37 Prozent der Befragten kaufen online ohne vorherigen Geschäftsbesuch. Genau umgekehrt handeln 22 Prozent: Sie kaufen einfach offline, ohne sich im Internet zu informieren.

Stationäre Händler sollten trotzdem reagieren.

Grosse Handelsstudie 2014 kaufDA - CoverZusammenfassend kann man also festhalten, dass laut der Studie immer noch 71 Prozent der Kunden in stationären Läden einkaufen, ganz gleich ob und wo sie vorher recherchieren. Andere Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass es im Non-Food-Bereich sogar noch 90 Prozent sind, wie zum Beispiel diese Infografik der New Yorker Agentur Medallion Retail belegt. Stationäre Händler müssen sich demnach nicht sofort um ihre Existenz sorgen. Trotzdem nutzen immer mehr ihrer Kunden den Online- und Mobile-Kanal. Darauf sollten sie sich einstellen, zum Beispiel mit einem eigenen Webshop, einer Präsenz auf Marktplätzen, Accounts in Verzeichnissen und vielen weiteren Möglichkeiten.

Denn 82 Prozent der Deutschen erwarten online zum Beispiel Ladenöffnungszeiten zu finden, ein Jahr zuvor waren es noch 73 Prozent. Ähnlich viele Kunden (78 Prozent) möchten Abfragen, ob Produkte in einem bestimmten Laden verfügbar sind. 2013 waren 70 Prozent. An diesen zwei Beispielen wird deutlich, dass Kunden heute nicht mehr unbedingt langfristig planen möchten. Sie wünschen sich auch unterwegs Möglichkeiten zur Informationsabfrage. Händler sollten sich an diese Erwartungen gewöhnen. „Mit steigender Internet-Nutzung entsteht, das fand die Handels-Studie heraus, auch eine zunehmende Erwartungshaltung auf Kundenseite nach Informationen. Für den Handel ist dies eine riesige Chance. Damit es aber auch gelingt, die Webroomer tatsächlich zum Besuch des Ladengeschäftes zu bewegen, müssen zusätzliche Brücken gebaut werden, etwa Multi-Channel-Strategien, lokale und digitale Angebote oder zusätzliche Aktionen im Shop, die das Kauferlebnis vor Ort noch attraktiver gestalten“, erklärt Gaiser. Eins steht inzwischen sicher fest: Die Kunden werden ihr Smartphone auch im Laden nicht aus der Hand legen. 2013 haben 5 Prozent der Deutschen ihr Mobilgerät im Geschäft genutzt, dieses Jahr sind es bereits 17 Prozent. 2015 wird der Wert mit Sicherheit nicht sinken.

Die Studie mit einem Vorwort des HDE kann bei uns via E-Mail angefordert werden: christian.bach@locationinsider.de. Bitte nennen Sie in Ihrer Mail Ihren Namen, Firma, Funktion und Anschrift. Mit Ihrer Mail stimmen Sie der Daten-Weitergabe an kaufDA – Bonial International GmbH zu.



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