6 bemerkenswerte Initiativen im Modehandel.

von Andre Schreiber am 27.April 2018 in News, Trends & Analysen

Kaum Ware im Geschäft, dafür aber Beratung und Service. Nordstrom kommt seinen Kunden mit einem Lokal-Konzept entgegen. (Quelle: Nordstrom)

Einfach die Ware nett in Regalen platzieren, ein paar Spiegel aufhängen und Umkleidekabinen hinstellen? Das war einmal. Der Modehandel spürt deutlich die Herausforderung durch Online-Anbieter. Schließlich können die Kunden hier mit wenigen Klicks ihre individuellen Outfits zusammenstellen und dank großzügiger Rückgabefristen in Ruhe zu Hause ausprobieren. Und zu allem Überfluss geraten dann auch noch Geschäftsmodelle wie Fast Fashion unter Druck. Der Modehandel muss sich also etwas einfallen lassen, um die Kunden gezielter anzusprechen. Und das tut er, wie diese Initiativen zeigen.

Nordstrom ist für große Warenhäuser mit breiter Auswahl bekannt. Mit „Nordstrom Local“ kommt der Händler seinen Kunden sprichwörtlich entgegen. Dabei handelt es sich um kleinere Filialen, in denen nur wenige ausgewählte Stücke zur Ansicht hängen. Die Läden stellen Beratung und Service in den Mittelpunkt. Denn ein Stylingexperte stellt mit den Kunden ein individuelles Outfit zusammen. Die Stücke werden dann zur Anprobe in den Laden bestellt. Möchte der Kunde etwas kaufen, werden die Artikel nach Hause geschickt. Angeboten wird auch ein Änderungsservice.

Bei der Auflistung bemerkenswerter Initiativen darf Zara nicht fehlen. Besonders beeindruckend sind sicherlich die neuen „Selbstbedienungstürme“ im Laden. Die Abholstationen können teilweise bis zu 4.000 Pakete aufnehmen. Der Kunde holt seine per Click & Collect bestellte Ware ab, in dem er einen Barcode auf dem Handy scannt. Damit werden Warteschlangen vermieden und der Einkauf wird bequemer.

Net-A-Porter hat inzwischen fast eine halbe Milliarde Euro in Technologien und Personalisierungsmaßnahmen investiert. Ein Ergebnis ist ein Bot, der Outfits nach der Lebenssituation der Kunden zusammenstellt, zum Beispiel für eine Reise oder eine bevorstehende Veranstaltung. Eng damit verwandt ist ein Tool, das bereits vom Kunden genutzte Kleidungsstücke zu neuen Outfits kombiniert und diese mit aktuellen Produkten aus Shop und Läden verbindet.

Die Modepublikationen Vogue und GQ nutzen die Kamerafunktionen des Amazon Look. Beide Magazine unterbreiten den Nutzern Stilvorschläge, nachdem die Kunden Fotos oder eigene Kleidungsstücke in die Optik gehalten haben. Amazon beteuert, dass die Magazine keinen Anteil an den daraus resultierenden Käufen erhalten. Allerdings könnte das ein Erlösmodell für Medien sein, aber auch ein interessanter Weg für Händler und Modemarken.

Der Curated-Shopping Anbieter Stitch Fix setzt auf eine Mischung aus persönlichem Styling und KI, um passende Stücke für den Kunden zu finden. Die KI trifft dabei anhand der bisherigen Historie eine Vorauswahl. Ergänzt wird das dann von der Arbeit des persönlichen Stylisten. Durch die Auswertung von Rücksendequoten und Feedback lernt das System hinzu.

In 90 Minuten zum individuellen Paar Sneakers. Nike macht es möglich und zeigt, was Personalisierung in der Mode erreichen kann. (Quelle: Nike)

Das Nike By You Studio in New York ist sicherlich besonders beeindruckend. Hier können die Kunden sich in weniger als 90 Minuten ein individuell gestaltetes Paar Schuhe herstellen lassen. Es basiert auf einem speziell dafür entworfenen Modell, dem Presto X. Zwar handelt es sich dabei noch um ein Experiment, das aber unterstreicht, was in Hinsicht der Personalisierung bereits möglich ist, und wo die Reise im Modehandel hingehen könnte.

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