Fielmann eröffnet Hightech-Filiale, Inditex will bis zu 1.200 Läden schließen, Ikeas Compact-Store in Tokio.

von Stephan Lamprecht am 11.Juni 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gibt es in diesen bewegten Tagen einmal positive Botschaften, greifen wir diese hier gern auf. „Die Handelsfläche an sich ist ja auch nicht tot.“ Das sagt Tim Ehling, Geschäftsführer von Pickawood, das sich auf maßgeschneiderte Möbel fokussiert. Und er kann sich für sein Unternehmen einen Ausbau des Showrooming-Konzepts vorstellen. Denn der vor vier Jahren in Hamburg eröffnete Showroom funktioniert, deswegen werden Partner für gemeinsame Flächen in Berlin und München gesucht.

Tschüss und bis zur nächsten Ausgabe
Ihr Stephan Lamprecht

MyToys verliert Geschäftsführung, Zara-Mutter will 1.200 Läden schließen, Kundenampel von der Telekom

Beim zur Otto-Gruppe gehörenden Unternehmen MyToys verlässt die aktuelle Geschäftsführung geschlossen das Unternehmen. Mit den beiden Gründern Oliver Lederle und Florian Forstmann geht auch Alexander Lederle. Alle drei verlassen das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Die Nachfolger stehen bereits fest: Martin Schierer übernimmt die Rolle des CEO, Tobias Nieber wird CFO. Beide kommen aus der Otto-Gruppe. Ob hinter dem Schritt tatsächlich Verkaufsabsichten von Otto gehören, wie Jochen Krisch vermutet, wird sich noch herausstellen.

Der Inditex-Konzern, u.a. Mutter des Labels Zara, hat keine guten Neuigkeiten. Durch die Pandemie belief sich der Konzernumsatz zwischen Februar und April auf 3,30 Mrd. Euro. Damit lag er um 44 Prozent unter dem Vorjahr. Das hat natürlich Folgen. Ein Nettoverlust von 409 Mio. Euro, also tiefrote Zahlen. Im Vorjahr wurde noch ein Überschuss in Höhe von 734 Mio. Euro erzielt. Dennoch will der Konzern weiter in die Modernisierung seiner IT-Struktur und Omni-Channel-Technologien investieren. Aber vor allem kleinere Standorte und die in die Jahre gekommenen Läden schließen. Weltweit werden das zwischen 1.000 und 1.200 Filialen sein.

Auch die Telekom kann jetzt den Besucherverkehr in Läden per Ampel regeln. Basierend auf einer eigenen IoT-Infrastruktur werden ein- und austretende Kunden gezählt. Die am Eingang aufgestellten Säulen signalisieren mit Rot, wenn die erlaubte Kapazität des Ladens erschöpft ist. Ignoriert ein Kunde das rote Licht, schlägt das System akustisch Alarm. Da die Logik des Systems auch die Besucherströme nach Tageszeit aufschlüsselt, bietet das System auch jenseits von Corona einen Nutzen.

Das lokale Amazon für den Handel, Ikeas Compact-Store in Tokio, Hightech-Filiale von Fielmann

In der Vorzeigefiliale können Besucher bereits Termine vereinbaren.

In bester Lage Hamburgs, in der Mönckebergstraße, hat Fielmann seine neue Vorzeigefiliale eröffnet. Dabei setzt das Unternehmen konsequent auf Digitalisierung. So gibt es interaktive Terminals für virtuelle Anproben. Die Gestelle sind per RFID-Etiketten ausgestattet, um dem Personal schnelleren Zugriff auf Modelle zu ermöglichen. Und um Wartezeiten zu vermeiden, können online Gesprächstermine vereinbart werden. Diese Buchungsmöglichkeit soll noch in diesem Jahr bundesweit eingeführt werden. Und eine weitere Innovation steht in den Startlöchern. In der Filiale soll in Kooperation mit Fittingbox ein Verfahren auf Basis von Augmented Reality für eine virtuelle Brillenanprobe vorgestellt werden. Dabei müssen die Kunden ihre bereits vorhandene Brille nicht mehr abnehmen.

Als „eine Art Amazon für den lokalen Handel“ bezeichnet der hinter dem Mindener Tageblatt stehende Verlag die während des Lockdowns initiierte Verkaufsplattform für den Handel. Bereits 300 Händler beteiligen sich bereits aktiv. Ausgeliefert werden die Bestellungen über die vom Verlag ohnehin unterhaltene Logistik. Und da vor Ort Waren zusammengestellt und versendet werden, sind die schneller beim Kunden. Der Verlag erhofft sich dadurch ein kleines digitales Zusatzgeschäft.

Nach zwei Jahren Konzeption und Bau eröffnet Ikea in Tokio dort seinen ersten kompakten Concept-Store. Dort werden etwa 9.500 Produkte vorgestellt. Im Zentrum der Artikel steht der Aspekt der Nachhaltigkeit. Das zeigt sich auch in dem kleinen Café, auf das die Kunden nicht verzichten müssen. Hier werden lokale Produkte aus nachhaltiger Bewirtschaftung zum Verzehr angeboten. Ursprünglich sollte bereits im April geöffnet werden, wegen der Pandemie war der Termin verschoben worden.

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