E-Food-Anbieter Rohlik kommt nach Deutschland, Søstrene Grene startet Online-Shop, Besucherregistrierung per QR-Code.

von Stephan Lamprecht am 08.Juni 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Unabhängig davon, ob Michail Gorbatschow diesen Satz im Oktober 1989 tatsächlich gesagt hat, trifft er doch auf die aktuelle Situation im Handel zu. So spart der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth nicht mit Kritik an der temporären Mehrwertsteuersenkung. Der Handel müsse für Umstellung an Kassen und Preisauszeichnung viel Geld investieren. Er umgeht so elegant das Kernproblem: Es wurde in den vergangenen Jahren schlicht zu wenig in die Digitalisierung investiert, zu viel ausgesessen und auf manuelle Arbeit gesetzt. Und das rächt sich jetzt. Unsere News des Tages.

Tschüss und bis zur nächsten Ausgabe
Ihr Stephan Lamprecht

Rohlik kommt nach Deutschland, Coop wertet E-Food auf, Euronics zufrieden

Der Online-Supermarkt Rohlik aus Tschechien plant offenbar, seinen Start in Deutschland und Österreich vorzuziehen. 147 Mio Euro setzt der E-Food-Anbieter bereits um, und soll auch bereits profitabel arbeiten. Das bei den Konsumenten während der Coronakrise gewachsene Interesse an Lebensmittellieferungen erscheint dem Startup als günstige Gelegenheit. Wohl spätestens im ersten Quartal des kommenden Jahres soll der Start in Deutschland wohl erfolgen. Unterdessen ist in Berlin mit Gorillas ein neuer Lebensmittel-Lieferdienst an den Start gegangen, der die Express-Lieferung in nur 10 Minuten verspricht. Das Konzept erinnert an goPuff aus den USA.

Die Coop in der Schweiz gestaltet den Online-Auftritt um. Als Konsequenz rückt das E-Food-Angebot stärker in das Scheinwerferlicht. Denn statt der Unternehmensinformationen werden die Kunden nach Aufruf der Coop-Site dann direkt Lebensmittel bei „coop@home“ einkaufen können. Bisher waren Corporate-Site und Online-Supermarkt getrennt.

“Sie können demjenigen, der ein großes Problem hat, einen schönen Gruß von mir ausrichten: Wer ein großes Problem hat, ist selbst schuld beziehungsweise ein Versager. Denn jedes große Problem war einmal klein; hätte er es als kleines gelöst, hätte er kein großes.“

Trigema-Chef Wolfgang Grupp polarisiert mit seinen Aussagen seit Jahren. Im Interview mit dem Focus zeigt er sich skeptisch, was neue Arbeitskulturen betrifft. Seine Einschätzung zu Problemen darf man aber getrost so stehen lassen.

Euronics-Chef Benedict Kober sieht die Verbundgruppe auf einem guten Weg nach dem Ende des Lockdowns. So waren die angeschlossenen Händler trotz der Einschränkungen weiter für die Kunden da. Und die neuen Vorschriften zu Hygiene und Einlassbeschränkungen hätten die Händler mit viel Einsatz und kreativen Ideen umgesetzt.

Søstrene Grene startet Online-Shop, Tausendkind geht an Weltbild, Besucherregistrierung leichter gemacht

Skandinavisches Design, Kleinmöbel, Hobby-Artikel und Küchenzubehör bietet das dänische Unternehmen Søstrene Grene inzwischen in 52 Filialen an. Erst vor rund vier Jahren eröffnet der erste Store Deutschlands in Hamburg. Nach dem erfolgreichen Start eines Online-Shops für die Kunden im Heimatland Dänemark folgt nun ein Online-Shop für Deutschland. Den Shop sieht das Unternehmen als ersten Baustein einer Omnichannel-Strategie, die konsequent verfolgt werden soll.

Der auf Baby- und Kinderartikel spezialisierte Online-Shop von Tausendkind hat nach der Insolvenz eine neue Heimat gefunden. Die Weltbild-Gruppe will den Namen erhalten und als eigenständiges Unternehmen weiterführen. Denkbar wäre es, ein Angebot von Tausendkind in allen Weltbild-Filialen zu etablieren. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt.

„Corona Presence“ heißt eine neue Lösung der Makrolog AG, die Gastronomen, Friseuren und Vereinen die Registrierung von Besuchern vereinfachen soll. Wie bei vergleichbaren Lösungen gehört es zum Konzept, den Kunden seine Daten selbst eintragen zu lassen. Er scannt einen QR-Code, muss also keine App installieren, um auf einer Website dann die Angaben einzutragen. Die Nutzung des Systems ist kostenlos. Die Entwickler planen auch Erweiterungen, wie eine digitale Speisekarte.

Handelsexperte Wolf-Jochen Schulte-Hillen hat uns auf ein cleveres und witziges Konzept aus Ocean City an der US-Ostküste für die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregelungen aufmerksam gemacht: Das Restaurant „Fish Tales“ hat „Social Distancing Tables“ entwickelt. Gäste schlüpfen dabei in einen großen Gummireifen mit einem kleinen Tischchen innen drin und Rollen darunter. Man kann mit den Tischen umhergehen und sogar andere Gäste – ähnlich wie beim Autoscooter – rammen. Das Konzept sorgt für große Aufmerksamkeit in den US-Medien und steigert den Umsatz des Restaurants.

“Bumper Tables” Help Keep Diners 6 Feet Apart

Would you be open to this new dining experience once restaurants begin reopening? 🍽

Gepostet von Tasty am Freitag, 29. Mai 2020

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